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Mi, 16:00 Uhr
26.01.2022
Kreisvolkshochschule stellt neues Programm vor

Mit einem blauen Auge davongekommen

Die Corona-Pandemie hat die Kreisvolkshochschule schwer gebeutelt. Angeschlagen aber aufrecht will man den widrigen Bedingungen zum Trotz in das nächste Semester starten und hat neben Dauerbrennern auch wieder das eine oder andere „Spezialangebot“ im petto, vom Amateurfunk bis zum 3D-Druck…

An der Kreisvolkshochschule wird man im neuen Semester auch neue Technik ausprobieren können (Foto: agl) An der Kreisvolkshochschule wird man im neuen Semester auch neue Technik ausprobieren können (Foto: agl)


Die Kreisvolkshochschule (VHS) hat die Pandemie auch im letzten Jahr mit voller Breitseite erwischt. Von 710 ursprünglich geplanten Veranstaltungen konnten am Ende nur gute 300 durchgeführt werden. Zählte man im Jahresschnitt sonst rund 6.000 Teilnehmer, lag man in 2021 bei 2.750 Interessierten und die Bildungsarbeit lag in Summe zum Jahresabschluss bei 9.173 Unterrichtsstunden.

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Im Vergleich stehe man damit immer noch recht gut da, erklärte der Leiter der Nordhäuser VHS, Gerhard Tölle am Vormittag. „Wir sind wie in den Semestern zuvor auch mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Tölle. Unter anderem liege das an dem zügigen und breit angelegten Umstieg auf digitale Angebote. Die Anschaffung von vier großen „Smartboards“ habe sich da als echter Segen erwiesen und hätten den Weg vom physischen über das hybride bis hin zum digitalen Klassenzimmer leichter gemacht. „Wir hatten vor kurzem einen Fall in dem eine ganze Sprachklasse in Quarantäne musste. Wir konnten von gestern auf heute komplett auf digitalen Unterricht umstellen. Das wäre in dieser Dynamik vor zwei Jahren gar nicht vorstellbar gewesen.“

Am Vormittag wurde das neue Programm vorgestellt. v.l.: Gerhard Tölle, Kornelia Hökelmann, Mario Horche-Arbeiter, Sabine Wenzel (Foto: agl) Am Vormittag wurde das neue Programm vorgestellt. v.l.: Gerhard Tölle, Kornelia Hökelmann, Mario Horche-Arbeiter, Sabine Wenzel (Foto: agl)


Die Technik macht’s möglich. Neben dem virtuellen Klassenzimmer konnte man auch auf eine breite Palette an sogenannten „Webinaren“ anbieten, die vom heimischen Rechner aus besucht werden können. Großer Beliebtheit hätten sich hier zum Beispiel die Angebote rund um das Bilanz-, Rechnungs- und Steuerwesen erfreut.

3G mit Lust auf 3D
Mit einem schönen Stück frischer Technik wartet man auch in der neuen Saison prominent auf. Das Semester geht unter dem Motto „3G aber mit Lust auf 3D“ an den Start. Oder anders ausgedrückt: mit zwei Angeboten rund um den 3D-Druck. Die Volkshochschule hat eine semi-professionelles Gerät samt Scanner und passender Software erworben, an dem man sich unter fachlicher Begleitung demnächst wird ausprobieren können. Den eigenen Druck darf man danach freilich mit nach Hause nehmen.

Den 3D-Scanner zum 3D-Drucker hat Gerhard Tölle schon ausprobieren können (Foto: agl) Den 3D-Scanner zum 3D-Drucker hat Gerhard Tölle schon ausprobieren können (Foto: agl)


Tölle hat das Gerät selber schon im Beschlag gehabt und zeigt sich begeistert. „Das sieht erst einmal recht einfach aus, die Anwendungsgebiete sind aber bei näherer Betrachtung äußerst vielfältig und spannt sich vom Hobby-Gebrauch bis in die praktische Arbeitswelt“. Einen ersten Scan hat man schon durchgeführt, der Jungferndruck steht aber bis jetzt noch aus.

Zurück auf die Schulbank
Zu den zentralen Aufgaben einer VHS gehört die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen. Im Moment zählt man im Haus 14 Anwärter auf den Realschulabschluss. Das seien deutlich mehr als nach den Weihnachtsferien üblich, freut sich Tölle, zumal sieben der Schüler Migrationshintergrund haben. Im Hauptschulbereich tummeln sich zehn Lernwillige, ein Abitur-Kurs kam zuletzt nicht zusammen.

Von schottischen Tänzen und frischen Funkern
Säule zwei der VHS-Idee ist die Begegnung. Die freilich war in den letzten beiden Jahren Schwankungen und Einschränkungen unterworfen. Man habe versucht, konsequent jeden noch so kleinen Freiraum zu nutzen und um jeden Teilnehmer gekämpft, so VHS-Chef Tölle. Und so will man es auch weiter halten, allein im Bereich kulturelle Bildung wird man mit rund 50 Veranstaltungen in das neue Jahr starten. Darunter sind Klassiker wie die Lesungen, die man in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und der Dichterstätte Sarah Kirsch organisieren will, der Dauerbrenner Floristik, die EDV-Kurse für Jung und Alt rund um PC, Tablet und Smartphone oder auch die beliebten Tanzkurse. Mit einem echt schottischem Tanzkurs gibt es hier einen nennenswerten Neuzugang. Neugierige dürfen sich außerdem den Kurs „altes Handwerk neu gedacht“ freuen und lernen wie man Körbe und Stühle flechtet. Oder sie greifen zum Funkgerät und lernen die Grundlagen für Amateurfunker im Einsteigerkurs.

Entspannung, Wohlbefinden, Achtsamkeit
In der Sparte Gesundheit erfreuen sich Angebote rund um Entspannung, Stressbewältigung und Achtsamkeit steigender Beliebtheit. Die Gründe dafür dürften auf der Hand liegen. Neu sind hier unter anderem zwei Kurse, die in eben diese Kerbe schlagen. Zum einen wird man mit einer Tanztherapeutin „das Leben tanzen“ können. Dabei gehe es nicht um nur um die Bewegung an sich, erklärte der Leiter des Fachbereichs, Mario Hoche-Arbeiter, von sanft bis kraftvoll soll man über den Tanz den Weg zum Wohlergehen finden.

Um das Wohlbefinden geht es auch im Angebot „Zurück zur Natur“, bei dem man in Alina Bransche’s Salzgrotte in der Stolberger Straße hinabsteigen wird. Mit Pilates in Bleicherode und Langhanteltraining in Heringen wird auch in den Außenstellen sportliches geboten. In Neustadt kann man sich von den dortigen Golfern außerdem vom Schnupperkurs bis zur „Platzreife“ führen lassen.

Im Bereich Sprachen bleibt das Spektrum breit, macht aber keine exotischen Ausreißer. Es stehen Klassiker wie Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und Polnisch auf dem Programm.

6830 Hefte für den ganzen Landkreis
Die ganze Palette des Bildungsprogramms wird demnächst in gedruckter Form an in rund 6800 Briefkästen des Kreises landen. Man habe darauf geachtet, in die Breite zu gehen und auch die kleineren Ortschaften zu beliefern, erklärte Hoche-Arbeiter. Die Nachfrage nach dem analogen Überblick sei gerade unter den Älteren weiterhin hoch. Online kann man bereits einen Blick auf das neue Programmheft werfen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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