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So, 15:21 Uhr
11.12.2022
CDU-Fraktionschef stellt sich hinter Ärzte-Demo

Ärzte wertschätzen und Praxissterben endlich bekämpfen

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt hat sich hinter die Forderung einer Ärzte-Demo gestellt und fordert ein Aktionsprogramm der Landesregierung zur Stärkung der ambulanten Versorgung in Thüringen...

„Die Ramelow-Regierung und die Ampel müssen endlich effektive Maßnahmen gegen das Praxis- und Apothekensterben im ländlichen Raum in Thüringen ergreifen“, erklärte Voigt. Die geplante Neuregelung des Finanzstabilisierungsgesetzes im Bund in Kombination mit dem fehlende Willen der Landesregierung, eine Landarztquote in Thüringen umzusetzen, führe zu einem massiven Schaden für Ärzte und Patienten, kritisierte Voigt. Er bestärkt damit die niedergelassenen Ärzte in Thüringen, die am Mittwoch vor dem Landtag demonstrieren wollen. Gleichzeitig hat die CDU-Fraktion eine aktuelle Stunde beantragt, um mehr Unterstützung für die Mediziner im Land zu fordern.

Mit der Abschaffung der Neupatientenregelung würde ein Hauptanteil des Honorars verloren gehen, so Voigt. Die Regelung wurde eingeführt, um die Terminnot für Patienten zu verringern. Durch die Abschaffung der Regelung und fehlenden Ärzten in Thüringen käme es zu einem massiven Patientenstau in Thüringen. „Weniger Ärzte und Senkung der Honorare bei gestiegenen Kosten – damit befördern die Bundes- und Landesregierung den Terminstau und das Praxissterben“, kritisierte Voigt. Deswegen müsse die Landesregierung „endlich aus dem Tiefschlaf erwachen und die bereits im September 2020 vom Landtag beschlossene Landarztquote endlich umsetzen“.

Neben der Umsetzung der Landarztquote forderte Voigt darüber hinaus ihre Erhöhung von 6 auf die landesseitig maximal möglichen 20 Prozent. Auch die Zahl der Thüringer Studienplätze für Pharmazeuten soll nach Willen des CDU-Fraktionschefs um mindestens ein Fünftel steigen. „Medizinische Versorgung muss für alle erreichbar sein. Manche Regionen Thüringens sind schon heute medizinisch unterversorgt. Die Altersstruktur der Mediziner führt dazu, dass sich das Problem in den nächsten Jahren massiv auszuweiten droht, wenn die Landesregierung jetzt nicht endlich beherzt gegensteuert.“ Zweieinhalb Jahre für das Verfassen eines Gesetzentwurfs seien inakzeptabel und zeigten die handwerklichen Defizite bei Rot-Rot-Grün. „Die Ramelow-Regierung muss endlich dafür Sorge tragen, dass der Landarzt in Thüringen nicht nur im Fernsehen kommt.“

Auch verschärfe sich der Druck auf die ärztliche Versorgung derzeit aufgrund der gestiegenen Energiepreise. Teil des von Voigt geforderten Aktionsprogramms müsse deshalb zudem sein, einen Ausnahmetatbestand für die Auszahlung von Hilfen aus dem Thüringer Energie-Sondervermögen zu schaffen, um eine Unterstützung der Praxen für den Fall zu ermöglichen, dass aus Kostengründen eine Einschränkung der Patientenversorgung droht. „Diejenigen, die unser Gesundheitssystem am Laufen halten, müssen leichter an Hilfen kommen“, machte Voigt deutlich. Wenn man eine Verschlechterung der Versorgung verhindern wolle, könne man nicht einfach die Anforderungen an andere Unternehmen auf medizinische Praxen übertragen.

Auch die neue Richtlinie für die Unterstützung bei der Übernahme von Praxen und Apotheken lasse noch immer auf sich warten, monierte Voigt. „Die Stiftung zur Förderung der ambulanten Versorgung in Thüringen leistet hervorragende Arbeit. Aber das Gesundheitsministerium hat es immer noch nicht geschafft, die bereits beschlossene Unterstützung von jungen Zahnärzten und Pharmazeuten endlich möglich zu machen.“

In der Gesamtschau ergebe sich das Bild eines Gesundheitssystems, dass nicht nur bundes-, sondern auch landesseitig vor die Wand gefahren werde. „Die Thüringer Gesundheitsministerin trödelt in allen für die ärztliche Versorgung wesentlichen Bereichen. Durch ihr jahrelanges Zögern beim Landeskrankenhausplan zieht sie auch die ambulante Gesundheitsversorgung in Mitleidenschaft. Ich habe großes Verständnis für alle, die derzeit keinen anderen Weg sehen, als ihrem Unmut über die Gesundheitspolitik der Ramelow-Regierung mit Protesten Ausdruck zu verleihen.“
Autor: red

