Do, 17:36 Uhr
19.01.2006
Satellit beobachtet die Aue
Nordhausen (nnz). Der Landkreis Nordhausen, genauer die Goldene Aue, hat beste Chancen, als Testgebiet der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ausgewählt zu werden. Zu dieser Einschätzung gelangten Landrat Joachim Claus und Ralf Harms, Fachgebietsleiter Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Einzelheiten mit einem schnellen Klick.
Satellit beobachtet die Aue (Foto: nnz)
Der Fachgebietsleiter, seine Mitarbeiterin Annette Gümmer und Vertreter der Jenaer UNI, u.a. Frau Prof. Christiane Schmullius, präsentierten und erläuterten gemeinsam am Mittwochabend im Plenarsaal des Landratsamtes einer Delegation von Wissenschaftlern die Vorzüge der Südharzregion für das Vorhaben der ESA. Die Geschichte: Seit gut drei Jahren besteht zwischen dem Landkreis Nordhausen und der UNI Jena im Rahmen des Forschungsprojektes ENVILAND eine rege Zusammenarbeit. Erklärtes Ziel ist es, eine automatisierte Herstellung von Karten zu ermöglichen, die als Information wichtige Landbedeckungsarten (Flächennutzungen), wie Siedlungen, landwirtschaftliche Nutzflächen, Wälder und Gewässer, abbilden. Vorhandene Satellitentechnik wurde dafür genutzt.
Ergänzend dazu wurden im Juli und September des vergangenem Jahres zwei Exkursionen durchgeführt, um u.a. zusätzliche Geländedaten zu erheben. Doch die derzeit sich noch im Einsatz befindlichen Satelliten zur Erderkundung sind technisch überholt und die Ergebnisse nicht mehr optimal. Die ESA mit ihrem Sitz in Paris will deshalb eine neue Generation von Satelliten mit höchstem technischen Niveau ins All schicken und Dienstleistungen für die Landwirtschaft und deren Wissenschaftsgebiete und angrenzenden Wissenschaften erbringen.
Eine Testphase würde künftig eine Vegetationsperiode dauern. Jeden zweiten Tag würde ein Satellit mit gleicher Umlaufbahn über die Goldenen Aue fliegen und Aufnahmen vom Entwicklungsstand der Kulturpflanzen machen. Die daraus gewonnenen Daten würden das Entwicklungsstadium der Pflanzen gut erkennen lassen und es könnten erforderlichenfalls zusätzliche Düngergaben berechnet werden. Die Ertragsfähigkeit der bestellten Felder könnte schon im frühen Stadium eingeschätzt werden. Zudem erkennen die Satelliten, ob die von der EU ausgereichten Fördermittel rechtens verwendet wurden.
Die Delegationsmitglieder zeigten sich sehr beeindruckt von den Vorzügen des Südharzkreises. In der Nordhäuser Traditionsbrennerei ließen sie sich noch zu später Stunde von der fast 500jährigen Geschichte des Branntweines faszinieren und genossen bei einer Verkostung so manch guten Tropfen, dessen Grundstoffe bekanntlich aus der Goldenen Aue kommen. Landrat Joachim Claus freute sich über den Besuch der Kommission und äußerte die Hoffnung, dass der Landkreis den Zuschlag für das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt München- Pfaffenhofen und der ESA koordinierte Projekt erhält. In etwa drei Wochen wird von der ESA in Paris die Entscheidung getroffen. Die Chancen für die Südharzer stehen jedenfalls nicht schlecht.
Autor: nnz
Satellit beobachtet die Aue (Foto: nnz)
Der Fachgebietsleiter, seine Mitarbeiterin Annette Gümmer und Vertreter der Jenaer UNI, u.a. Frau Prof. Christiane Schmullius, präsentierten und erläuterten gemeinsam am Mittwochabend im Plenarsaal des Landratsamtes einer Delegation von Wissenschaftlern die Vorzüge der Südharzregion für das Vorhaben der ESA. Die Geschichte: Seit gut drei Jahren besteht zwischen dem Landkreis Nordhausen und der UNI Jena im Rahmen des Forschungsprojektes ENVILAND eine rege Zusammenarbeit. Erklärtes Ziel ist es, eine automatisierte Herstellung von Karten zu ermöglichen, die als Information wichtige Landbedeckungsarten (Flächennutzungen), wie Siedlungen, landwirtschaftliche Nutzflächen, Wälder und Gewässer, abbilden. Vorhandene Satellitentechnik wurde dafür genutzt.
Ergänzend dazu wurden im Juli und September des vergangenem Jahres zwei Exkursionen durchgeführt, um u.a. zusätzliche Geländedaten zu erheben. Doch die derzeit sich noch im Einsatz befindlichen Satelliten zur Erderkundung sind technisch überholt und die Ergebnisse nicht mehr optimal. Die ESA mit ihrem Sitz in Paris will deshalb eine neue Generation von Satelliten mit höchstem technischen Niveau ins All schicken und Dienstleistungen für die Landwirtschaft und deren Wissenschaftsgebiete und angrenzenden Wissenschaften erbringen.
Eine Testphase würde künftig eine Vegetationsperiode dauern. Jeden zweiten Tag würde ein Satellit mit gleicher Umlaufbahn über die Goldenen Aue fliegen und Aufnahmen vom Entwicklungsstand der Kulturpflanzen machen. Die daraus gewonnenen Daten würden das Entwicklungsstadium der Pflanzen gut erkennen lassen und es könnten erforderlichenfalls zusätzliche Düngergaben berechnet werden. Die Ertragsfähigkeit der bestellten Felder könnte schon im frühen Stadium eingeschätzt werden. Zudem erkennen die Satelliten, ob die von der EU ausgereichten Fördermittel rechtens verwendet wurden.
Die Delegationsmitglieder zeigten sich sehr beeindruckt von den Vorzügen des Südharzkreises. In der Nordhäuser Traditionsbrennerei ließen sie sich noch zu später Stunde von der fast 500jährigen Geschichte des Branntweines faszinieren und genossen bei einer Verkostung so manch guten Tropfen, dessen Grundstoffe bekanntlich aus der Goldenen Aue kommen. Landrat Joachim Claus freute sich über den Besuch der Kommission und äußerte die Hoffnung, dass der Landkreis den Zuschlag für das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt München- Pfaffenhofen und der ESA koordinierte Projekt erhält. In etwa drei Wochen wird von der ESA in Paris die Entscheidung getroffen. Die Chancen für die Südharzer stehen jedenfalls nicht schlecht.


