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Do, 10:02 Uhr
26.05.2022
Gewinne steigen deutlich stärker als der Ölpreis!

So setzt sich der Dieselpreis zusammen

Die steigenden Ölpreise stellen deutsche Haushalte derzeit vor Herausforderungen. Die Bundesregierung will mit einem Entlastungspaket gegensteuern. Eine Auswertung von Vergleich.org zeigt wie sich der Dieselpreis zusammensetzt...

Der Deckungsbeitrag beim Diesel, in dem sich auch die Gewinne der Ölkonzerne verbergen, steigt bei einem Dieselpreis von 2,20€ im Vergleich zu 1,50€ um mehr als das Doppelte an, während die Steuern sich nur geringfügig erhöhen und anteilig sogar sinken.

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Bei den Handelskosten handelt es sich um den Tankstellenpreis minus Energiesteuer und Mehrwertsteuer. Er setzt sich aus dem Einkaufspreis, dem CO2-Preis, der Erdölbevorratungsabgabe sowie dem Deckungsbeitrag zusammen.

CO2-Preis und Erdölbevorratungsabgabe
Dabei ist der CO2-Preis, also der Preis für die Emissionen von Kohlenstoffdioxid, absolut gesetzt und beträgt bei Benzin 7,20 Cent pro Liter und bei Diesel 8,03 Cent pro Liter.

Die Erdölbevorratungsabgabe ist eine Abgabe für die Erstellung einer strategischen Ölreserve für den Fall eines kurzfristigen Versorgungsengpasses und beträgt fix gerade einmal 0,27 Cent pro Liter bei Benzin und 0,3 Cent pro Liter bei Diesel.

So setzt sich der Dieselpreis zusammen (Foto: Vergleich.org) So setzt sich der Dieselpreis zusammen (Foto: Vergleich.org)


Deckungsbeitrag der Ölkonzerne auf Rekordhoch
Der Deckungsbeitrag ist variabel und enthält Kosten für Vertrieb, Verwaltung, Transport & Tankstellen-Pacht. Neben dem Rohölpreis verstecken sich auch hier die Gewinne der Ölkonzerne, die nicht weiter aufgeschlüsselt werden können. Jedoch ist stark davon auszugehen, dass diese in der Zeit des besonders hohen Preisanstiegs sehr groß waren.

So betrug der Deckungsbeitrag am 24.3.2022 bei einem Dieselpreis von 2,20 Euro ganze 61 Cent, während er am 2.3.2022 bei einem Preis von 1,80€ mit 34 Cent nur geringfügig höher war als im Oktober 2021 mit 28 Cent (Dieselpreis 1,50€).

Anteil der Steuern sinkt bei steigendem Spritpreis
Die Energiesteuer ist absolut gesetzt und beträgt bei Benzin 65,45 Cent pro Liter, bei Diesel 47,04 Cent pro Liter. Die Mehrwertsteuer beträgt 19% vom Gesamtpreis, also bei Diesel mit Gesamtpreis 2,20€ 34,90 Cent.

Insgesamt kommen die Steuern bei Diesel mit Preis 1,50€ auf 71,1 Cent pro Liter (47,20%), bei einem Preis von 1,80€ auf 75,8 Cent pro Liter (42,10%) und bei einem Preis von 2,20€ auf 81,9 Cent pro Liter (37,49%). Bei steigendem Ölpreis sinken also die Steuern anteilig.

Aktuelle Aufteilung des Spritpreises
Aktuell (23. Mai 2022) teilt sich der Dieselpreis wie folgt auf. Der Tankstellenpreis von 2,00 Euro setzt sich zusammen aus:
  • Einkaufspreis: 67 Cent
  • Deckungsbeitrag: 46 Cent
  • CO2-Zertifikatskosten: 8 Cent
  • Erdölbevorratungsabgabe: 0,3 Cent
  • Energiesteuer: 47 Cent
  • Mehrwertsteuer: 32 Cent
Autor: red

Kommentare
H.Freidenker
26.05.2022, 11.48 Uhr
Fazit,
der Endkunde kauft von seinem versteuertem Einkommen den Diesel.
Der Staat versteuert den Diesel nochmals und die Ölkonzerne machen Riesengewinne, diese werden dann auch wieder versteuert.
Ist schon verrückt, wie oft bei 1 Liter Diesel Steuern anfallen!
Ebbe
26.05.2022, 15.46 Uhr
Warum?
Warum wird eine Steuer auf die Steuer erhoben?
Kann das mir mal jemand plausibel erklären?
diskobolos
26.05.2022, 21.02 Uhr
Eigentlich einfach
Dass der Benzinpreis nicht von der Einkommenssteuer abhängen kann, ist klar.

Natürlich wäre es möglich, alle Benzin betreffenden Steuern (Co2-Abgabe, Energiesteuer, Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer) zu einer einzigen zusammenzufassen. Das würde aber Ihr eigentliches Problem nicht lösen.

Auch eine Senkung dieser Steuern und eine Anhebung anderer Steuern (etwa auf Nahrungsmittel) würde Sie kaum glücklicher machen. Das wäre auch nicht gerechter und hätte negative Auswirkungen auf Umwelt und Klima.
tannhäuser
27.05.2022, 17.32 Uhr
Die Überschrift...
...lautete aber "Dieselpreis", lieber Kollege Diskobolos.

Wenn mir der Preis für Gurken nicht passt, referiere ich hier auch nicht über Paprika, oder?

Sie sind doch sonst auch immer so ein korrekter Kommentatoren-Beamter.
diskobolos
27.05.2022, 18.24 Uhr
Danke Tannhäuser,
ein Beamter bin ich zwar nicht, aber wenn Sie mich als korrekten Kommentator ansehen, nehme ich das gern an.

Was ich über den Benzinpreis geschrieben habe, gilt natürlich analog für Diesel.
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