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Mo, 22:25 Uhr
07.02.2022
3. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters

"Nordlichter" in Nordhausen

Im 3. Sinfoniekonzert stellte das Loh-Orchester einmal mehr sein spielerisches und gestalterisches Können unter Beweis. Unter dem Motto „Nordlichter“ brachte es in großer Besetzung anspruchsvolle Werke von Michail Glinka, Peter Tschaikowsky und Jean Sibelius zu Gehör. Christel Laude hörte zu...

"Nordlichter" in Nordhausen (Foto: Ch. Laude) "Nordlichter" in Nordhausen (Foto: Ch. Laude)
Die Leitung lag in den Händen von Pavel Baleff, in diesem Konzert „nur“ Gastdirigent, ab der neuen Spielzeit wird er GMD im Theater Nordhausen sein. Bereits an diesem Abend war zu spüren, dass Dirigent und Orchester hervorragend harmonieren, die Chemie zwischen ihnen stimmt.

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Ausgefeilt und interessant interpretierten die Musikerinnen und Musiker die Werke und erntete dafür am Ende lang anhaltenden Beifall.

Zu Beginn erklang die Ouvertüre zur Oper „Ruslan und Ljudmila“ von Michail Glinka“, dem bekanntesten Werk des russischen Komponisten. Auch wenn in der Oper so mancher Konflikt zu lösen ist, überwiegt in der Musik doch eine „ansteckende Fröhlichkeit“, die sich durch das Orchester auf das Publikum übertrug.

Differenziert in der Gestaltung, temperamentvoll und forsch das Hauptthema, weich und gefühlvoll die Streicher im anschließenden Thema, war die Ouvertüre ein gelungener Anfang des Konzertes. Über das 1. Klavierkonzert von Peter Tschaikowsky ist zu lesen, dass das Werk zunächst auf Grund eines Urteils des seinerzeit bekanntesten Pianisten und Freund des Komponisten Nikolai Rubinstein durchgefallen ist, es tauge gar nichts und sei unspielbar. Dieses Urteil ist aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar, wurde ja auch später revidiert. Inzwischen zählt es zu einem der meistgespielten Klavierkonzerte überhaupt.

Das Loh-Orchester und der Solist des Abends, Bernd Glemser, bewiesen, dass das Werk sehr wohl spielbar ist. Schon die einleitenden Takte überzeugten das Publikum. Das majestätische Thema, von den Streichern gefühlvoll vorgetragen, wurde von wuchtigen Akkorden des Klaviers begleitet.

Im weiteren Verlauf des Satzes traten Orchester und Pianist als gleichberechtigte Partner auf, mal stimmführend, mal integriert in das klangliche Geschehen, musizierten sie im Dialog.

In mehreren Solostellen bewies der Pianist seine atemberaubende Fingerfertigkeit und Virtuosität, war zugleich aber auch einfühlsamer Begleiter, wie besonders im 2. Satz. Pavel Baleff fungierte mit seinem exakten Dirigat stets als Vermittler zwischen beiden.

Im 3. Satz strebten Orchester und Solist zum Höhepunkt und gestalteten dann schließlich gemeinsam ein grandioses Finale. Für Orchester und Solist gab es lang anhaltenden Beifall, Bernd Glemser spielte ein wundervolles Stück von Rachmaninow als Zugabe.

Jean Sibelius gilt als finnischer Nationalkomponist. Er ist vor allem durch sein Werk „Finlandia“ bekannt geworden. Den internationalen Durchbruch schaffte er aber bereits mit seiner 1. Sinfonie. Dieses Werk kam am Ende des Konzertes in Nordhausen zur Aufführung. Noch einmal stand das Orchester allein im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens,
konnte seine facettenreiche Interpretation eines großen sinfonischen Werkes beweisen.

Aber auch Orchestersoli überzeugten. Eine langsame Melodie, von Pauke und Klarinette vorgetragen, überspannte das gesamte Werk, bis es am Ende leise verklang.
Christel Laude
Autor: psg

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