So, 17:47 Uhr
30.01.2022
Kleine Filmpremiere in Bleicherode
Welcome to Nordywood
Nicht Holly- und nicht Bollywood sondern Nordywood! Vor kurzem hatten wir den Filmemacher Erik Grun und sein neuestes Projekt vorgestellt. Der heimgekehrte Nordhäuser hat inzwischen seinen fünften Film vor Ort abgedreht und den durfte das Amateur-Ensemble heute zum ersten mal auf der großen Leinwand sehen…
In Eriks Grun neuestem Film gab es für jeden Interessierten eine Rolle, ob groß oder klein. Das Ergebnis durften sich die Schauspielerinnen und Schauspieler heute als erste ansehen (Foto: agl)
Über 200 Filme hat Erik Grun in seiner Laufbahn als Hobby-Filmemacher schon gedreht, die letzten fünf davon im heimischen Nordhausen. Sein jüngstes Werk, Jonas und sein Weichei-Dad, wurde heute im kleinen Kreis zum ersten mal den Schauspielerinnen und Schauspielern vorgestellt.
Auch die sind allesamt Amateure und das merkt man dem Film freilich an. Ebenso deutlich ist, dass Grun die einstündige Krimikomödie mit einem Budget von knapp 1.000 Euro an nur drei Tagen gedreht hat. Das Ergebnis ist Trash im besten Sinne - ein simpler Streifen, der nicht mehr sein möchte als er sein kann, sich dessen bewusst ist und damit umzugehen weiß.
Wenn man das akzeptieren kann, dann hat man Spaß. Geschichte, Dialog, Schnitt und Ton sind holprig und wessen cineastischer Gaumen nur Arthouse und Autorenkino verträgt, der ist hier sicher falsch. Aber der Film trägt sein Herz am rechten Fleck. Das Spiel der Laien variiert von hölzern bis brillant aber man merkt, das hier alle ihren Spaß hatten. Story und Schnitt sind solide genug, um dem Geschehen folgen zu können aber auch ausreichend abstrus, sodass nicht wirklich vorauszusehen ist, was in der nächsten Szene passieren könnte. Und der Humor ist weit weg davon politisch korrekt zu sein, ist geradehin von Stereotypen durchzogen, aber er sitzt, mitunter punktgenau, und sorgt für einen steten Strom an Lachern aus dem Publikum.
Der Film will unterhalten, mehr nicht und schafft das Abseits des Erwartbaren. Insbesondere die Hauptdarsteller erweisen sich als solide Schauspieler und können sogar dem Veteranen Grun, der selber einen Ganoven gibt, die Schau stehlen. Jan Graichen als neurotischer Familienvater gibt seiner Figur viele kleine, stille Nuancen, die einen schmunzeln machen, Sohn Jonas spielt mit seinen 14 Jahren souverän vor der Kamera als würde er das schon seit Jahren machen und für den Kleinkriminellen Giovanni greift man zwar ganz tief in die Kiste der Mafia-Klischees, tut das aber mit soviel Inbrunst, dass es eine Freude ist.
Die heutige Vorstellung war nur für den Cast des Films, die erste öffentliche Premiere ist für den kommenden Sonntag, um 14 Uhr im Bleicheröder Kino vorgesehen. Der Eintritt kostet dann fünf Euro, eine weitere Vorstellung ist für den 13. Februar angesetzt.
Bis zur Jahresmitte plant Grun übrigens weitere Projekte, drei Filme könnten es bis zum Sommer werden. Für den nächsten Streifen im April sucht der fleißige Filmemacher noch vier Frauen und vier Männer, die sich in einemSpeedating Film für Frustrierte vor die Kamera trauen.
Angelo Glashagel
Autor: red
In Eriks Grun neuestem Film gab es für jeden Interessierten eine Rolle, ob groß oder klein. Das Ergebnis durften sich die Schauspielerinnen und Schauspieler heute als erste ansehen (Foto: agl)
Über 200 Filme hat Erik Grun in seiner Laufbahn als Hobby-Filmemacher schon gedreht, die letzten fünf davon im heimischen Nordhausen. Sein jüngstes Werk, Jonas und sein Weichei-Dad, wurde heute im kleinen Kreis zum ersten mal den Schauspielerinnen und Schauspielern vorgestellt.
Auch die sind allesamt Amateure und das merkt man dem Film freilich an. Ebenso deutlich ist, dass Grun die einstündige Krimikomödie mit einem Budget von knapp 1.000 Euro an nur drei Tagen gedreht hat. Das Ergebnis ist Trash im besten Sinne - ein simpler Streifen, der nicht mehr sein möchte als er sein kann, sich dessen bewusst ist und damit umzugehen weiß.
Wenn man das akzeptieren kann, dann hat man Spaß. Geschichte, Dialog, Schnitt und Ton sind holprig und wessen cineastischer Gaumen nur Arthouse und Autorenkino verträgt, der ist hier sicher falsch. Aber der Film trägt sein Herz am rechten Fleck. Das Spiel der Laien variiert von hölzern bis brillant aber man merkt, das hier alle ihren Spaß hatten. Story und Schnitt sind solide genug, um dem Geschehen folgen zu können aber auch ausreichend abstrus, sodass nicht wirklich vorauszusehen ist, was in der nächsten Szene passieren könnte. Und der Humor ist weit weg davon politisch korrekt zu sein, ist geradehin von Stereotypen durchzogen, aber er sitzt, mitunter punktgenau, und sorgt für einen steten Strom an Lachern aus dem Publikum.
Der Film will unterhalten, mehr nicht und schafft das Abseits des Erwartbaren. Insbesondere die Hauptdarsteller erweisen sich als solide Schauspieler und können sogar dem Veteranen Grun, der selber einen Ganoven gibt, die Schau stehlen. Jan Graichen als neurotischer Familienvater gibt seiner Figur viele kleine, stille Nuancen, die einen schmunzeln machen, Sohn Jonas spielt mit seinen 14 Jahren souverän vor der Kamera als würde er das schon seit Jahren machen und für den Kleinkriminellen Giovanni greift man zwar ganz tief in die Kiste der Mafia-Klischees, tut das aber mit soviel Inbrunst, dass es eine Freude ist.
Die heutige Vorstellung war nur für den Cast des Films, die erste öffentliche Premiere ist für den kommenden Sonntag, um 14 Uhr im Bleicheröder Kino vorgesehen. Der Eintritt kostet dann fünf Euro, eine weitere Vorstellung ist für den 13. Februar angesetzt.
Bis zur Jahresmitte plant Grun übrigens weitere Projekte, drei Filme könnten es bis zum Sommer werden. Für den nächsten Streifen im April sucht der fleißige Filmemacher noch vier Frauen und vier Männer, die sich in einemSpeedating Film für Frustrierte vor die Kamera trauen.
Angelo Glashagel


