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Di, 11:30 Uhr
06.09.2022
Eine Woche Großreinemachen

Die Welt räumt auf und Nordhausen macht mit

Stadt und Landkreis wollen Feld und Flur vom Müll befreien - ab kommenden Samstag will man anlässlich des „World-Clean-Up Day“ eine Woche lang „Großreinemachen“ und hofft auf die tatkräftige Hilfe der Bürgerschaft…

Beim World Clean Up Day soll in Feld und Flur aufgeräumt werden. Zuletzt hat sich zum Beispiel das Humboldt-Gymnasium Ende Mai an der Aktion beteiligt (Foto: Christoph Keil) Beim World Clean Up Day soll in Feld und Flur aufgeräumt werden. Zuletzt hat sich zum Beispiel das Humboldt-Gymnasium Ende Mai an der Aktion beteiligt (Foto: Christoph Keil)


Wohin das Auge blickt: Müll, Müll, Müll und nochmals Müll. Die Hinterlassenschaften der Zivilisation finden sich auch noch im letzten Winkel, gehäuft aber leider gerade da, wo sich Menschen gerne aufhalten. Ein Nachmittag am Kiesteich in Nordhausen etwa ist zwar schön, aber die Vermüllung ist, für jeden Besucher eigentlich deutlich sichtbar, ein Problem. Die beliebten Badegewässer sind nur einer von vielen Schwerpunkten, die man bei der Abfallbehörde des Kreises kennt. Das Gewerbegebiet im Krug, das Zorgeufer, das Petersberggelände oder auch der Radweg bei Bielen, das Areal entlang der Bahngleise in Niedersachswerfen oder die Apostelbrücke in Niedergebra - die Liste ist lang.

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Beginnend am kommenden Samstag wollen Stadt und Kreis deswegen am „World Clean Up Day“ teilnehmen, dem „Weltaufräumtag“, und rufen die Bürgerschaft insgesamt dazu auf, mit anzupacken. Die Idee das sich Menschen an einem Tag im Jahr gemeinsam aufmachen und den wild weggeschmissenen Müll von öffentlichen Plätzen, Gehwegen und Parks zu entfernen, stammt ursprünglich aus Estland und hat 2018 in Deutschland Fuß gefasst. Auch am Südharz hat die Großreinemachen-Aktion seitdem an Fahrt gewonnen, zuletzt waren es vor allem Schulklassen und Kindergärten, die aufgeräumt haben. „Wir haben das schon in der Vergangenheit begleitet und die Entsorgung sichergestellt. Jetzt wollen wir mit einer breit angelegten Kampagne darauf aufmerksam machen und auch andere zum mitmachen animieren“, sagt Kathrin Materlik, Chefin der Abfallbehörde.

Anstatt aber nur den dritten Samstag im September anzupacken, hat man eine ganze „Aufräumwoche“ vom 10. bis zum 17. September geplant. Das liegt unter anderem daran, dass es schon einige Anmeldungen für die Aktion gibt, die Initiatoren sich aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht auf einen Tag festlegen wollten. In Auleben etwa will man noch vor dem Tag der offenen Denkmals am Sonntag das Dorf in Schuss bringen, während man am Förderzentrum Pestallozzi erst Ende September Zeit finden wird, um mit anzupacken.

