Fr, 07:10 Uhr
23.12.2005
nnz-Forum: Das erste Mal
Nordhausen (nnz). In dieser Woche hatte die nnz ausführlich über die Freigabe eines weiteren Abschnitts der Autobahn A 38 berichtet. nnz-Leser Steffen Schneider ist die Strecke gefahren und hat seine Erlebnisse ins Forum geschrieben.
Ich hab voller Erwartung des Heimwegs, am Dienstag, die frohe Kunde über das Autoradio vernommen: Die A 38 zwischen Wipperdorf und Eisleben ist durchgängig befahrbar.
Toll, hab ich mir gedacht, nun kann ich Morgens ca. 4 min. länger schlafen. Und man gerät ja unweigerlich ins Schwärmen. Ich hatte schon eine genaue Vorstellung davon, wie meine Heimfahrt am Abend sein würde: In Eisleben rauf auf die Trasse, Tempomat bei 180 eingeklinkt und ab geht die Luzie. Dann nur noch kurz vor AS Nordhausen das Gas wegnehmen und quasi bis vor die Haustür, den Wagen ausrollen lassen. Herrlich!
Jetzt könn`se in Görsbach & Co Blitzer und Laserkanonen aufstellen wie sie wollen, das geht mich alles nichts mehr an.
Gesagt, getan. Milde lächelnd zog ich meine Bahn. Die AS Rossla kam und die Strasse ging tatsächlich weiter gerade aus.
Aber was ist das? Verkehrsschilder, die man für gewöhnlich von der Landstrasse kennt und auf Autobahnen nur bei schlechter Fahrbahn und an gefährlichen Stellen aufstellt. Mitten auf dieser schönen neuen Autobahn wechseln sich Geschwindigkeitsbegrenzungen von 100 und 80 km/h ab, dass es einem schwindlig wird. Alle paar hundert Meter eins von diesen bösen Verkehrsschildern.
Standen die bisher irgendwo nutzlos in `ner Lagerhalle rum? Mußten die da weg? Sollte das Budget für Verkehrsschilder noch schnell ausgeschöpft werden? Na gut, vielleicht ist das mit der neuen Strasse wie bei einem neuen Auto. Man soll´s ja langsam einfahren. Das böse erwachen kam aber am nächsten Tag, als ich die Strecke bei Tageslicht und in der Gegenrichtung passierte. Es war deutlich zu erkennen. Die Dinger sind richtig in der Erde eingebuddelt. Nichts mit dahingestellt, Strasse einfahren und in ein paar Tagen oder Wochen kommen die Schilder wieder weg. Die sehn aus als bleiben die für immer!!!
Es sollen hier doch nicht etwa Einnahmen aus Geschwindigkeitskontrollen kompensiert werden, die auf der B 80 mangels Kundschaft ausbleiben? Sollen die zu erwartenden Gelder vielleicht für die Sanierung der nagelneuen Fahrbahn auf der A38 bei Bleicherode Verwendung finden? Oder werden die Bußgelder für die Finanzierung der gerichtlichen Auseinandersetzung wegen des fehlerhaften Vergabeverfahrens für das Teilstück der A 38 zwischen Eisleben und Halle gebraucht?
Auffällig ist, dass die Begrenzung auf Thüringer Seite aufgehoben ist. Jetzt weiß ich allerdings, warum Sachsen Anhalt, wie´s in großen Lettern auf dem Willkommensschild an der Landesgrenze zu lesen ist, das Land der Frühaufsteher ist. Wer langsam fahren muß, muß halt auch früher aufstehen.
Aber bitte, was können wir Thüringer dafür, dass die Anhaltiner an Schlaflosigkeit leiden und mit der vielen Zeit nichts anderes anzufangen wissen als langsam über die Autobahn zu cruisen? Soll man doch den Zusatz unter die Begrenzung hängen nur für Frühaufsteher oder so. Mich würde mal brennend interessieren, wie die Geschwindigkeitsbegrenzung begründet ist. Die Strecke hat zwar einige größere Brücken, diese haben aber alle ein Geländer, runterfallen scheidet also aus. Mit Wildwechsel ist ja auf den Brücken wohl auch nicht zu rechnen. Liebes Verkehrsamt. Wie soll´n die Viecher da hoch kommen?
Die Geschichte mit den fliegenden Rentieren ist doch nur eine Legende. Selbst, wenn es sie wirklich gibt. Nach Weihnachten ist doch die Gefahr vorbei. Die Hühner dürfen ja auch wieder aus dem Stall, jetzt wo die Zugvögel durch sind. Spaß bei Seite.
Ich will hier nicht rumnörgeln. Ich bin auch froh darüber, diverse Ortsdurchfahrten und Bahnübergänge nicht mehr passieren zu müssen. Das Fahren auf der Autobahn ist mit oder ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, ob man nun gern 200 fährt oder der Meinung ist, mit 140 km/h ist man immer noch schnell genug. Die neue Autobahn ist klasse und spart Zeit, nein, bringt einiges an Zeit, die man sinnvoller nutzen kann, als auf der B80 ständig darauf erpicht zu sein, die nächste Möglichkeit zum Überholen des vorausfahrenden LKW nicht zu verpassen, weil man wieder mal 10 Minuten an der letzten Schranke verplempert hat und nun unter Zeitdruck steht.
