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Do, 12:31 Uhr
03.11.2022
KKH: Psychische Gesundheit in den Fokus rücken

Immer mehr Kinder wiegen zu viel

Für immer mehr Kinder scheint es zum Alltag zu gehören, Kalorien zu zählen, gegen überflüssige Kilos zu kämpfen oder auch Hänseleien wegen ihres Körpergewichts zu ertragen. Das lassen zumindest die bundesweit stark zunehmenden Zahlen krankhaft übergewichtiger Kinder und Jugendlicher vermuten, die die KKH Kaufmännische Krankenkasse ermittelt hat...

Demnach waren in 2021 bei den 6- bis 18-Jährigen rund 34 Prozent mehr von extremem Übergewicht (Adipositas) betroffen als noch 2011. Bei der Altersgruppe der 15- bis 18-Jährigen liegt das Plus sogar bei fast 43 Prozent. Mehr als 11.500 KKH-Versicherte bis 18 Jahre erhielten die ärztliche Diagnose Adipositas und damit jeder 16. Junge und jedes 18. Mädchen.

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„Dieser Trend ist dramatisch, denn im Kindesalter werden die Grundsteine für eine gute Gesundheit im Erwachsenenalter gelegt“, sagt Dr. Aileen Könitz, Ärztin und Expertin für psychiatrische Fragen bei der KKH. Liegt bereits in jungen Jahren extremes Übergewicht vor, drohen früher oder später gesundheitliche Folgen. Dazu zählen Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Fettstoffwechselstörungen oder auch Gelenkverschleiß. Zudem ist die Lebenserwartung verringert. Neben den gesundheitlichen Risiken kann Adipositas bei betroffenen Kindern und Jugendlichen auch erheblich die psychische Balance ins Wanken bringen. „Diskriminierung und Mobbing wegen ihres Körpergewichts gehören für viele von ihnen zum Alltag“, weiß Aileen Könitz. „Ausgrenzung zu erfahren, schwächt nicht nur das Selbstwertgefühl und mindert die Lebensqualität, sondern kann zu psychischen Erkrankungen wie Ängsten oder einer Depression führen.“

Adipositas zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die Lockdowns während Corona haben dieses Gesundheitsproblem bei jungen Menschen offenbar verschärft, wie die KKH-Daten zeigen. So gab es bei den 6- bis 18-Jährigen allein vom Vor-Corona-Jahr 2019 auf 2021 eine Zunahme der Adipositas-Fälle um rund elf Prozent, bei den 15- bis 18-jährigen Jungen sogar um erschreckende rund 19 Prozent und bei den gleichaltrigen Mädchen um gut 12 Prozent.

„Homeschooling mit stundenlangem Sitzen vor dem PC, fehlender Sportunterricht, kaum Treffen mit Freunden, geschlossene Sportstätten – die Pandemie mit all ihren Kontaktbeschränkungen hat das Leben vieler Kinder und Jugendlicher lange Zeit aus dem Lot gebracht und Inaktivität gefördert“, sagt Aileen Könitz. „Das war ein Einfallstor für Ersatzhandlungen, um Frust, Stress und Einsamkeitsgefühle zu kompensieren.“ Manch einem half da der Griff zu Dickmachern wie zuckerhaltigen Softdrinks, Schokolade oder Chips, die durch ihren Fett- bzw. Zuckergehalt für Glücksempfinden sorgen. Andere hockten in ihrer Freizeit über Stunden nahezu bewegungslos chattend und spielend vor dem PC, ohne sich draußen zu bewegen.

Prävention ist kein Zauberwerk
Niemand ist Risiken für Fettsucht wie falscher, fett- und kalorienreicher Ernährung, Bewegungsarmut und übermäßiger Nutzung von Fernsehen, Smartphone & Co. hilflos ausgeliefert. Eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung kommt Eltern zu. Sie haben eine Vorbildfunktion in Sachen Gesundheitsbewusstsein für ihre Kinder. Ernähren sie sich ausgewogen, fett- und zuckerarm und bewegen sich viel, tut das meist auch ihr Nachwuchs langfristig. „Kinder machen sich in der Regel nicht bewusst, welche Folgen Übergewicht in zehn, zwanzig Jahren haben kann“, so Expertin Könitz. Ihr Tipp: „Schaffen Sie bei Ihrem Kind ein Bewusstsein für die Risiken von Übergewicht und die persönliche Verantwortung für die eigene Gesundheit. Machen Sie Ihrem Kind klar, wie wichtig eine achtsame Lebensweise ist, um krankhaftes Übergewicht zu vermeiden. Unterstützen Sie es dabei, gesunde Verhaltensweisen zu erlernen und dauerhaft zu praktizieren.“

