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Do, 20:15 Uhr
03.11.2022
Hochwasserschutz in Nordthüringen wird neu aufgestellt

Was tun wenn das Wasser kommt?

Wasser ist eine Naturgewalt welcher der Mensch nicht viel entgegensetzen kann, wenn nicht die richtigen Vorbereitungen getroffen wurden. Von Deich und Damm bis zu Auslaufflächen und freien Kanalabflüssen lässt sich viel machen, die Frage ist nur wer tut was und wann? Damit die nicht erst im Ernstfall geklärt werden, lud man heute zum „Hochwasserinformationstag“…

Die Zorge in Nordhausen bei Hochwasser, Archivbild (Foto: nnz-Archiv) Die Zorge in Nordhausen bei Hochwasser, Archivbild (Foto: nnz-Archiv)


Mitte Juli vergangenen Jahres toben über Deutschland schwere Stürme und über einigen Regionen lassen Unmengen an Regen in kurzer Zeit die Flüsse anschwillen. Im Ahrtal wird der Wasserstand von rund einem Meter auf weit über sechs Meter ansteigen. Als sich die Wassermassen schließlich zurückziehen, bleiben Bilder der Zerstörung zurück, die das ganze Land bewegen. Ob man hätte mehr tun können, um die Menschen samt Hab und Gut zu schützen, wurde seitdem vielfach diskutiert.

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Hochwasserschutz steht auch in Thüringen hoch im Kurs und das nicht erst seit der Ahrtal-Katastrophe. Seit kurzem gilt der zweite Hochwasserschutzplan, der bis zum Jahr 2027 im ganzen Freistaat umgesetzt werden soll. Daran beteiligt sind auch die Gewässerunterhaltungsverbände, kurz „GUV’s“. Ein schön sperrig-trockener Begriff wie er deutscher nicht sein könnte, der verhehlt was hier für Arbeit zu tun ist. Der GUV hat, in Zusammenarbeit mit Kommunen, Kreisen, dem Land und den Rettungskräften, dafür Sorge zu tragen, das dass Nass im Ernstfall nur dort landet, wo es möglichst wenig Schaden anrichtet und die Bevölkerung im Idealfall trockenen Fußes durch ein Hochwasser-Ereignis kommt.

Das Thema ist hinreichend komplex, die Anwesenden beim ersten Hochwasserinformationstag im Nordhäuser Scheunenhof erwartete am Nachmittag mehrere Stunden Vortragsmaterial. Allein der „GUV Helme | Ohne | Wipper“ hat in Nordthüringen rund 1.200 Kilometer Gewässer in den Kreisen Nordhausen, Eichsfeld und Kyffhäuser zu betreuen und im ganzen Freistaat sollen bis 2027 rund 900 Projekte rund um den Hochwasserschutz laufen. Dazu gehört der Gewinn von 1.600 Hektar Überlauffläche, die man durch Deichrückverlegungen erlangen will, rund 65 Kilometer „technische Anlagen“ an diversen Flussläufen oder auch die Ausbildung und Ausstattung von „Wasserwehren“, die im Ernstfall wissen, wie eine „Deichverteidigungsstrategie“ auszusehen hat.

Die Flüsse sind nicht das Problem
Eine Katastrophe wie im Ahrtal fürchtet man derweil nicht, zumindest nicht im Thüringer Norden, sagt Kai-Michael Urspruch, der Leiter des „GUV Helme | Ohne | Wipper“, allein die geographischen Gegebenheiten würden das bereits verhindern. Überhaupt sind die Flüsse erster Ordnung, also Helme, Zorge und Wipper, eine weitestgehend bekannte Größe. Pläne zu Überschwemmungsbereichen gibt es schon seit DDR-Zeiten und die wurden seitdem regelmäßig überarbeitet und angepasst. Hochwasserschutz am Fluss heißt hier vor allem: vorbereitet sein, Baupläne entsprechend auslegen und Zuständigkeiten klar definieren.

