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Fr, 19:00 Uhr
18.03.2022
Landkreis informiert zu Corona und Flüchtlingssituation

Die Themen sind ernst (II)

Im Landkreis hat man im Moment mit zwei Großlagen zu kämpfen - die hohen Corona-Inzidenzen und deren Folgen, sowie der steigende Flüchtlingszustrom. Die Sachlage zu beiden Themen wurde heute im Landratsamt besprochen. In der Flüchtlings-Situation bleibt vieles in Bewegung, der Kreis sucht weiter nach Wohnraum, vor allem im ländlichen Raum…

Foto aus einer polnischen Turnhalle, wo ukrainische Flüchtlinge  erstuntergebracht werdene (Foto: T.Kirschner) Foto aus einer polnischen Turnhalle, wo ukrainische Flüchtlinge erstuntergebracht werdene (Foto: T.Kirschner)


Der Krieg in der Ukraine bewegt weiter die Gemüter und bestimmt das Nachrichtengeschehen. Auch am Rande des Südharzes spürt man die Auswirkungen mit zunehmender Deutlichkeit. Aktuell haben sich 318 Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet bei den Behörden vor Ort gemeldet, die Hälfte davon sind Frauen außerdem 20 jüngere Kinder und 91 schulpflichtige Jungen und Mädchen. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da sich Ukrainer ohne Visum bis zu 90 Tage in der EU aufhalten dürfen und sich nicht zwingend melden müssen, wenn sie bei Freunden oder Verwandten unterkommen.

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Die tatsächliche Zahl der Geflüchteten könnte um 400 herum liegen, schätzt man im Landratsamt. Ob und wie lange diese Menschen bleiben wollen und müssen, kann niemand genau sagen. Viele hegten die Hoffnung, dass es bald Frieden oder zumindest einen Waffenstillstand geben könne und eine baldige Rückkehr möglich ist, meint Landrat Matthias Jendricke am Vormittag.

Die Hoffnung in Verbindung mit der Freizügigkeit, die außerhalb des Asylverfahrens möglich ist, erkläre zum Teil auch die bisher schleppenden Zuweisungen von Flüchtlingen an die Länder. „Man hat aktuell nicht die rechtliche Handhabe zu sagen: „du gehst jetzt da hin“. Das war 2015 anders“, führte der Landrat aus. Praktisch sieht die Folge dann so aus, wie sie sich jüngst in Cottbus dargestellt habe.

Hier hatte die Deutsche Bahn einen Zug organisiert der Flüchtlinge aus Polen nach Deutschland brachte. Acht Busse wurden auch vom Freistaat Thüringen gen Osten geschickt, um die Neuankömmlinge einzusammeln und zu verteilen, auch für Nordhausen wäre ein Bus dabei gewesen. „Am Ende kamen für Thüringen aber nur zwei volle Busse zusammen, der Großteil der Geflüchteten wollte lieber nach Berlin weiter reisen. So sieht die Realität aus und das ist auch verständlich, weil Berlin das einzige ist, was viele Leute kennen und mit Deutschland verbinden.“, berichtet Jendricke.

Einen Überblick über die Lage in der Hauptstadt hatten sich die Nordhäuser Mitte der Woche verschaffen können. Die ist angespannt, die Zahl der Einwohner sei in den letzten Wochen um rund 60.000 Menschen gestiegen, schätzt der Landrat. Auf Dauer sei die Situation nicht haltbar, ein Scheitern vorprogrammiert. Da Zuweisungen von Bund und Ländern bisher ausblieben, hatte man zum Berlin-Besuch
Nägel mit Köpfen gemacht, und selber einen Bus gen Norden geschickt. Mit dabei Mitglieder des DRK und eine junge Studentin aus der Ukraine, die als Übersetzerin fungierte. Dieses Team dabei zu haben, habe sich als hilfreich erwiesen.

Wohnraum auf dem Land gesucht
Das es bald Zuweisungen wird geben müssen, scheint sicher. Mit bis zu 4.000 Flüchtlingen pro Woche rechnet man in Thüringen. Entsprechend der Prognose treibt man im Landratsamt die Vorbereitungen in der Region voran.

