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Mo, 08:42 Uhr
11.07.2022
"vollumfängliche" Kostenübernahme gefordert

Städte erwarten konkrete Hilfe vom Land

Am vergangenen Freitag tagte zum zweiten Mal die "Arbeitsgemeinschaft der Oberbürgermeister". Auch Nordhausen war vertreten. Man stehe jetzt vor den Sommerferien noch "völlig im Unklaren", kritisiert Nordhausens OB Buchmann...

Neben Themen wie dem kommunalen Finanzausgleich oder der schleppenden Digitalisierung der Verwaltungen war das Hauptthema der heutigen Sitzung die offenen Fragen im Umgang mit der Kostenerstattung für die Geflüchteten aus der Ukraine.

Motivation und Anspruch der kommunalen Familie in Thüringen ist es, Geflüchteten ein sicheres Obdach zu gewähren und ihren Teil zur Bewältigung der humanitären Krise zu leisten.

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„Viele praktische Beispiele der verantwortlichen Oberbürgermeister zeigen, dass der Freistaat Thüringen dringend gefordert ist, die notwendige Klarheit und Sicherheit zur vollständigen Finanzierung zu schaffen. Es kann nicht sein, dass nach Monaten der Flüchtlingskrise aufgrund des Kriegs in der Ukraine die Landesregierung nach wie vor nicht abschließend zufriedenstellende Regelungen zur vollen Übernahme der Kosten getroffen hat“, so der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Julian Vonarb, Oberbürgermeister der Stadt Gera.

Die Kommunen, wie auch die Landkreise, sind gefordert in den nächsten Monaten nach wie vor hohe Kapazitäten für die Aufnahme von Geflüchteten bereitzustellen und vorzuhalten. Der Oberbürgermeister der Stadt Suhl, André Knapp, führt dazu aus: „Wie sollen wir als Stadt, die in der Haushaltssicherung ist, jetzt Geld in die Bereitstellung von Wohnraum investieren, wenn erstens nicht ansatzweise klar ist, dass genau diese Kosten dann auch vom Freistaat übernommen werden und zweitens wir gar nicht wissen, ob diese Leistung dann tatsächlich in den nächsten Monaten auch so abgerufen wird. Verlässlichkeit sieht anders aus.“

Haushaltsrechtlich stellt diese Situation alle Kommunen vor große Herausforderungen, da sie in der Regel immer in die Vorleistung gehen und bis heute es unklar ist, ob eine tatsächliche Erstattung der Kosten erfolgt oder ob, wie die einstimmige Meinung der Oberbürgermeister/in ist, die tatsächlichen Kosten zeitnah erstattet werden. Ähnlich ist die Äußerung des Oberbürgermeisters aus Nordhausen: „Wir stehen jetzt kurz vor den Sommerferien völlig im Unklaren, wie die von uns zu erbringenden Leistungen für z. B. die entstehenden Schülerverkehre, ggf. notwendige Containerlösungen oder räumlich zu schaffenden Kapazitäten für Kindergarten- oder Schulkinder gegenfinanziert werden. Und da sind wir noch nicht einmal bei der Thematik der fehlenden Lehrerinnen und Lehrer, für die das Bildungsministerium in der Verantwortung ist.“ so Kai Buchmann.

Die Oberbürgermeister/in sind sich einig, dass, wie in den wenigen Beispielen aufgezeigt, die Städte schnelle Lösungen und Entscheidungen seitens der Landesregierung und des Gesetzgebers erwarten und bestärken den Präsidenten des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen, Michael Brychcy, der sich bereits sinngemäß geäußert hat.

Neben all den offenen Fragestellungen zu den Finanzierungsfragen legt die Arbeitsgemeinschaft auf einen Punkt besonders wert: „Alle Beteiligten in den Städten und Gemeinden, Ehrenamtliche oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungen, leisten seit März eine hervorragende Arbeit, auch weit über die Belastungsgrenze hinaus, um die inzwischen über 22.000 Geflüchteten, die in Thüringen angekommen sind, unterzubringen und zu betreuen. Ohne zusätzliches Personal kann dies dauerhaft nicht geleistet werden.“ so in seinem Schlussstatement der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Julian Vonarb.
Autor: red

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Kommentare
Gudrun1974
11.07.2022, 10:09 Uhr
Der Bürgermeister Buchmann...
.. nach eigener Aussage "völlig im Unklaren". Das ewige Jammern hilft aber nicht, es sind Taten gefragt. Nordhausen ist auf Abstiegskurs mit diesem plan und tatenlosen Bürgermeister. Gerade jetzt in der Krise ist aber Initiative gefragt, auch um das soziale Gleichgewicht in Nordhausen zu halten.
Aber die Millionen werden nur in die Vorzeigeprojekte gepumpt wie Feuerwehr, Theater und Nord. Zum Thema Gaspreise u.ä. kein Wort vom Buchmann.
Herr Taft
11.07.2022, 14:07 Uhr
Verstehe nicht,
Was der OB mit den Gaspreisen zu tun haben soll?

Zum Thema: Ich finde es gut und richtig, dass sich die OBs unter einander abstimmen und so mit einer Stimme gegenüber dem Land auftreten können.
nur_mal_so
11.07.2022, 16:53 Uhr
glaube ich nicht, Stöberhai,
dass sich die Gas-Konzerne oder gar die russische Regierung irgendetwas vom Bürgermeister einer deutschen Kleinstadt vorschreiben lassen.

Bei manch berechtigter Kritik, aber ab und an vor dem Meckern doch mal das Hirn einschalten. Nicht jeder, den man nicht leiden kann, ist an allem schuld.
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