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Do, 12:35 Uhr
19.01.2006

Kultur statt Glotze

Nordhausen (nnz). „Für Kinder wird viel zu wenig im Theater geboten.“ Außerdem interessieren sie sich ja eh nicht dafür. Zwei Aussagen, die in Nordhausen kaum Gültigkeit haben. Hier ist so viel los, daß die Flimmerkiste aus bleiben kann. Wann und wo verrät die nnz.

Kultur statt Glotze (Foto: nnz) Kultur statt Glotze (Foto: nnz) „Kinder sind das Publikum von morgen.“ Diesen Satz stellte Chefdramaturgin Dr. Anja Eisner zur Diskussion. Sie widerspricht gleich selbst, denn Kinder und Jugendliche können auch schon das Publikum von heute sein. Nicht nur das, die jungen Leute können sogar selbst Schauspieler, Sänger und Artisten sein.

Zu klein ist fast keiner, ab vier Jahren dürfen die Kinder mitmachen. Der Kinderzirkus „Zappellini“ lädt zum spielerischen Kennenlernen der Artistik ein. Auf einer Kugel balancieren oder mit anderen eine Menschenpyramide bauen, das erwartet die Jüngsten jeden Mittwoch von 15.00 bis 17.00 Uhr auf der Probebühne des Theaters in der Grimmelallee. „Wer zum Kinderzirkus kommt, der bleibt meist fünf bis sechs Jahre dabei.“ Meint „Zirkusdirektorin“ Steffi Böttcher. Warum ist das so? Andere Hobbys halten Kinder in dem Alter doch oft nur ein paar Wochen durch. „Jeder kann hier seine Formen von Kreativität finden und ausleben. Wer kommt, um jonglieren zu lernen, der entdeckt dann die vielen anderen Kunststücke und probiert sie aus.“ Viele Kinder würden nach ihrer aktiven Zirkuszeit das Wissen als Trainer an die Jüngeren weitergeben. Auch Erwachsene können mitmachen, beim Variete „Komplott gegen die Schwerkraft“ finden sie die entsprechenden Herausforderungen bei Feuershows oder als Stelzenläufer.

Der Zirkus- und Theaterverein „Studio 44 e.V.“ arbeitet seit geraumer Zeit wieder enger mit dem Nordhäuser Theater zusammen. Intendant Lars Tietje unterstreicht, daß ihm die Arbeit in Kinderzirkus und Jugendtheater wichtig ist. Die Finanzierung steht nicht mehr auf der Kippe. Es wird jedes Jahr Geld für diese Projekte zusammengekratzt.

Zum Jungen Theater trägt das große Haus selbst auch bei. Zwei Jugendklubs haben sich besonders musikalischen Produktionen verschrieben. Rund 25 Jugendliche machen mit. Am 21. April werden die Älteren ab 14 Jahren auf der Bühne stehen und gemeinsam mit der Kreismusikschule ihre Version von „Ein Sommernachtsraum“ aufführen. Die Gruppe der Jüngeren ab 11 Jahren hat noch Plätze frei für musiktheaterbegeisterte Kinder, die erste Erfahrungen sammeln möchten. Für den großen Klub kann man sich ab Juni zur neuen Produktion anmelden.

Das nächste Projekt des Kinderzirkus heißt „Unter dem Rost...“ Die Artisten erobern einen Schrottplatz und schenken dem Müll auf der Bühne eine neue Bedeutung. Die Jugendkunstschule ist mit von der Partie. Am 13. Mai wird dieses Stück Premiere haben. Für alle Zirkusgruppen werden noch Mitstreiter gesucht. Wer Lust auf Abenteuer auf der großen Bühne hat, der sollte hier klicken.

Auch für Jugendliche, die lieber nur zuschauen möchten, hat das Junge Theater einiges zu bieten. Zur Vor- oder Nachbereitung aktueller Produktionen kommen Schauspieler und Sänger in die Schulen. Sogar ein Kammerorchester geht auf Reisen, besonders zu jenen Schülern, die weiter weg wohnen und nur mit großem Aufwand zu den Konzerten kommen könnten. Den Musikern mache es Spaß mit Schülern vor Ort zu arbeiten, berichtet Intendant Lars Tietje. Für die Schulen ist dieses Angebot übrigens kostenlos, was viele Lehrer nicht glauben wollen.

Alle Trainingszeiten, Programme und Termine stehen im Internet
Autor: wf

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