Mi, 11:27 Uhr
22.02.2006
Noch keine Fälle
Nordhausen (nnz). Noch ist die Vogelgrippe nicht bis in den Landkreis Nordhausen vorgedrungen. So soll es auch bleiben. Zahlreiche Maßnahmen wurden ergriffen. Der Krisenstab tagte. Welche Auswirkungen die toten Schwäne von Rügen für Nordhausen haben, erklärt die nnz.
Noch keine Fälle (Foto: nnz)
Seit dem 17. Februar gilt die Stallpflicht für Geflügel. Die meisten der 1.790 Tierhalter zeigten sich laut Amtstierarzt Dr. Uwe Landsiedel einsichtig. Wer gegen die Stallpflicht verstößt, muß mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Bis zu 25.000 Euro Bußgeld sind möglich.
Das Wichtigste sei es, das Übergreifen des Virus auf die Nutztiere zu verhindern. Alle 90 Todesopfer weltweit haben sich bei Nutzgeflügel angesteckt. In Deutschland ist die Gefahr hierfür gering, da niemand direkt mit den Tieren unter einem Dach lebt, so wie es in der Türkei der Fall war. Unter Einhaltung hygienischer Grundregeln ist auch der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern unbedenklich. Eine Sekunde bei mindestens 70 Grad erhitzen tötet das Virus ab. Generell sei Panikmache fehl am Platz. Andere Tierseuchen wie die Salmonellose ist für den Menschen wesentlich gefährlicher. Rund 800 Personen sterben jährlich daran.
Der Krisenstab des Landratsamtes hat getagt. Zahlreiche Maßnahmen wurden neben der Stallpflicht ergriffen. So werden tote Vögel von der Feuerwehr eingesammelt, der Fundort desinfiziert und die Tiere zur Untersuchung nach Bad Langensalza ins Labor geschickt. 30 Tiere wurden eingesandt, darunter zwei Schwäne aus der Goldenen Aue, die jedoch geschossen worden waren. Keines der Tiere wurde positiv getestet.
Bisher ist der Landkreis Nordhausen frei von der Vogelgrippe. Dennoch ist er ein potentiell gefährdetes Gebiet in Thüringen. Mit dem Stausee Kelbra, dem Schiedunger Teich und den Kiesteichen sind bis in die Stadt Nordhausen hinein große Wasserflächen vorhanden, die auch von durchziehenden Wildvögeln als Rastplatz genutzt werden. Diese Tiere sind nach Meinung von Experten die größte Gefahr bei der Übertragung der Tierseuche.
Anstecken können sich Menschen, wenn sie mit Blut, Kot oder dem Staub aus den Federn in Kontakt kommen. Wasservögel ölen ihr Gefieder täglich und verteilen dabei mit dem Speichel das Virus. Fliegt der Vogel auf, wird der Erreger an die Luft abgegeben. Die Übertragung der Krankheit erfolgt über das Einatmen, aber auch als Schmierinfektion.
Für den Fall, daß die Seuche im Landkreis ausbricht, plant das Landratsamt folgendes: über den Kreis wird ein Sperrgebiet verhängt. Die niedergelassenen Tierärzte werden mobilisiert, um bei der Untersuchung der Bestände zu helfen. Bei rund 80.000 Geflügeltieren ist die Hilfe unverzichtbar. Für alle Helfer wie Ärzte und Feuerwehrleute steht das antivirale Medikament Tamiflu beim Landratsamt ausreichend zur Verfügung.
Was können die Bürger tun? Hundehalter sollten ihren vierbeinigen Freund nur noch an der Leine ausführen, damit er nicht an toten Tieren herumschnuppert. Katzen sollten möglichst auch nicht draußen herumstreunen, was jedoch schwer zu kontrollieren sein wird, wie Dr. Landsiedel zugibt. Auch Haustiere können wie alle Säugetiere an der Vogelgrippe erkranken. Gegen die Vogelgrippe gibt es derzeit noch keinen Impfstoff für Menschen. Jeder sollte sich aber geben die normale Virusgrippe impfen lassen, um eine Mutation der beiden Erreger zu verhindern.
Wer einen toten Vogel findet, darf ihn zur eigenen Sicherheit nicht berühren. Sofort sollte die Feuerwehr unter 112 verständigt werden. Kinder sind potentiell am meisten gefährdet, da sie draußen beim Spielen tote Tiere entdecken und sie aus Neugier anfassen könnten. Um sie aufzuklären, hat das Veterinäramt ein Merkblatt herausgegeben, welches ab sofort in den Schulen verteilt wird.