Die Turnhalle in der Straße der Genossenschaften wird als Notvariante für ankommende Busse eingerichtet. Zudem habe man die Unterbringung im Ferien- und Hotelbereich auf den Weg gebracht, die ohnehin zum Teil
bereits Realität ist. Die Rothleimmühle ist voll belegt, muss aber bis Ende nächster Woche geräumt werden, da dann die reguläre Saison für das Jugendgästehaus beginnt.

Das Ziel bleibe weiter die Unterbringung in Wohnungen, aber das gehe mit einigen Schwierigkeiten einher. Man sei dabei, den Leerstand der Vermieter der Region zu ertüchtigen, der Flaschenhals dabei sei nicht allein die Verfügbarkeit von Wohnraum, sondern die nötige Ausstattung. „Betten können wir anbieten, die konnten wir rechtzeitig besorgen. Aber ein Bett allein reicht nicht. Wenn sie eine leere Wohnung haben ist da noch keine Lampe an der Decke, keine Möbel und keine Küche da“, erklärte Jendricke.

Unter anderem deswegen hofft man, im ländlichen Raum außerhalb der Kreisstadt Menschen zu finden, die Kapazitäten haben und willens sind, Wohnraum zu vermieten. Es gebe in den Ortschaften viele Nebengebäude, die nicht aktiv genutzt würden, aber schon möbliert seien. Wichtig sei dabei vor allem Funktionalität, also zum Beispiel das Vorhandensein von WC und Küche. Als Entschädigung zahlt der Landkreis 150 Euro pro untergebrachter Person. Der Betrag gilt als Pauschale, Nebenkosten würden nicht gesondert abgerechnet. Wichtig sei vor allem der Wohnraum, um die weitere Versorgung der Flüchtlinge müssten sich Vermieter nicht kümmern, da die Geflüchteten im Asylverfahren Regelleistungen erhalten, die denen des Hartz-IV Satzes ähneln.

Ob angebotener Wohnraum zum Zwecke der Unterbringung auch nutzbar ist, wird ab sofort von der Service-Gesellschaft des Landratsamtes geprüft. Bisher hatte sich der Bereich Asyl im Landratsamt um die Akquise gekümmert, man sei aber an einen Punkt gekommen, an dem die knappen Ressourcen anderweitig eingesetzt werden müssten, erklärte der Landrat. Interessenten und Vermietungswillige können sich via E-Mail an wohnungen@sgndh.de bei der zuständigen Stelle melden.

Wenn es länger dauert
Die Konzentration auf den ländlichen Raum hat eine zweite Dimension: sollte der Krieg länger dauern, steht auch für geflüchtete Kinder die Schulpflicht an. Von den 91 Jungen und Mädchen, die sich derzeit im Landkreis befinden, sind 49 in der Kreisstadt untergekommen und hier fehlen den Schulen schlicht die Kapazitäten diese Kinder aufzunehmen. „Wir haben zum Beispiel ukrainische Lehrerinnen hier, die zunächst in der Landessprache unterrichten könnte, aber in Nordhausen wird es schon schwer ihr überhaupt einen Klassenraum zur Verfügung zu stellen. In den ländlichen Bereichen haben wir hingegen noch Kapazitäten,“ sagt Landrat Jendricke. Ziel müsse eine ausgewogene Verteilung sein.

Größere Investitionen, wie sie 2015 getätigt werden konnten, plane man nicht, da die Unklarheiten noch zu groß seien. „Im Moment gibt es noch die Hoffnung, das sich das Problem in den nächsten Monaten löst“, sagt Jendricke. Dennoch müsse man auch über diese Schritte bei Zeiten nachdenken.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Echter-Nordhaeuser
18.03.2022, 20:58 Uhr
"Hohen Corona-Inzidenzen"
Wie ist das eigentliche mit Flüchtlingen müssen diese Leute auch ein Impfnachweis oder Test vorweisen wenn sie in Deutschland ankommen bzw. im jeweiligen Bundesland. Werden die Flüchtenden auch geimpft?