Damit man am Ende auch sieht, was die Gemeinschaft leisten kann, gibt es auf der Webseite der Nordhäuser Abfallwirtschaft ein paar einführende Informationen, Kontaktdaten und die Möglichkeit, die eigene Aufräumaktion anzuzeigen oder bereits angekündigte Einsätze zu finden. „Das muss nicht gleich ein ganzer Tag sein, für eine Schulklasse zum Beispiel reicht auch eine Doppelstunde. Wenn man sich zum Beispiel im Stadtpark von einer Bank zur nächsten arbeitet, hat man schon einiges zu tun“, sagt Materlik. Sammelbehälter in Form von Säcken gibt es bei Bedarf über die Südharzwerke, die auch die Entsorgung größerer Mengen sicherstellt oder kurzfristig kontaktiert werden kann, wenn sich Sonder- oder Sperrmüll wie Farben, Lacke, Öl oder altes Mobiliar finden sollten. Speziell Schulklassen und Gemeinden werde man mit Müllsäcken ausstatten, so Materlik weiter, aber natürlich können auch eigene Behälter, Säcke und Tüten verwandt werden. Außerdem sei der Einsatz von Handschuhen zu empfehlen. Extra trennen muss man die Funde in der Regel nicht, der „klassische Siedlungsabfall“ der bei solch einer Aktion gefunden wird, ist meist so verdreckt, das er nicht mehr zum Recycling taugt.

Im Nordhäuser Rathaus begrüßt man das Engagement. Rund die Hälfte der 16.500 Tonnen Müll, die im Jahr im Kreis zusammenkommen, entfallen auf die Kreisstadt und oft genug landet der neben und nicht in den Papierkörben oder verdreckt die Natur in der Umgebung. Die Entsorgung gleicht da einer Sisyphus-Aufgabe. „Es ist gut, dass hier alle von Groß bis Klein angesprochen werden. Das hilft sicher auch dabei, dafür zu sensiblilisieren, was das eigentlich für eine Arbeit macht, die Abfälle wieder aus der Natur herauszuholen“, sagte Bürgermeisterin Alexandra Rieger. Mit dem Müll habe man in der Stadt viel Ärger, zuletzt unter anderem durch die Beklebung von Stromkästen und umwickelte Ampelanlagen mit den Farben eines bestimmten Fußballvereins. „Das ist richtig hart zu entfernender Müll und ich freue mich, das auch Wacker Nordhausen angekündigt hat, eine größere Aktion im Rahmen des Clean-Up-Day plant“, so Rieger weiter. Stadtseitig plane man zudem, für besonders belastete Punkte in der Stadt größere Mülleimer anzuschaffen. Erfreulich sei auch, dass die Südharzwerke den Gemeinden bei der Umsetzung unter die Arme greifen würden, damit diese nicht auf den Kosten sitzen bleiben, so Oberbürgermeister Buchmann.

Sportlicher Abschluss
Am 17. September, dem eigentlichen „World -Clean-Up Day“, wird man die Aktion im Rahmen des „Nordhäuser Sporttages“ auf dem Gehegeplatz abschließen. Vor Ort geht es dann sportlich zu, an aktuell 20 Stationen werden sich diverse Sportvereine der Region vorstellen. Unter dem Motto „Im Sport vereint“ wird es dabei auch darum gehen, für das Ehrenamt zu werben, denn genau da drückt bei vielen Vereinen nach Corona der Schuh. Im besonderen Fokus werden die „Stützpunktvereine“ stehen, die sich in Sachen Integration engagieren, erklärte Jonny Kleinschmidt, der den Tag von Seiten des Kreissportbundes betreut. Als Highlight erwartet man Nikki Adler, sechsfache Box-Weltmeisterin.

v.l.: Kathrin Materlik, Leiterin der Abfallbehörde, KSB-Chef Patrick Börsch und der Organisator des Nordhäuser Sporttages, Jonny Kleinschmidt (Foto: agl) v.l.: Kathrin Materlik, Leiterin der Abfallbehörde, KSB-Chef Patrick Börsch und der Organisator des Nordhäuser Sporttages, Jonny Kleinschmidt (Foto: agl)


Gesammelten Müll wird man auch an diesem Tag noch abgeben können, bei den Südharzwerken hofft man aber auch, dann bereits ein grobes Ergebnis verkünden zu können. Die Teilnehmer am „Großreinemachen“ sind deswegen auch dazu angehalten, dass eine oder andere Foto von den eigenen Bemühungen in den sozialen Netzwerken zu teilen.

