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Di, 11:16 Uhr
14.03.2006

Verlockende Idee

Nordhausen (nnz). Wohnungen verkaufen und plötzlich keine Schulden haben. Die Stadt Dresden hat es wahrgemacht. Auch für Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) ist das eine verlockende Idee, wie sie in einem Gespräch mit der nnz deutlich machte...


Allerdings, so räumte das Nordhäuser Stadtoberhaupt sofort ein, könne eine Entschuldung nicht zu diesem Preis vorgenommen werden. „Die Privatisierung des kommunalen Wohnungsbestandes ist für mich überhaupt keine Option, und ehrlich gesagt, die Dresdner Entscheidung hat mir ein wenig die Schamesröte ins Gesicht getrieben“, so Barbara Rinke im Gespräch mit der nnz. Ohne einen kommunalen Wohnungsbestand seien jegliche soziale Bindung und jeglicher Gestaltungsspielraum unverloren gegangen. Die OB ist der Auffassung, dass das Wohnungswesen ein existenzieller Bestandteil der Daseinsvorsorge für die Menschen ist. „Wir haben in Nordhausen mit der SWG und der WBG zwei gut funktionierende Wohnungsunternehmen, die sich auch auf den demografischen Wandel hervorragend eingestellt haben und künftig auch einstellen werden. Wir zusammen können eine Wohnungspolitik für unsere Menschen mindestens genauso gut machen, wie ein Immobileinfonds aus den USA“, so Rinke.

Neben der Bereitstellung von Energie, Wasser und der Behandlung der Abwässer gehöre auch der kommunale Wohnungsbestand zur Grundversorgung für die Menschen einer Kommune. Doch Barbara Rinke sieht auch eine Gefahr in dem Beschluß des Dresdner Stadtrates. Der Bund und vor allem die Länder könnten hier eine Lücke entdecken. Wenn die entsprechenden Möglichkeiten und insbesondere das „Dresdner Modell“ in Berlin oder Erfurt in die marktwirtschaftlichen Ohren der diversen Ministerien kommen, dann könnten die Kommunen in den neuen Bundesländern vielleicht mit Druck gezwungen werden. Dann könnte die Schraube der zurückgehenden Zuweisungen weiter angezogen werden. Um da gegenhalten zu können, müssen sich die Städte und Gemeinden stark machen.

In Nordhausen werde man den begonnenen Weg weiter gehen. Allerdings werde der Abriß von Wohnungen nicht mehr auf dem hohen Niveau wie bisher weitergeführt. Vor allem in der Innenstadt werde es einen Rückbau nur noch punktuell geben. Man sei auch auf der Suche nach neuen Wegen. So könnten sozialschwache Mieter ihren Wohnraum auch selbst modernisieren. Hierzu werden momentan die passenden Modelle gesucht und diskutiert.
Autor: nnz

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