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Kommentare
A.kriecher
11.12.2022, 18:11 Uhr
Verkehrte Welt
Ich verstehe unser System nicht mehr.
Ärzte sind die mit am besten bezahlte Berufsgruppe . Ich kenne keinen, der in ärmlichen Verhältnissen lebt, im Gegenteil. Gerade mit eigener Praxis, läuft.
Aber, gerade die Beitragszahler erhalten immer weniger Leistung bei ständig steigender Beiträge.
Was ist hier nur los? Gier und Neid ohne Ende.
DDR-Facharbeiter
11.12.2022, 19:45 Uhr
Überbürokratisierung oder zu wenig Netto oder kein Arbeitseifer wegen Erbe.
Fall 1"Für den Papierkrieg muss ich eine Medizinisch-Technische Assistentin bezahlen. Ich habe den Verwaltungskram an einen Verwaltungs-Verein abgetreten. Der drängt mich zu möglichst vielen einfachen , vielleicht auch nicht zwingend notwendigen Behandlungen. Jetzt habe ich mehr Netto". sagt eine ..? Nee sag ich nicht.Will niemand hinhängen.
Fall 2: Ein Facharzt bekommt zu wenig Netto. Er kam nicht aus den Schulden für seine von einer Kollegin gekaufte und renovierte Praxis raus. Seine Lösung: Er hat sich bei den Krankenkassen abgemeldet und kassiert für jeden Termin. Termine kann der Patient nur übers Internet bekommen. Seine Frau sitzt zeitweise an der Kasse und hat das Kleinkind bei sich, weil sie keinen Kita-Platz bekommen hat. Fall 3: Eine alte Fachärztin mit einst durchschnittlich 60 Wochenstunden hat ihre Praxis an zwei wohlhabende Herrschaften abgegeben, die nur jeweils an zwei Tagen/Woche da sind, weil sie ihrem teuren Sport nachgehen müssen....
bleibtmalfeinineurer
11.12.2022, 22:39 Uhr
Ich werfe mal ein:
Ein Arzt bekommt pro Kassenpatient und Quartal, wobei egal ist, wie oft der Patient im Quartal den Arzt aufsucht 15 EUR brutto ! Es gibt Nebenleistungen, die er separat abrechnen kann, oder direkt vom Patienten bezahlt bekommt (Stichwort Zahnreinigung).

Nicht falsch verstehen: Ärzte sind nicht unterbezahlt, aber haben für Medizinstudium und Facharztausbildung auch mehr Zeit investiert als die meisten anderen Studierenden und damit auf Einkommen verzichtet....und am Ende noch viel Geld für Kassensitz und Technik bezahlt...

Auch für die Ärzte ist das Leben teurer geworden, die Mieten für die Praxisräume, Gehälter für Angestellte und Reinigungskräfte (Stichwort Mindestlohn)...die Belastungen aus den fortlaufenden Anforderungen (Digitalisierung - Stichwort Telematik) sind ebenfalls absolut nicht zu vernachlässigen.

Aber die 15 Euro brutto pro Patient und Quartal sind seit Jahren die gleichen...
A.kriecher
12.12.2022, 08:31 Uhr
@Axel S.
Mein Beileid für die am Existenzminimum arbeitenden Ärzten hält sich in Grenzen. Für mich ist das nur jammern auf hohem Niveau. Mit der Ausbildung kann ich ja ohne Probleme mal mit einer Pflegekraft oder medizinischen Fachangestellten tauschen, dann geht es den ärmlichen Arzt nicht ganz so schlecht mit den teuren Investitionen und dem vielen Papierkram um den sich die Ärzte so kümmern müssen.
bleibtmalfeinineurer
14.12.2022, 22:08 Uhr
naja... A.Kriecher...
...dann schaffen Sie doch den Numerus Clausus, warten ein paar Jahre auf den Studienplatz, absolvieren dann ein 6jähriges Studium und eine 3jährige Facharztausbildung, investieren dann 80.000 EUR in einen Kassensitz und geben weitere 100.000 EUR - 500.000 EUR für Equipment aus - je nach dem, für welches Fach Sie sich entschieden haben, wohlgemerkt - alles, bevor Sie auch nur einen EUR verdient haben. Sie sind über Jahrzehnte verschuldet !

Wenn Sie dann pro Quartal 2.000 Kassenpatienten haben, die im Schnitt 3x pro Quartal kommen, haben Sie 2.000 x 15 EUR umgesetzt ...das sind dann 10.000 EUR (brutto) pro Monat. Davon zahlen Sie Ihre Miete, Steuervorauszahlung, Haftpflichtversicherung, ihre Reinigungskraft und ihre 2 Helferinnen... dann bleiben Ihnen (nur von den Kassenpatienten ohne Zusatzleistungen) vielleicht 2.000 EUR pro Monat.davon zahlen Sie dann ihre persönliche Renten- und Krankenversicherung. Ohne Privatpatienten und die Zusatzleistungen sind Sie als Arzt im .... Allerwertesten (sry)...zumal der Kollege mit seiner Mechatronikerausbildung bereits 9 Jahre vor Ihnen Geld verdient (im Mittel ca. 40k brutto pro Jahr) bevor Sie überhaupt angefangen haben ! der hat also 360.000 EUR Vorsprung ohne erst noch Geld investieren zu müssen und hat einen mindestens genauso gefragten Job !

Wenn Sie dann als Arzt etwas Gas geben, zusehen, Ihre Schulden schnell abzubauen, sich fortbilden und immer fein die Anforderungen der Kassen erfüllen... dann haben Sie den Mechatroniker irgendwann überholt und verdienen gutes Geld, keine Frage ! Aber der Weg dahin ist steinig und braucht Durchhaltevermögen, Wissen, Können und Mut !

und Nein, ich bin kein Arzt... aber vielseitig interessiert...neidfrei und offen im Geist.
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