Übrigens: wer Abseits der Aufräumwoche auf Müllansammlungen und größere Mengen Abfall stößt, der kann auch den „Mängelmelder“ der Stadt oder die App „Meine Umwelt“ des Freistaates nutzen, um die passenden Stellen über den Missstand kurz und knapp zu informieren.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Helena2015
05.09.2022, 19:59 Uhr
Dann viel Spaß dabei …
Ich bin fast Rentner, habe auch Kinder großgezogen und … ganz wichtig … sogar erzogen.
Sie warfen und werfen keinen Müll weg, es sei denn in dafür vorgesehene Behältnisse.
Unsere Rechte werden von allen Regierenden derzeit mit Füßen getreten, die ordnungsgemäße Müllentsorgung immer teurer, sprich, wer ordnungsgemäß seinen Müll entsorgt, wird auch noch hierfür bestraft!
Warum so viele Menschen heute nicht mehr ordentlich erzogen werden, nun dafür gibt es viele Gründe… Eltern, die zwar Kinder in die Welt setzen, sich aber nicht wirklich dafür interessieren oder selbst schon keine Erziehung genossen!
Wer überwiegend am Zorge-Ufer wohnt, ist hinreichend allen Nordhäusern bekannt!
Mangelnde Bildung in den vergangenen Jahren hat auch keine positiven Auswirkungen.
Die heutigen jungen Menschen werden aufs Klima getrimmt, machen aus Unwissenheit, was eigentlich in diesem Staat sein Jahren schief geht, fleißig mit!
Dass Klimaschutz nicht nur den von der derzeitigen Politik „sogenannten“ Klimawandel beinhaltet, sonder u. a. damit beginnt, die Umwelt sauber zu halten, soweit wird gar nicht gedacht!
Alle werden dazu angehalten, den Müll zu trennen, nicht in der Umwelt zu entsorgen. Dafür müssen die verschiedensten Entsorgungseinrichtungen nicht nur auf eigene Kosten angefahren werden, sondern es muss kräftig dafür gezahlt werden!
Ich selbst kann mich erinnern, dass es vor laaaanger Zeit sogenannter Sekundärannahmestellen gab, wo man Geld dafür bekam.
Mit 5 Mark im Monat Taschengeld sammelten als Kinder und Jugendliche fleißig, um somit das Taschengeld aufzubessern.
In den Sommerferien gammelten wir nicht in den Tag hinein, sondern machten Ferienarbeiten. So erarbeite ich mir mein erstes Fahrrad selbst!
Entschuldigung, aber ich sehe überhaupt nicht ein, den Müll Anderer einzusammeln, denn von mir ist mit Sicherheit kein Stück dabei!
NDH-Kanne
06.09.2022, 12:46 Uhr
Räumt auf und Nordhausen
Na dann mal los.
Da können ja dann wieder welche etwas hinwerfen,wenn Platz geschaffen ist.
summer
06.09.2022, 16:11 Uhr
Wer es freiwillig macht, mein Respekt!
Aber ich bin entschieden dagegen, dass unsere Schulkinder während der Unterrichtszeiten den Müll aufsammeln MÜSSEN.
Die Schule ist für das Lehren des Unterrichtsstoffs da.
Unsere Kinder haben wegen der Schulschließungen so viel Lehrstoff verpasst, da ist jede jetzt stattfindende Unterrichtsstunde für die Bildung wichtig!
Für die Integration der zugewanderten Mitmenschen und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, wären Aktionstage mit der Unterstützung der Zugewanderten beim Aufräumen wünschenswert, gemeinsam mit den anderen Freiwilligen und der beruflich in diesem Bereich Tätigen.
Halssteckenbleib
06.09.2022, 20:52 Uhr
Die Welt räumt auf.. .
Ohje jetzt kommt Word Clien up.Was immer das sein soll.Ich möchte aber trotzdem dabei sein.Aber nur wenn's kostenlos was gibt.Ich soll ja schließlich sparen....
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