Anmerkung techn. Support:
Nach meinem Kenntnisstand haben Flüchtlinge schon Impfangebote bekommen.
Jäger53
19.03.2022, 08:31 Uhr
Flüchtlinge
Jetzt sucht man händeringend Unterkünfte für Flüchtlinge auf dem Lande. In der Stadt will man sie ja nicht haben, auf den Dörfern aber auch nicht. In Nordhausen gibt es immer noch freie Wohnblöcke. Einer steht auf der Darre in der Näher der Schrottabgabe. Dann sind die geliebten Flüchtlinge aus dem Blickfeld.
Sinz2000
19.03.2022, 09:19 Uhr
Den Block gibt ws nicht mehr
Der alte Wohnblock / Rohbau wurde schon vor Wochen abgerissen. Man könnte aber viel radikaler vorgehen, zum Beispiel Ferienhäuser und Wochenensgrundstücke erfassen und dort Flüchtlinge unterbringen. Allein am Kiesschacht stehen etliche Zweitwohnsitze. RRG macht alles möglich. Oder Gartenlauben, der Michel ist doch gern in seinem Garten, also Michel zieht in seine Laube und der Flüchtling in seine Wohnung / Haus. Da spart der Michel noch viel Geld und braucht nicht mehr über die hohen NEbenkosten jammern, er kann dann gleich noch ein wenig frisches Gemüse anbauen und den Flüchtlingen spenden. Das wären mal Maßnahmen. Eine Bedingeng hätte ich, bitte dabei das Kreuz der letzten Wahl beachten und jeder bekommt. was er gewählt hat.
Paulinchen
19.03.2022, 09:47 Uhr
Die hiesige Bevölkerung...
... hat so ihre eigenen Erfahrungen mit der Aufnahme von Flüchtlingen gemacht. Wer will schon, wie 2015, Bürgschaften übernehmen, für Menschen, welche tatsächlich den Wunsch haben, alsbald wieder in die Heimat zurück zu gehen? Am Ende hat man sich trotz humanitärer Hilfe, ordentlich verschuldet.
Es sei mir gestattet anzumerken, dass diese Flüchtlinge Menschen sind, welche keine Schachfiguren sind. Denn es gibt schon viele, welche sich schon wieder auf den Heimweg machen. Sie haben in Deutschland einige Nächte auf der Straße verbracht. Das Geld, was sie noch retten konnten, ist hier kein Zahlungsmittel und der deutschen Sprache sind sie nicht in jedem Fall mächtig. Das sind Menschen mit Nationalstolz und sie haben Ziele in ihrem Heimatland. Aber wir Deutschen sehen in ihnen schon die Billigloehner von Morgen. Von den jungen Frauen sind die Männer im Krieg für ihr Heimatland. Anders wie bei unseren Asyltouristen. Die sind gekommen um bleiben und die Hände aufzuhalten, während sie in ihrem Heimatland zum Wiederaufbau dringend gebraucht werden. In diesem Fall, sehe ich die Flüchtlinge aus der Ukraine mit anderen Augen. Für die ist die Darre nicht so angemessen, mit ihren kleinen Kindern. Hätte man das Schwesternwohnheim nicht abgerissen, war dass das Paradies. Aber was ist denn mit dem DRK Seniorenheim in Nord? Die oberen Etagen sollen leer sein? Das wären ja schon fast kleine Wohnungseinheiten, mit Kochgelegenheiten und einer großen Küche mit Speisesaal im Parterre. Da käme Leben in das Haus und Geld für das DRK in die Kasse. Die Straßenbahn hält vor der Haustür und die eventuell notwendige med. Versorgung ist in der Nachbarschaft. Außerdem sind die jungen Frauen vor Übergriffen von sexsuechtigen Männern etwas besser geschützt.
geloescht.20250302
19.03.2022, 10:03 Uhr
Kriegsrecht und Enteignungen!
So muss das laufen, bis der letzte Amis-Fangen-Keine-Kriege-An-Fan kapiert, dass Europa und speziell Deutschland genau das ist, was Komissar Schimanski (Als der "Tatort" noch nicht politisch korrekt daherkam) meinte, als er sagte:

