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Mo, 11:28 Uhr
26.12.2005

Gemischte Bilanz

Nordhausen (nnz). Das Jahr 2005 geht zu Ende, es ist vieler Orten Zeit für eine Bilanz. Auch die mittelständische Wirtschaft im Landkreis Nordhausen zieht eine solche Bilanz.


Das zu Ende gehende Jahr war im Mittelstand geprägt von einer Berg- und Talfahrt, durch wirtschaftliche Höhen und Tiefen. Obwohl die Politik die Rahmenbedingungen nicht mittelstandsfreundlicher gestaltet hat, haben die Unternehmer Kurs gehalten. Das wichtigste Ziel besteht für die landestypischen Familienunternehmen in ihrer Existenzsicherung und dem Erhalt der Arbeitsplätze, so der Kreisgeschäftsführer des Bundesverband mittelständische Wirtschaft, BVMW Volker Beiersdorf.

Konzerne haben 2005 deutschlandweit erneut über 100.000 Arbeitsplätze abgebaut und ins Ausland verlagert. Der ortsgebundene Mittelstand hat je nach Auftragslage Mitarbeiter eingestellt und sich einmal mehr als Rückgrat der Thüringer Wirtschaft erwiesen. Entsprechend der sozialen Verantwortung gegenüber der Jugend wurden größte Anstrengungen unternommen, durch Bereitstellung von Ausbildungsplätzen, den Fachkräftenachwuchs langfristig zu sichern.

Die gesellschaftliche Debatte zu völlig überzogenen Managergehältern betrifft nicht den mittelständischen Unternehmer, den selbständigen Handwerksmeister. Ich möchte dieses Missverständnis einmal klar definieren und den entscheidenden Unterschied herausstellen. Unternehmer tragen das persönliche wirtschaftliche Risiko ihrer Tätigkeit und sind im Wettbewerb darauf angewiesen, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter zu beschäftigen.

Der Unternehmerlohn bzw. das Einkommen der Unternehmer richtet sich nach dem erwirtschafteten Gewinn. Manager dagegen sind Führungskräfte in Großunternehmen und Konzernen mit Zeitarbeitsverträgen. Sie stehen unter erheblichem Erfolgsdruck nach dem Maßstab höchstmöglichster Rendite für die Aktionäre. Eine Perversion besteht dann, wenn die Gewinne und Aktienkurse steigen, weil Mitarbeiter entlassen werden. Zwischen Managern und Unternehmern bedarf es also einer deutlichen Unterscheidung.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Freistaat Thüringen verlief 2005 sowohl in den einzelnen Regionen und Branchen sehr differenziert. Die größten Erfolge erzielten Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelbranche sowie im handwerklich geprägten Bereich moderner Haustechnik im Zusammenhang mit alternativen Energielösungen. Thüringen profitierte besonders durch die Herstellung von Technik zur Energieerzeugung durch Sonne und Wind. Problematische Rückentwicklung von Kapazitäten verzeichnet nach wie vor das Bau- und Ausbaugewerbe, verursacht u.a. durch die stagnierenden Investitionsmöglichkeiten der Kommunen wegen rückläufiger öffentlicher Aufträge. Seitens des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft BVMW konnte die Interessenvertretung der Mitgliedsunternehmen gegenüber allen staatlichen Ebenen (Bund, Länder und Gemeinden) weiterentwickelt bzw. der Einfluss auf Entscheidungen verstärkt werden.

Der gemeinsame Landesverbund Hessen-Thüringen wird in erster Linie getragen durch die Zusammenarbeit der Mitgliedsunternehmen und die Anbahnung von Wirtschaftskontakten. Damit wird zugleich ein deutliches Zeichen durch den BVMW an die Politik gesetzt, wo der Thüringer Mittelstand den Schwerpunkt einer länderübergreifenden Zusammenarbeit setzt. Eine Lösung der in vielen mittelständischen Unternehmen anstehende Generationswechsel wird immer akuter, da davon viele Arbeitsplätze abhängen. Deshalb macht der BVMW jungen Menschen Mut, selbst Unternehmer zu werden, als Existenzgründer oder durch die Übernahme bestehender Firmen. Der bereits seit sechs Jahren organisierte Wettbewerb des BVMW-Mittelstandspreises „Unternehmerin/Unternehmer des Jahres …“ zeigt, dass es in der Wirtschaft zahlreiche Persönlichkeiten gibt, die Vorbild für unternehmerisches Engagement der Jugend sind.

Für 2006 geht es darum, seitens der Politik und der Unternehmer die Anstrengungen zur Verbesserung der Wettbewerbfähigkeit des Mittelstandes und der Innovationen hinsichtlich der Produktentwicklung durch Forschung und Entwicklung zu verstärken. Der Leiter des Kreisverbandes des BVMW, Volker Beiersdorf, wünscht allen Unternehmern beider Landkreise Gesundheit und ein erfolgreiches Jahr 2006.
Autor: nnz

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