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Di, 08:06 Uhr
24.05.2022
6. Sinfoniekonzert

Ein genialer Schlusspunkt

Das 6. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen stand unter dem Motto „Zwei Herzen eine Seele“. Es war bereits das letzte Konzert dieser Saison und zugleich auch das letzte auf der Bühne im großen Theatersaal, denn umfangreiche Sanierungsarbeiten werfen ihre Schatten voraus...

Dieses letzte Konzert war ein besonderes.
Auf dem Programm standen Werke von Robert Schumann und Johannes Brahms, in denen zwei bedeutende Musikerherzen schlugen. Es gab da wohl noch ein drittes, zu dem sich beide hingezogen fühlten (Clara Schumann). Jedoch konnte das weder eindeutig bewiesen noch absolut dementiert werden. Von Bedeutung allein ist, die Seelen der beiden Giganten vereinten sich in der Musik, bestimmten das Musikgeschehen und deren Entwicklung im 19. Jahrhundert, jeder auf seine Weise und doch beide gemeinsam. Ungewöhnlich im 2. Sinfoniekonzert war zunächst, dass auf dem Programm „nur“ zwei Werke standen. Ungewohnt und neu auch die dem Konzert vorangestellte Werkeinführung.

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Schüler aus zwei Musikkursen der 11. Klasse des Humboldt-Gymnasiums hatten sich innerhalb eines Projektes in Zusammenarbeit mit dem Loh-Orchester und unter Anleitung der Konzertdramaturgin Katrin Stöck mit den beiden Werken auseinander gesetzt und leiteten nun die Einführung.

Sie interviewten den musikalischen Leiter des Abends Tomo Keller und informierten über die Komponisten und ihre Werke, über die familiäre und berufliche Freundschaft der beiden zueinander. Mit viel Fleiß, erworbenem Fachwissen und Kreativität hatten sie im Vorfeld das Programmheft gestaltet. Nun waren sie gemeinsam mit dem Publikum auf die Aufführung der beiden großen Werke gespannt, nahmen im Zuschauerraum Platz und lauschten aufmerksam der Musik, life vom Loh-Orchester unter der Leitung des Gastdirigenten Tomo Keller dargeboten. (Anerkennung allen Beteiligten, so kann moderner Musikunterricht gehen.)

Die Begegnung Kellers mit den Musikern des Loh-Orchesters an diesem Abend war nicht die erste. Er musizierte bereits mehrfach mit ihnen, betonte, dass dem Orchester die Musik von Schumann und Brahms besonders liegt. Es musizierte in umfangreicher Besetzung, besonders erfreulich der große Streicherapparat.

Als erstes erklang das 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms mit dem Solist Herbert Schuch.
Ein freundliches Hörnermotiv eröffnet das Werk, wird vom Klavier aufgenommen und solo weitergeführt. Der Satz ist farbig gestaltet, birgt für den Solist große musikalische und technische Schwierigkeiten, die Herbert Schuch meisterhaft bewältigte. Mit dem Thema im Orchester und anhaltenden Trillern im Klavier klingt der Satz ruhig aus. Temperamentvoller, an ungarische Rhythmen erinnernd, ist der 2. Satz gestaltet. Einen atemberaubenden Ruhepunkt schafft der 3. Satz. Er beginnt gefühlvoll mit einem Cello- Solo, (bravo Sebastian Hennemann), Bläser intonieren Gegenstimmen, und schließlich nimmt das Klavier leise diese Stimmung auf und trägt sie weiter.
Ein bisher unüblicher 4. Satz beendet das Klavierkonzert. Teilweise tänzerisch, häufige Taktwechsel gestalten sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll das Finale. Stets war das Zusammenspiel zwischen Orchester und Klavier-Solo perfekt.

Nach minutenlang anhaltendem Beifall gab der Solist Herbert Schuch eine Zugabe von Maurice Ravel, in der er noch einmal ein Feuerwerk an pianistischem und gestalterischem Können kreierte.

Im 2. Teil des Konzertes erklang die 2. Sinfonie von Robert Schumann. Mit ihr schaffte der Komponist nach mehreren persönlichen Krisen einen Neuanfang. Interessanterweise wurde im Gewandhaus Leipzig unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy uraufgeführt.

Diese Sinfonie war in seiner freudigen Ausstrahlung sowohl inhaltlich als auch musikalisch ein genialer Schlusspunkt des Konzertes. Tomo Keller, ohne Taktstock dirigierend, hatte das Orchester fest im Griff. Die Freude am gemeinsamen Musizieren war im gut besetzten Zuschauerraum zu spüren.
Christel Laude
Autor: red

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