Sind sich Eltern unsicher, ob das Gewicht ihres Kindes noch okay oder bereits zu hoch ist, fragen Sie ihren Kinder- und Jugendarzt um Rat. Denn entscheidend ist es, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Liegt Adipositas vor, stehen eine Reihe von Hilfsangeboten und Einrichtungen zur Verfügung. Damit der Kampf gegen unliebsame Pfunde erfolgreich ist, kommt es laut Aileen Könitz vor allem darauf an, dass Kinder ihren Lebensstil und ihre Verhaltensweisen aktiv ändern wollen, motiviert mitarbeiten und bei all dem psychisch gestärkt werden. „Das verlangt Kindern wie Eltern viel Kraft, Geduld und Durchhaltevermögen ab, sollte aber beflügelt werden durch die Aussicht auf ein langes, gesundes Leben inmitten der Gesellschaft.“
Autor: red

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Kommentare
A-H-S
03.11.2022, 15:21 Uhr
Die Problemlage ist bekannt
Was macht die Ampel?
Temperatur in Sporthallen herunterfahren, Warmwasser auf den Sportstätten abdrehen.
Das ist bestimmt sehr hilfreich.

Besser: Unterstützung der Sportvereine, steuerliche Vergünstigungen für Trainer, Ausbildungsprogramme für Trainer, Sportunterricht in den Schulen nicht stiefmütterlich behandeln, Pflichtsportveranstaltungen an Nachmittagen ab Schulalter - das hilft auch psychischen Problemen vorzubeugen.
PS: auch Dart, Billiard und Schach sind Sportarten, für die grob Unsportlichen
geloescht.20230927
03.11.2022, 17:40 Uhr
Dicke Kinder...
Der "große Fastfood -Freund über'n großen Teich" ist eben inzwischen unser großes Vorbild! :-)
grobschmied56
03.11.2022, 18:16 Uhr
Nein, Frau Könitz, nicht die 'Pandemie' hat die Probleme ...
... verschärft. Es waren die wohldurchdachten 'Maßnahmen' unserer hochgelobten Politiker!
Alles dichtmachen, alles verbieten, alles unterbinden! Sportstätten und Schwimmhallen, alles schließen und verbieten! Dazu wurde eine permanente Panikmache betrieben, die allen Menschen suggerieren sollte, Covid 19 sei eine ähnlich tödliche Seuche, wie Ebola.
Daß Kindern und Jugendlichen gar keine große Gefahr drohte, wurde als Verschwörungs-Theorie abgetan.
Inzwischen hat Herr Lauterbach öffentlich zugegeben, daß die Schließung von Kindergärten ein Fehler war. Späte Einsicht. Mal sehen, wie lange es dauern wird, bis unsere Ober-Denker zugeben, daß fast Alles, was man Kindern und Jugendlichen angetan hat, purer Nonsens war.
Audio
03.11.2022, 18:16 Uhr
Vor allem die Eltern sollten darauf achten
und auf ihre Kinder Einfluss nehmen, dass sie nicht den amerikanischen "Fressgewohnheiten" (Mc Donald, Big Mac usw.) verfallen.
Leider ist die amerikanische Lebensweise und das "Englischtum" , dank der bsherigen"Schwachmaten-Regierungen, "schon so in das deutsche Alltagsleben integriert, dass wohl nichts mehr zu regulieren ist.
Schade !
Pe_rle
03.11.2022, 20:02 Uhr
Übergewicht
"Vor allem die Eltern sollten darauf achten
und auf ihre Kinder Einfluss nehmen, dass sie nicht den amerikanischen "Fressgewohnheiten" (Mc Donald, Big Mac usw.) verfallen."
Wer steht denn im Auto bei Mc Doof in der Reihe ,die Eltern oder die Kinder???
Wer lebt es den Kindern vor
Das Problem ist ,das man den eigenen Kochtopf sauber lässt
Kobold2
03.11.2022, 20:25 Uhr
Ich wäre ja dafür
Das man vorn anfängt und nicht immer in den gern genommenen Ecken sucht , damit man angeblich fein raus ist.
Dafür, was in den Einkaufskörben und später auf dem Tisch landet und das man die Kids lieber vor Fernsehen, Tablet und Konsolen ruhig stellt und sie gern jeden Meter mit dem Auto chauffiert und ihnen ähnliches vorlebt, ist die Rgierung nicht verantwortlich.....
Determinante
03.11.2022, 21:06 Uhr
dafür gibt es nur 2 Ursachen
1. medizinisch oder genetische Ursachen
2. Eltern
Aber es ist viel einfacher Dritte verantwortlich zu machen - die Regierung, die Schule, die FastFoot Ketten - Hautsache jemand anders.
Die unter 1. Genannten haben mein aufrichtiges Mitgefühl.
henry12
03.11.2022, 22:40 Uhr
@Determinante
Mein aufrichtiges Mitgefühl haben Sie auch..............
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