Linke Arschbacke Russland, rechte Arschbacke USA. Und wir hocken dazwischen.
Kama99
19.03.2022, 10:43 Uhr
Wie ich ....
heute Morgen der gedruckten Presse entnehmen konnte, sind die erwarteten Busse mit Flüchtlingen noch nicht in Thüringen angekommen. Hat sich wahrscheinlich auch bei denen herum gesprochen, das Thüringen nichts für Flüchtlinge ist. Und Nordhausen scheinen die erst recht nicht zu kennen, wird ja selbst im Radio oder Fernsehen nicht mehr erwähnt.
Gehard Gösebrecht
19.03.2022, 11:47 Uhr
@Paulinchen
Die Großküche im DRK Heim Nord versorgt u.a. auch das DRK Heim Marienweg.
Das Heim in Nord sollte eigentlich modernisiert werden um weitere Pflegefälle unterbringen zu können, da der Marienweg bereits wohl ausgelastet ist.
Also Flüchtlinge in die so schon knappen Pflegeheimplätze unterzubringen, halte ich für nicht durchdacht, denn es gibt neben dem Krieg in der Ukraine und der daraus folgenden Flüchtlingswelle, auch noch innerdeutsche Probleme, welche zu lösen sind.
Müller
19.03.2022, 16:16 Uhr
Schämen sie sich nicht Herr Landrat bei 150 was nichtmal die Nebenkosten sind und Turnhallen?
Schämen sie sich nicht Herr Landrat bei 150 Euro je Person was nichtmal die Nebenkosten sind und die Menschen in Turnhallen zu stecken ?
Ein Hartz4 Empfänger bekommt bei uns in Nordhausen vom Jobcenter 63 Euro Heizkosten und 64,80 Euro für kalte Nebenkosten wie Wasser, Abwasser, Müll usw. und hat ca 50 Euro Strom aus seinen Lebenshaltungskosten die er auch vom Amt bekommt zu bezahlen. Das sind schon 177,80 Euro Nebenkosten und bei den steigenden Energiepreisen ist man locker über 200 Euro Nebenkosten. Ein Hartz4 Empfänger bekommt zu den Nebenkosten noch 226,35 Kaltmiete dazu das sind 354,15 Miete plus 50 Euro Strom aus Lebensunterhalt das sind 404,15 Euro Miete die ein Hartz4 Empfänger bekommt da sind doch 150 Euro die unter den tatsächlich auftretenden Nebenkosten sind lächerlich. Warum muss der Steuerzahler und Bürger die Unterbringung teilweise privat bezahlen und warum bezahlt nicht der Staat menschenwürdige Unterkünfte?
Warum mietet man nicht alle Hotels und Ferienwohnungen die länger frei sind? Oder geht es nach Parteibuch welchem Vermieter man was zukommen lässt und wem nicht?
Mann will hier nur sparen deshalb auch halbherzig Busse losgeschickt um zu sagen will ja keiner Wohnraum. Das ganze Internet ist voll von Hilferufen von Ukraischen Frauen und Kindern die auf der Straße sitzen in Deutschland. Gibt es kein Telefon mehr wo sie in anderen Städten die Turnhallen anrufen können und Wohnungen anbieten können? Da dürfen sie aber nicht sagen das sie für den Notfall auch ne Turnhalle haben weil sie nicht alle Möglichkeiten nutzen. Ist ihnen ein Mensch nicht mehr als 150 Euro wert???????
Gehard Gösebrecht
19.03.2022, 22:38 Uhr
@Müller
Seit wann bekommt ein ALG 2 Empfänger den Strom vom Amt bezahlt?
Nun man könnte auch behaupten dass in den sogenannten Transferleistungen die Kosten für den Ferrari schon drin sind, was in bestimmten Fällen sich sogar als wahr erwiesen hat.(Clan Familien welche die Sozialleistungen in die Finanzierung der eigenen Villa gesteckt haben)
Aber das sind die Ausnahmen.
Fest steht wohl eher, dass Deutschland wieder einmal mehr zum Sozialamt der Welt missbraucht wird.
Die Frage ist dabei nur, wie lange der Gutmenschengedanke noch finanzier- und für den Steuerzahler noch erklärbar ist?
Müller
20.03.2022, 11:24 Uhr
Was ist mit unseren eigenen Obdachlosen wo ist deren Turnhalle?
Der Lebensunterhalt den ein Leistungsempfänger bekommt wurde ja nach Bedarf mal festgelegt und natürlich wurde da der Strom mit reingerechnet und kein Ferrari reingerechnet. Wenn man jetzt überlegt das Strom teurer geworden ist dann muss doch der Lebensunterhalt erhöht werden beim Amt.
Noch eine Überlegung warum hat der Landrat noch nie dazu aufgerufen einen einheimischen Obdachlosen aufzunehmen und sich an Kosten beteiligt ?
_____________________________________________________________
Anm. d. Red.: Die Antwort auf Ihre Frage finden Sie hier .. .https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=306859
Gehard Gösebrecht
20.03.2022, 13:29 Uhr
Wenn man mal die Artikel richtig lesen würde
Dann würde man auch mitbekommen, dass die Stadt/Landkreis den Obdachlosen ein Wohnungsangebot gemacht hat, welches wohl aber von diesen Personkreis abgelehnt wurde.
Damit ist doch wohl dieser Vorgang genügend abgearbeitet worden und u.U kein Wahlkampfthema mehr.
Wer sich nicht helfen lassen will, der bekommt diese nicht aufgezwungen.
Und noch einmal Herr Müller.
Der Strom ist in der ALG 2 Berechnung nicht eingepflegt.
Deswegen können auch keine Stromrückzahlungen/Gutschrifen nicht auf den Regelsatz angerechnet werden.
Wenn das eine oder andere Jobcenter dies doch praktiziert, dann rate ich den Betroffenen den Weg über das Sozialgericht zu gehen.
Gehard Gösebrecht
20.03.2022, 13:29 Uhr
Wenn man mal die Artikel richtig lesen würde
Dann würde man auch mitbekommen, dass die Stadt/Landkreis den Obdachlosen ein Wohnungsangebot gemacht hat, welches wohl aber von diesen Personkreis abgelehnt wurde.
Damit ist doch wohl dieser Vorgang genügend abgearbeitet worden und u.U kein Wahlkampfthema mehr.
Wer sich nicht helfen lassen will, der bekommt diese nicht aufgezwungen.
Und noch einmal Herr Müller.
Der Strom ist in der ALG 2 Berechnung nicht eingepflegt.
Deswegen können auch keine Stromrückzahlungen/Gutschrifen auf den Regelsatz angerechnet werden.
Wenn das eine oder andere Jobcenter dies doch praktiziert, dann rate ich den Betroffenen den Weg über das Sozialgericht zu gehen.
Ra1n3R
20.03.2022, 20:31 Uhr
Herr Müller
@Support - bitte nicht als Chat deklarieren, die Antwort dient nur der Klarstellung

