eic kyf msh nnz uhz tv nt
Do, 13:58 Uhr
02.02.2006

Wo sind sie denn?

Nordhausen (nnz). Trotz hoher Arbeitslosigkeit und zurückhaltender Beschäftigungsplanungen in der Wirtschaft können 13 Prozent der Firmen in Nord- und Mittelthüringen offene Stellen nicht wunschgerecht besetzen. Dies geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hervor, die rund 500 Unternehmensantworten auswertet. Weitere Fakten mit einem Klick auf MEHR.


„Vor allem Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe haben mitunter erhebliche Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu bekommen“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Jeder Fünfte klage über Stellenbesetzungsprobleme und Fachkräftemangel. Unter den Dienstleistungsunternehmen würden hauptsächlich IT-Dienstleister und Zeitarbeitsfirmen für einen Teil ihrer offenen Stellen keine passenden Bewerber finden. „Dabei ist es gerade die Zeitarbeitsbranche, die im Vergleich zu anderen, derzeit gut ausgebildete Fachkräfte und Spezialisten sucht“, verweist Grusser auf den wachsenden Bedarf der Industrie, die bei kurzzeitigen Auftragsspitzen gern auf Leiharbeiter zurückgreift. Die momentane Konjunkturerholung verstärke noch zusätzlich die Nachfrage.

„In dieser Situation setzen 54 Prozent der Befragten auf ein größeres Engagement in der Aus- und Weiterbildung. 46 Prozent wollen durch eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit dem Engpass begegnen“, so Grusser. Jedes dritte Unternehmen plane darüber hinaus Umstrukturierungen und Rationalisierungen. Besonders interessant: Jeder fünfte Manager gebe an, künftig vermehrt das Potenzial älterer Arbeitnehmer nutzen zu wollen. Noch in einer vergleichbaren Umfrage 2001 war dies nur jeder Zehnte.

„Auf Seiten der Betriebe setzt sich allmählich ein Perspektivwechsel hin zu älteren Arbeitnehmern und eine längst überfällige Abkehr von verfehlten Frühverrentungsstrategien der Vergangenheit durch“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Unternehmen, die bereits heute über Fachkräftemangel klagten, stünden einer verstärkten Beschäftigung älterer Arbeitnehmer noch aufgeschlossener gegenüber.

„Vor dem Hintergrund der hohen Arbeitslosigkeit darf keinesfalls der Handlungsbedarf bei der Fachkräftesicherung für die Regionalwirtschaft übersehen werden“, so Grusser abschließend. Denn spätestens wenn die Konjunktur wieder anziehe, könne sich der Fachkräftemangel noch ausweiten. Betroffen seien dann vor allem Industrie- und Zeitarbeitsfirmen, für die die Besetzung offener Stellen schon heute kein geringes Problem darstelle. Auch mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen werde deutlich, dass in Thüringen die Folgen von Abwanderung und demografischem Wandel nicht unterschätzt werden dürften.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)