Vielleicht gibt’s von offizieller Seite dazu ne Wortmeldung, warum das neu unter Verkehr genommene Teilstück der A38 mit ständig wechselnden Geschwindigkeitsbeschränkungen gespickt ist.
Steffen Schneider, Nordhausen
Autor: nnzIch hab voller Erwartung des Heimwegs, am Dienstag, die frohe Kunde über das Autoradio vernommen: Die A 38 zwischen Wipperdorf und Eisleben ist durchgängig befahrbar.
Toll, hab ich mir gedacht, nun kann ich Morgens ca. 4 min. länger schlafen. Und man gerät ja unweigerlich ins Schwärmen. Ich hatte schon eine genaue Vorstellung davon, wie meine Heimfahrt am Abend sein würde: In Eisleben rauf auf die Trasse, Tempomat bei 180 eingeklinkt und ab geht die Luzie. Dann nur noch kurz vor AS Nordhausen das Gas wegnehmen und quasi bis vor die Haustür, den Wagen ausrollen lassen. Herrlich!
Jetzt könn`se in Görsbach & Co Blitzer und Laserkanonen aufstellen wie sie wollen, das geht mich alles nichts mehr an.
Gesagt, getan. Milde lächelnd zog ich meine Bahn. Die AS Rossla kam und die Strasse ging tatsächlich weiter gerade aus.
Aber was ist das? Verkehrsschilder, die man für gewöhnlich von der Landstrasse kennt und auf Autobahnen nur bei schlechter Fahrbahn und an gefährlichen Stellen aufstellt. Mitten auf dieser schönen neuen Autobahn wechseln sich Geschwindigkeitsbegrenzungen von 100 und 80 km/h ab, dass es einem schwindlig wird. Alle paar hundert Meter eins von diesen bösen Verkehrsschildern.
Standen die bisher irgendwo nutzlos in `ner Lagerhalle rum? Mußten die da weg? Sollte das Budget für Verkehrsschilder noch schnell ausgeschöpft werden? Na gut, vielleicht ist das mit der neuen Strasse wie bei einem neuen Auto. Man soll´s ja langsam einfahren. Das böse erwachen kam aber am nächsten Tag, als ich die Strecke bei Tageslicht und in der Gegenrichtung passierte. Es war deutlich zu erkennen. Die Dinger sind richtig in der Erde eingebuddelt. Nichts mit dahingestellt, Strasse einfahren und in ein paar Tagen oder Wochen kommen die Schilder wieder weg. Die sehn aus als bleiben die für immer!!!
Es sollen hier doch nicht etwa Einnahmen aus Geschwindigkeitskontrollen kompensiert werden, die auf der B 80 mangels Kundschaft ausbleiben? Sollen die zu erwartenden Gelder vielleicht für die Sanierung der nagelneuen Fahrbahn auf der A38 bei Bleicherode Verwendung finden? Oder werden die Bußgelder für die Finanzierung der gerichtlichen Auseinandersetzung wegen des fehlerhaften Vergabeverfahrens für das Teilstück der A 38 zwischen Eisleben und Halle gebraucht?
Auffällig ist, dass die Begrenzung auf Thüringer Seite aufgehoben ist. Jetzt weiß ich allerdings, warum Sachsen Anhalt, wie´s in großen Lettern auf dem Willkommensschild an der Landesgrenze zu lesen ist, das Land der Frühaufsteher ist. Wer langsam fahren muß, muß halt auch früher aufstehen.
Aber bitte, was können wir Thüringer dafür, dass die Anhaltiner an Schlaflosigkeit leiden und mit der vielen Zeit nichts anderes anzufangen wissen als langsam über die Autobahn zu cruisen? Soll man doch den Zusatz unter die Begrenzung hängen nur für Frühaufsteher oder so. Mich würde mal brennend interessieren, wie die Geschwindigkeitsbegrenzung begründet ist. Die Strecke hat zwar einige größere Brücken, diese haben aber alle ein Geländer, runterfallen scheidet also aus. Mit Wildwechsel ist ja auf den Brücken wohl auch nicht zu rechnen. Liebes Verkehrsamt. Wie soll´n die Viecher da hoch kommen?
Die Geschichte mit den fliegenden Rentieren ist doch nur eine Legende. Selbst, wenn es sie wirklich gibt. Nach Weihnachten ist doch die Gefahr vorbei. Die Hühner dürfen ja auch wieder aus dem Stall, jetzt wo die Zugvögel durch sind. Spaß bei Seite.
Ich will hier nicht rumnörgeln. Ich bin auch froh darüber, diverse Ortsdurchfahrten und Bahnübergänge nicht mehr passieren zu müssen. Das Fahren auf der Autobahn ist mit oder ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, ob man nun gern 200 fährt oder der Meinung ist, mit 140 km/h ist man immer noch schnell genug. Die neue Autobahn ist klasse und spart Zeit, nein, bringt einiges an Zeit, die man sinnvoller nutzen kann, als auf der B80 ständig darauf erpicht zu sein, die nächste Möglichkeit zum Überholen des vorausfahrenden LKW nicht zu verpassen, weil man wieder mal 10 Minuten an der letzten Schranke verplempert hat und nun unter Zeitdruck steht.
Vielleicht gibt’s von offizieller Seite dazu ne Wortmeldung, warum das neu unter Verkehr genommene Teilstück der A38 mit ständig wechselnden Geschwindigkeitsbeschränkungen gespickt ist.
Steffen Schneider, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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