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Fr, 10:28 Uhr
28.01.2022
Urwaldpfad Rüdigsdorf

Blinder Vandalismus oder gezielte Störung?

Im Mai 2021 wurde bei Rüdigsdorf ein neu ausgewiesener Rundwanderweg eingegweiht, der „Urwaldpfad“ durch die Rüdigsdorfer Schweiz, ein. Die Beschilderung verschwindet seitdem immer wieder und ohne Vorsatz ist das eigentlich nicht mehr zu erklären...

In einem „Urwald“ soll sich im Laufe der Jahre das Waldgebiet wieder ohne eine forstwirtschaftliche Nutzung entwickeln können. Damit möglichst viele Menschen von dieser einzigartigen Natur profitieren können, hat der WWF das Projekt „Thüringer Urwaldpfade“ ins Leben gerufen.

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Einer dieser Pfade führt auf einer wunderschönen, interessanten und sehr abwechslungsreichen Route durch den „Grünen Karst“ in der Rüdigsdorfer Schweiz. Zur Orientierung für Wandernde wurde die Wegstrecke mit einem gut sichtbaren Wegeleitsystem markiert. Die Schilder wurden auf Empfehlung des WWF und des Thüringer Wanderverbandes mit einem umweltverträglichen und haltbaren Spezialklebstoff an Bäume und Pfosten befestigt.

In einigen Abschnitten des Weges werden die Wegweiser aber immer wieder entfernt. Da dies nur mit einem erheblichen Kraftaufwand oder unter Zuhilfenahme von Werkzeugen möglich ist, muss von Vorsatz und Mutwilligkeit ausgegangen werden. Wer auch immer auf diese Weise verhindert, dass naturinteressierte Menschen die Rüdigsdorfer Schweiz auf diesem ausgewiesenen Rundweg durchwandern können, begeht eine Straftat.

An den kahlen Stellen waren einmal Wegweiser angebracht (Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser) An den kahlen Stellen waren einmal Wegweiser angebracht (Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser)


Vandalismus im Bereich von Besucherleit- und Informationssystemen in der Natur ist leider in unserer Region und darüber hinaus kein seltenes Erscheinungsbild. Über die Hintergründe lässt sich nur spekulieren. Entscheidungen über Maßnahmen zur Tourismusförderung in der Natur werden stets in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden und unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen gefällt. Laut Thüringer Waldgesetz zählt zu den Aufgaben des Waldes, „der Erholung für die Bevölkerung gerecht zu werden“. Genau darum geht es den Organisatoren, denn nur ein Kennenlernen der heimischen Natur, ihres sensiblen Gleichgewichts und ihrer „Bedürfnisse“ kann Menschen dazu aktivieren, sich für den Schutz der Natur zur deren langfristigen Erhalt einzusetzen. In der Südharzer Gipskarstregion mit ihrem bedeutsamen Artenreichtum und ihrer besonderen geologischen Ausstattung steht die Förderung eines naturnahen Tourismus im Einklang mit dem Naturschutz.

Mutwillige Zerstörung ist auf den Wanderwegen der Region leider keine Seltenheit (Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser) Mutwillige Zerstörung ist auf den Wanderwegen der Region leider keine Seltenheit (Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser)


Dafür steht der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser mit all seinen Projektpartnern ein. Die Bewohnerinnen und Bewohner unsere Region sollten stolz darauf sein, eine der „Thüringer Urwaldperlen“ (WWF) im Landkreis Nordhausen beheimatet zu wissen. (https://thueringer-urwaldpfade.de/)
Menschen, die der Meinung sind, ihre Sicht auf die Dinge durch mutwillige Zerstörung kundtun zu müssen, vernichten damit neben öffentlichen Geldern auch Zeit, Energie und die Leidenschaft all derer, die an einem solchen Projekt mitgearbeitet haben sowie die Freude derjenigen, die es gerne nutzen möchten.

Die bessere Wahl wäre, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und sich selbst aktiv in den Prozess der Naturraumentwicklung einzubringen. Der Landschaftspflegeverband steht für Gespräche, Anfragen und Ideen sehr gern zur Verfügung.
Autor: red

Kommentare
Andi Macht
28.01.2022, 11.33 Uhr
Vorher Eigentum klären
Ich weiß nicht, wie es sich im besagtem Fall verhält. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es der Grundeigentümer ist.
Ich habe es selbst schon oft erlebt, dass auf meinem Grund und Boden Schilder und Bänke aufgestellt werden oder Bäume gepflanzt werden, ohne vorherige Absprache. Gerade die "Naturschützer" haben eine sehr lockere Einstellung zu Grundbucheinträgen.

Wie gesagt: Es würde mich nicht wundern wenn es so ist, da ich aus eigener Erfahrung sprechen kann. Unterstellen möchte ich allerdings auch keine falschen Tatsachen.
Gehard Gösebrecht
28.01.2022, 14.27 Uhr
Nicht nur Umweltschützer
Auch Diener des Staates ignorien Grundeigentum und deren Rechte für dessen Eigentümer.
Auch Mitglieder der Fraktionen mit Jobs auf Lebenszeit sind nicht bereit und auch oft nicht in der Lage, Beschilderungen welche Grundeigentum privater Natur markieren entsprechend zu deuten und auf diese zu reagieren.
Auf Ansprache habe ich oft die Worte: ,,Das interessiert mich nicht", entgegennehmen müssen.
Und an die Adresse dieser Truppe: Mich interessiert auch nicht mehr was Sie/Ihr wollt!
Halssteckenbleib
28.01.2022, 16.21 Uhr
Vandalismus...
Kann es vielleicht auch sein das jemand nichts zu heizen hatte?Den Ofen ist es wurscht ob das Wegweiser oder sonstwas sind.Holz ist Holz.Und bei den Preisen wird's bestimmt auch nicht besser.Aber Wegweiser kann man auch ohne großen Aufwand ersetzen..
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