Mo, 10:02 Uhr
30.01.2006
Richter Kropp: Die gekreuzte Schwurhand
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Wenn zwei Lebensgefährten sich trennen, geht dies oft nicht selten ohne Streit ab: Die zweiunddreißigjährige Brigitte S. (Name geändert) hatte sich im Juli 2005 von ihrem Lebensgefährten, einem Unternehmer aus Sondershausen, getrennt. Doch der 50jährige ließ keine Ruhe. Dann musste sich Amtsrichter Christian Kropp darum kümmern.
Per SMS schrieb er ihr immer wieder, dass sie seine große Liebe sei und er seine Frau verlassen wolle. Als das nichts nützte, eskalierte der Streit richtig. Der Ex-Freund zeigte Brigitte S. bei der Polizei an. Sie habe in seiner Abwesenheit und ohne seine Erlaubnis seine Wohnung betreten und 350 € an sich genommen. Diese angebliche Diebstahlshandlung hatte jetzt das Amtsgericht Sondershausen zu verhandeln. Richter und Staatsanwalt gingen nicht ohne Skepsis in die Verhandlung.
Hatte doch die Verteidigerin der S. zahlreiche SMS des Unternehmers vor dem Prozeß vorgelegt, wonach dieser wegen seiner Anzeige gelogen habe und diese zurücknehmen wolle. Auf diese Nachrichten angesprochen, leugnete der Unternehmer, so etwas abgefaßt zu haben. Er würde keine SMS mitten in der Nacht versenden noch solchen Inhalts. Interessant war, dass er hierbei alle für ihn ungünstigen abstritt, andere wollte er wiederum geschrieben habe. Den zahlreichen Zuhörern im Raum 204 des Amtsgerichts Sondershausen fiel auch auf, dass er mehrmals die Hand wie zum Schwure hob und erklärte, er könne dies sofort beeiden. Seine Finger waren dabei jedesmal gekreuzt.
Objektive Zeugen für den Vorfall gab es im übrigen nicht. Das Amtsgericht Sondershausen hat Brigitte S. jetzt rechtskräftig freigesprochen. Weitere Verfahren könnten folgen, soll doch der Unternehmer jetzt auch körperlich gegen die S. vorgegangen sein. Ob sein merkwürdiges Aussageverhalten ihm noch auf die Füße fallen wird, war in der Verhandlung noch nicht zu erfahren.
Autor: nnzPer SMS schrieb er ihr immer wieder, dass sie seine große Liebe sei und er seine Frau verlassen wolle. Als das nichts nützte, eskalierte der Streit richtig. Der Ex-Freund zeigte Brigitte S. bei der Polizei an. Sie habe in seiner Abwesenheit und ohne seine Erlaubnis seine Wohnung betreten und 350 € an sich genommen. Diese angebliche Diebstahlshandlung hatte jetzt das Amtsgericht Sondershausen zu verhandeln. Richter und Staatsanwalt gingen nicht ohne Skepsis in die Verhandlung.
Hatte doch die Verteidigerin der S. zahlreiche SMS des Unternehmers vor dem Prozeß vorgelegt, wonach dieser wegen seiner Anzeige gelogen habe und diese zurücknehmen wolle. Auf diese Nachrichten angesprochen, leugnete der Unternehmer, so etwas abgefaßt zu haben. Er würde keine SMS mitten in der Nacht versenden noch solchen Inhalts. Interessant war, dass er hierbei alle für ihn ungünstigen abstritt, andere wollte er wiederum geschrieben habe. Den zahlreichen Zuhörern im Raum 204 des Amtsgerichts Sondershausen fiel auch auf, dass er mehrmals die Hand wie zum Schwure hob und erklärte, er könne dies sofort beeiden. Seine Finger waren dabei jedesmal gekreuzt.
Objektive Zeugen für den Vorfall gab es im übrigen nicht. Das Amtsgericht Sondershausen hat Brigitte S. jetzt rechtskräftig freigesprochen. Weitere Verfahren könnten folgen, soll doch der Unternehmer jetzt auch körperlich gegen die S. vorgegangen sein. Ob sein merkwürdiges Aussageverhalten ihm noch auf die Füße fallen wird, war in der Verhandlung noch nicht zu erfahren.


