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Mi, 10:09 Uhr
21.09.2022
IG BAU warnt vor Drehen an der Mietenschraube:

„Zitrone nicht weiter auspressen“

Der Landkreis Nordhausen wohnt auf insgesamt rund 3,9 Millionen Quadratmetern. Die verteilen sich im Landkreis auf 46.730 Wohnungen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit...

Die IG BAU beruft sich dabei auf aktuelle Daten zum Wohnungsbestand vom Statistischen Bundesamt, die vom Pestel-Institut (Hannover) für die IG BAU analysiert wurden.

Wohnflächen im Kreis Nordhausen und Chancen für mehr (Foto: IG BAU) Wohnflächen im Kreis Nordhausen und Chancen für mehr (Foto: IG BAU)

Demnach haben rund 4.840 Wohnungen im Kreis Nordhausen sieben oder sogar mehr Räume. „Wer so eine große Wohnung hat, die ihm auch noch gehört, hat eine Sorge nicht: die Angst vor steigenden Mieten“, sagt Matthias Lötzsch. Der Vorsitzende der IG BAU Nordthüringen warnt die Immobilienwirtschaft davor, die Mietenspirale weiter nach oben zu drehen und damit die Inflation zusätzlich anzuheizen.

Lötzsch fordert Privatvermieter genauso wie Wohnungsgesellschaften auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Dies bedeute, bei den Mieten Maß zu halten und auf Steigerungen weitgehend zu verzichten. „Gerade jetzt geht es darum, eines für den Wohnungsmarkt klar auszusprechen: Es ist ungehörig, die Zitrone weiter auszupressen. Ein Großteil der Haushalte wird durch die Kostenexplosion bei den Heizkosten ohnehin schon finanziell in die Knie gezwungen. Da darf nicht auch noch die ‚Mietenkeule‘ hinterherkommen“, so Lötzsch.

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Darüber hinaus warnt die IG BAU vor einer „Lähmungsphase beim Wohnungsbau“. Angesichts der aktuell schwierigeren Neubaubedingungen – hier vor allem Materialengpässe, steigende Materialpreise, hohe Baulandpreise und anziehende Bauzinsen – sei es dringend nötig, nach alternativen Wegen zu suchen. „Was wir jetzt brauchen, ist Flexibilität: Die Schaffung von neuem Wohnraum muss der Situation angepasst werden“, sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Lötzsch.

Vor allem Wohnungsbaugesellschaften seien jetzt gefordert, Bauvorhaben zu switchen: „Wenn der Neubau nicht realisierbar erscheint, bietet gerade das Umbauen von vorhandenen Nicht-Wohngebäuden zu Wohnungen große Chancen. Der Umbau braucht deutlich weniger Material – und ist schon deshalb der passende Weg zu mehr Wohnungen in der Krise. Allein durch den Umbau von Büros, die durch das Etablieren vom Homeoffice nicht mehr gebraucht werden, können viele neue Wohnungen entstehen. Und das deutlich kostengünstiger als im Neubau“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Darüber hinaus biete die Dachaufstockung bei Wohnhäusern, die in der Nachkriegszeit bis zum Ende der 90er-Jahre gebaut wurden, ein enormes Potential: „Viele neue Wohnungen sind allein hier durch On-Top-Etagen möglich – und ebenfalls günstiger als jeder Neubau“, sagt Matthias Lötzsch. Es lohne sich, eine „Dachaufstockungs- und Umbau-Offensive“ zu starten.
Autor: red

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Kommentare
Eckenblitz
21.09.2022, 11:50 Uhr
Gewerkschaften
Appellieren und Phrasen dreschen, sonst nichts. Wann rufen die Gewerkschaften zum Generalstreik auf? Statt dessen heißt es, wir können doch in dieser brisanten Lage die Betriebe nicht mit einen Streik belasten. Des weiteren verstecken sie sich hinter dem Gesetz, dass einen Generalstreik in Deutschland verbietet. Da sollte man sich ein Beispiel an den Regierenden nehmen, sind für sie Gesetze nicht nur Makulatur?
diskobolos
21.09.2022, 12:50 Uhr
Die Überschrift bezieht sich vermutlich auf den Sketch
"The Rent Collector" aus der DDR-Schulfernsehserie "English for you". Nette Erinnerung.
Mit dem gleichen Recht wie von Vermietern könnte man natürlich Bäcker, Autohäuser und alle anderen Anbieter von Produkten und Leistungen auffordern die Preise niedrig zu halten. Letzlich auch von den Gewerkschaften, bei denen es um den Preis der Arbeitskraft geht.

Sind die Mieten für die Vermieter nicht attraktiv, wird weniger gebaut. Die Folge ist Wohnungsknappheit, wie sie in allen deutschen Großstädten besteht. Das sollte man als Vertreter der Bau-Gewerkschaft nicht wünschen.
Die Alternative zu privaten Investitionen ist nur, dass der Staat als Bauherr auftritt. Das möchte ich mir nicht wirklich vorstellen. Hatten wir auch schon mal . . .
Paulinchen
21.09.2022, 20:02 Uhr
Diese mehr oder weniger...
.... sinnlose Aufstockung haben wir zu DDR Zeiten schon mal gemacht. Die schrägen Buchten waren schwer zu vermieten.
P.Burkhardt
21.09.2022, 22:31 Uhr
hohe Materialpreise, Handwerkerknappheit,....
...Engpässe überall... führen dazu, dass weniger Wohnungsbau stattfindet und Bestandsimmobilien im Wert daher zulegen. Der Kauf wird teurer, der Neubau unerschwinglich. Also wird Wohnraum noch knapper... damit steigen die Mieten... damit höhere Inflation....

okay... das Wohnen und der Energieverbrauch sind die absoluten Treiber bei der Teuerung. Beim Wohnen ist es bei der gegenwärtigen Versorgungslage und der Handwerkersituation/Materialknappheit kaum möglich dagegen zu halten - die Preise steigen und steigen weiter. Bei der Energie könnte ein Energiepreisdeckel wenigstens kurzfristig auf Kosten der Staatsverschuldung helfen...

Verlierer ist am Ende der Mieter... die logische Schlussfolgerung: nicht mieten, sondern kaufen ! ...was aber wegen der gestiegenen Zinsen auch immer teurer wird....

Insgesamt ist es schwierig, es gibt kein universal-Rezept.... von daher ist der Aufruf gerechtfertigt. Wer Wohnraum vermietet, hat ihn bereits in der Vergangenheit finanziert... zu niedrigem Zins...je nach Zinsbindungsdauer...jeder Vermieter sollte darauf achten, seinen Mieter nicht zu überfordern. Die Nebenkosten steigen (wofür der Vermieter nix kann - er reicht sie einfach nur durch), aber der Mieter muss sie neben dem Preis für den Platz zum Schlafen auch noch zahlen....deswegen sollten die Vermieter Augenmaß und etwas Empathie bewahren und die Kaltmiete bezahlbar lassen....
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