Deutlich mehr Sorgen macht man sich um zunehmend häufiger auftretende „Starkregenereignisse“. „Davor schützt Sie niemand weil niemand weiß, wo das Wasser runterkommt“, sagt Urspruch. Wenn in kurzer Zeit sehr viel Wasser auf eine kleines Gebiet niedergeht, kann es bei ungünstigen Bedingungen zu regelrechten Springfluten kommen, die sehr gefährlich sein können. „Bei einer Fließgeschwindigkeit von 0,2 bis 0,5 Metern halten Sie sich nicht mehr auf den Beinen. Alles was darüber hinausgeht nimmt auch das Auto, irgendwann den Wohnwagen und schließlich auch das Haus mit“, sagte Dr. Peter Krause vom hydrologischen Landesdienst am Nachmittag.

Krause ist der Herr der Karten, von denen es in Sachen Hochwasser eine ganze Menge gibt, die im Netz auch frei einzusehen sind. Beim Thema Starkregen liegt die Sache schwieriger, hier erarbeite man derzeit eine Gefahrenkarte, die am Ende den Zuständigen Stellen Hinweise geben soll, wo Schutzmaßnahmen sinnvoll wären.

Und Abhilfe ist möglich, wenn man sich regelmäßig und gründlich kümmert und die eine oder andere Ortslage mit neuem Blick betrachtet. Rückhaltebecken, naturnahe Gewässerentwicklung oder schlicht die Überprüfung von Kanalsystemen und die „Unterhaltung“ von Gewässern durch Mahd, Aushub und Kontrolle um Staustellen auszuräumen und zu vermeiden sind nur ein paar der möglichen Maßnahmen. Viele Arbeiten, die bei den „GUV“ gebündelt werden oder direkt die Kommunen betreffen. Und wenn der Fall der Fälle dann eintritt, und das wird er früher oder später, dann sollte die linke Hand auch wissen, was die rechte tut und wer am Ende aufräumen muss.
Angelo Glashagel
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
„Hochwasserinformationstag“ GUV Helme | Ohne | Wipper (Foto: fkr)
Autor: red

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Kommentare
grobschmied56
03.11.2022, 22:58 Uhr
Es wurde eine Menge diskutiert, aber nicht die richtigen ...
... Schlußfolgerungen gezogen! Kaum war die Flutkatastrophe im Ahrtal bekannt, ging schon ein regelrechtes Donnerwetter von 'Klima-Apokalyptik' in den Medien nieder!
Das sind die Folgen der Klimakatastrophe!
Zitat:
'Ahrtal, 18. Juni 2022, 7:00 Uhr
Ahrtal auf Arte: Protokoll einer Klimakatastrophe
Inwieweit war die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal eine Folge des globalen Klimawandels? Diese Frage steht im Mittelpunkt des 90-minütigen Dokumentarfilms „Die Nacht, als die Flut kam“, den Regisseur Matthias Fuchs als „Protokoll einer Klimakatastrophe“ für den Fernsehsender Arte gedreht hat – mit Filmmaterial von Augenzeugen. Die Premiere war jetzt – am Ort des Geschehens.'
Zitat Ende.
Die um ihr Leben gekommenen Menschen, so die grün Verpeilten waren also ganz eindeutig Opfer der menschgemachten 'Klimakatastrophe'.
Ja, war denn die Sturzflut vom Himmel nicht vorhersehbar? Hätte man denn die Menschen im Ahrtal nicht warnen, evakuieren können?
Anscheinend nicht! Wenn Sturzfluten biblischen Ausmaßes vom Himmel fallen, kann man halt nichts machen, schon gar nicht als verantwortlicher Politiker!
Zitat:
'https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/ahrtal-tote-fluten-hoc…
Web12.08.2021 · Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal sind nach neuen Erkenntnissen der Polizei 133 Menschen ums Leben gekommen - und damit weniger als zunächst angenommen.'
Am 'Tag danach' war denn auch die größte Sorge der verantwortlichen Ministerin nicht etwa die Zahl der Toten, das Versagen der Warnketten, das Nicht-Funktionieren der Rettung, sondern ein 'wording', welches sie möglichst unschuldig und rein in der Presselandschaft dastehen lies.
Die Frau ist heute übrigens Familienministerin.
Der Herr stehe uns bei.
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