Autor: wf
Noch keine Fälle (Foto: nnz)
Seit dem 17. Februar gilt die Stallpflicht für Geflügel. Die meisten der 1.790 Tierhalter zeigten sich laut Amtstierarzt Dr. Uwe Landsiedel einsichtig. Wer gegen die Stallpflicht verstößt, muß mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Bis zu 25.000 Euro Bußgeld sind möglich.Das Wichtigste sei es, das Übergreifen des Virus auf die Nutztiere zu verhindern. Alle 90 Todesopfer weltweit haben sich bei Nutzgeflügel angesteckt. In Deutschland ist die Gefahr hierfür gering, da niemand direkt mit den Tieren unter einem Dach lebt, so wie es in der Türkei der Fall war. Unter Einhaltung hygienischer Grundregeln ist auch der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern unbedenklich. Eine Sekunde bei mindestens 70 Grad erhitzen tötet das Virus ab. Generell sei Panikmache fehl am Platz. Andere Tierseuchen wie die Salmonellose ist für den Menschen wesentlich gefährlicher. Rund 800 Personen sterben jährlich daran.
Der Krisenstab des Landratsamtes hat getagt. Zahlreiche Maßnahmen wurden neben der Stallpflicht ergriffen. So werden tote Vögel von der Feuerwehr eingesammelt, der Fundort desinfiziert und die Tiere zur Untersuchung nach Bad Langensalza ins Labor geschickt. 30 Tiere wurden eingesandt, darunter zwei Schwäne aus der Goldenen Aue, die jedoch geschossen worden waren. Keines der Tiere wurde positiv getestet.
Bisher ist der Landkreis Nordhausen frei von der Vogelgrippe. Dennoch ist er ein potentiell gefährdetes Gebiet in Thüringen. Mit dem Stausee Kelbra, dem Schiedunger Teich und den Kiesteichen sind bis in die Stadt Nordhausen hinein große Wasserflächen vorhanden, die auch von durchziehenden Wildvögeln als Rastplatz genutzt werden. Diese Tiere sind nach Meinung von Experten die größte Gefahr bei der Übertragung der Tierseuche.
Anstecken können sich Menschen, wenn sie mit Blut, Kot oder dem Staub aus den Federn in Kontakt kommen. Wasservögel ölen ihr Gefieder täglich und verteilen dabei mit dem Speichel das Virus. Fliegt der Vogel auf, wird der Erreger an die Luft abgegeben. Die Übertragung der Krankheit erfolgt über das Einatmen, aber auch als Schmierinfektion.
Für den Fall, daß die Seuche im Landkreis ausbricht, plant das Landratsamt folgendes: über den Kreis wird ein Sperrgebiet verhängt. Die niedergelassenen Tierärzte werden mobilisiert, um bei der Untersuchung der Bestände zu helfen. Bei rund 80.000 Geflügeltieren ist die Hilfe unverzichtbar. Für alle Helfer wie Ärzte und Feuerwehrleute steht das antivirale Medikament Tamiflu beim Landratsamt ausreichend zur Verfügung.
Was können die Bürger tun? Hundehalter sollten ihren vierbeinigen Freund nur noch an der Leine ausführen, damit er nicht an toten Tieren herumschnuppert. Katzen sollten möglichst auch nicht draußen herumstreunen, was jedoch schwer zu kontrollieren sein wird, wie Dr. Landsiedel zugibt. Auch Haustiere können wie alle Säugetiere an der Vogelgrippe erkranken. Gegen die Vogelgrippe gibt es derzeit noch keinen Impfstoff für Menschen. Jeder sollte sich aber geben die normale Virusgrippe impfen lassen, um eine Mutation der beiden Erreger zu verhindern.
Wer einen toten Vogel findet, darf ihn zur eigenen Sicherheit nicht berühren. Sofort sollte die Feuerwehr unter 112 verständigt werden. Kinder sind potentiell am meisten gefährdet, da sie draußen beim Spielen tote Tiere entdecken und sie aus Neugier anfassen könnten. Um sie aufzuklären, hat das Veterinäramt ein Merkblatt herausgegeben, welches ab sofort in den Schulen verteilt wird.

