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Mo, 19:18 Uhr
21.03.2022
4. Sinfoniekonzert

Musik ist international

Trübe Gedanken über die momentanen kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa machen auch vor den Türen eines Theaters nicht halt. Ist es richtig, ein Sinfoniekonzert mit schönen Melodien anzubieten, wenn nicht sehr weit entfernt von uns Bomben fallen, Menschen sterben?, fragt Christel Laude...

Schon immer haben sich Künstler für ein friedliches Nebeneinander der Menschen in Chören und Orchestern eingesetzt, haben mit Worten und Musik Waffen zum Schweigen gebracht.

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Mit bewegenden Worten benannte Michael Helmrath, Dirigent des 4. Sinfoniekonzertes, nach dem Konzert die Sinnlosigkeit des Krieges und rief dazu auf, gerade jetzt die Werke berühmter Dichter und Komponisten darzubieten, egal welcher Nation sie sind. Werke von Tschaikowski oder Puschkin jetzt aus den Spielplänen zu streichen, ist der falsche Weg.

Der Redner erhielt lang anhaltenden Beifall für seine Worte als Zeichen der Übereinstimmung mit den Gedanken und Wünschen der Anwesenden.
So setzte auch das Loh- Orchester mit seinem 4. Sinfoniekonzert ein Zeichen, es wurden keine Programmänderungen vorgenommen, unter dem Motto “Leidenschaften“ erklangen in leidenschaftlicher Spielweise Werke von Richard Strauss, Max Bruch und Antonin Dvorak. Unter der bewährten Leitung von Michael Helmrath, mit viel Beifall begrüßt, musizierte das Orchester in sehr großer Besetzung.

4. Sinfoniekonzert (Foto: Christel Laude) 4. Sinfoniekonzert (Foto: Christel Laude)


Zu Beginn war die Tondichtung „Don Juan“ von Richard Strauss zu hören, Helmrath dirigierte auswendig.
Stürmisch und voller Schwung ist der Beginn des Werkes, am Ende vergeht alles, die Musik klingt leise aus. Sie spannt sich wie ein Bogen über die Figur des Don Juan.

Der Komponist war zwar durch mehrere literarische Vorlagen vom Stoff inspiriert, es erfolgte jedoch keine genaue Zuordnung des Inhaltes zur Musik. Verschiedene Themen und Motive verdeutlichen den Inhalt in interessanter Instrumentierung, wobei einzelne Instrumente, wie Sologeige und Oboe, solistisch heraustreten.

Max Bruch holte sich für sein Violinkonzert Rat und Unterstützung bei dem seinerzeit berühmten Geiger Johannes Joachim, nahm dessen Ratschläge an und arbeitete auch teilweise um. Seine heutige Gestalt erhielt das Konzert interessanter Weise in Sondershausen, wo Bruch einige Zeit als fürstlicher Hofkapellmeister arbeitete. Zur Uraufführung kam das Werk in Bremen. Es gehört wegen seiner wundervollen Musik, besonders beliebt ist der 2. Satz, bis heute zu den meistgespielten Violinkonzerten der Musikliteratur. Für die Aufführung in Nordhausen konnte die aus Rumänien stammende Geigerin Ioana Cristina Goicea gewonnen werden. Ihr Spiel überzeugte vom ersten Ton an (sie spielt ein italienisches Instrument von 1761 aus Parma): voller Klang in der Tiefe, zarte Töne in der Höhe, kräftig und energisch, aber auch enorm gefühlvoll und leise. Besonders im 3. Satz bewies sie eine atemberaubende Virtuosität und Fingerfertigkeit. Das Zusammenspiel mit dem Orchester war perfekt. Viel Beifall erhielt sie für ihre Darbietung, das Publikum hätte sich eine Zugabe gewünscht.

Voller Leidenschaft schildert Antonin Dvorak die Natur, insbesondere seiner böhmischen Heimat. Man meint Vogelzwitschern zu hören, das sich, von unterschiedlichen Instrumenten gespielt, durch mehrere Sätze zieht, verdienter Beifall für die Querflöte. Der 3. Satz ist als Walzer geschrieben, erinnert in seiner elegischen Ausdrucksweise an die großen Walzer von Peter Tschaikowski. Das große Finale strahlte voller Freude und Lebensenergie, vom Orchester überzeugend interpretiert. Michael Helmrath dirigierte auch hier auswendig.

Nach den oben geschilderten Gedanken des Dirigenten endete das Konzert mit dem emotionalen Slawischen Tanz Nr. 2 von Antonin Dvorak als Zugabe.
Christel Laude
Autor: red

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Kommentare
Warren
22.03.2022, 10:59 Uhr
Mit bewegenden Worten
benannte Michael Helmrath, Dirigent des 4. Sinfoniekonzertes, nach dem Konzert die Sinnlosigkeit des Krieges und rief dazu auf, gerade jetzt die Werke berühmter Dichter und Komponisten darzubieten, egal welcher Nation sie sind. Werke von Tschaikowski oder Puschkin jetzt aus den Spielplänen zu streichen, ist der falsche Weg.

Das muss doch den Regierenden im Ländle erst vermittelt werden, der Versuch der schon Mal bekannten Sippenhaft bleibt offenbar sehr verführerisch
geloescht.20250302
22.03.2022, 20:03 Uhr
Jeder rennt zum "Grünen Hügel"...
...zum Antisemiten Wagner und lässt sich mit Wollust auf dem Roten Teppich ablichten.

Aber Russische Künstler, die uns kulturelle Genüsse bereiten, werden gemobbt, weil ihr Präsident Putin heisst und sie sich nicht von der "Guten Seite" drängen lassen wollen, sich von ihm zu distanzieren?

Und so wie Wagner nicht Hitler voraussehen konnte haben auch die russischen Komponisten nicht Putin erwartet.

Das schreibt jemand, der bewusst seinen Nicknamen trotz erwartbarer Anfeindungen gewählt hat und zwischen einem bösen Menschen und musikalischem Genie zu unterscheiden gewillt ist.

Danke Herr Helmrath! Lassen Sie sich bitte auch zukünftig nicht Tschaikowski oder Schostakowitsch verbieten!
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