---
Lieber Herr Müller,
Ihre Angaben dazu sind falsch.

Der Regelsatz für einen Single beträgt in 2022 449,00 Euro (446 Euro bis Ende 2021). Von diesen 449,00 Euro sind vom Gesetzgeber 8,48 % für den Posten „Energie und Wohninstandhaltung“ – also monatlich 38,07 € für Strom – vorgesehen.
Das bedeutet, dass von den monatlich 38,07 € der Strom bezahlt werden muss, aber eben auch zusätzlich davon noch Rücklagen für die "Wohninstandhaltung" gebildet werden soll.

Verbraucht der Hilfebedürftige mehr als die Pauschale von 8,48 % für Strom, muss er diese Differenz ebenfalls vom Hartz 4 Regelsatz bezahlen. Dies führt zu einer sehr schwierigen Situation für Hilfebedürftige, denn der Regelsatz ist ohnehin schon gering bemessen und die Stromkosten steigen unerbittlich – im Dezember 2021 hat die Kilowattstunde 33,9 Cent gekostet.

Wenn nun auch noch mehr Stromkosten bezahlt werden müssen, bleibt dem Hilfebedürftigen weniger Geld zum Leben, da er diesen Betrag anderweitig einsparen muss, beispielsweise bei Lebensmitteln.

Da die Preise (nicht nur bei Lebensmitteln, sondern in fast allen Bereichen) seit Beginn der Pandemie und nun der aktuellen Krise nur noch einen Weg kennen, nach Oben, wissen sehr viele ALG I und ALG II Empfänger, MiniJobber, usw sich kaum noch zu helfen. Es kommt vermehrt zu Mietrückständen, oder eben auch Rückständen bei Energieversorgern, weil das Geld (Gerade wenn Kinder zu versorgen sind) nicht mehr ausreicht.
Was das am Ende für eine Spirale auslöst (z. Bsp. die immer höher werdende Zahl steigender Stromsperren), das wird seit langem ignoriert.

Ihre Aussage oben ist falsch. Die, die auf diese Art von Hilfe angewiesen sind (warum auch immer), machen sich nicht alle "einen Fetten" und genießen das Leben. Viele haben in letzter Zeit ihre Arbeit verloren, weil Gastronomen, Handwerksbetriebe etc pp aufgeben mussten. Schert Man die auch alle über einen Kamm der "Faulen"? :-/
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