Fr, 11:31 Uhr
18.11.2005
Neuer Schatz im Kreisarchiv
Nordhausen (nnz). Viola Herzog steht seit mehr als einem Vierteljahrhundert dem Kreisarchiv im Nordhäuser Landratsamt als Leiterin vor. Sie verwaltet und behütet im wahrsten Sinne des Wortes einen Schatz, der nicht in Geld zu messen ist. Jetzt ist ein neuer hinzugekommen.
Neuer Schatz im Kreisarchiv (Foto: nnz)
Viola Herzog (Foto) kann es noch immer kaum fassen. In diesen Tagen hat sich nämlich der Schatz des Landkreises auf geradezu wundersame Weise vermehrt. An mehreren Tagen hintereinander trafen aus der Hansestadt Hamburg Westpakete ein. Äußerst sorgsam verpackt und geschnürt, befanden sich darin Dokumente, Fotos, persönliche Aufzeichnungen, Forschungsberichte und wertvolle alte Bücher und Broschüren von nahezu unschätzbarem Wert, wie die Archivchefin es freudestrahlend formulierte. Sämtliche Dokumente stammen von dem Ilfelder Manfred Bornemann. Er hat in akribischer Kleinarbeit sein Lebenswerk geordnet und es nun dem Nordhäuser Kreisarchiv als Schenkung zukommen lassen. Fast drei laufende Meter umfasst das Material.
In einem Brief hat Landrat Joachim Claus dem Heimatforscher Manfred Bornemann für seine großherzige Geste gedankt. In dem Schreiben heißt es: Es ist eine große Bereicherung, wenn wir die Bestände unseres Kreisarchivs durch derartige Dokumente vervollkommnen können. Die Übernahme Ihrer hochwertigen Sammlung bietet für die historische Forschung im Landkreis Nordhausen eine Fülle von neuen Möglichkeiten. Deshalb möchte ich Ihnen versichern, dass die Ergebnisse Ihrer jahrzehntelangen Forschungstätigkeit durch die fachlich qualifizierte Betreuung in unserem Kreisarchiv der optimalen Nutzung durch unsere Bürgerinnen und Bürger zugeführt werden können.
Manfred Bornemann wurde am 26. Mai 1933 in Ilfeld geboren. Seine Vorfahren waren väter- und mütterlicherseits Steiger, Holzfäller, Maurer und Steinbrucharbeiter. Von 1939 bis 1943 besuchte er die Schule in Ilfeld. 1952 legte er in Nordhausen das Abitur ab. Schon als Jugendlicher nahm er seine Heimat bewusst wahr, befasste sich mit der Geschichte seines Geburtsortes und dessen Umgebung, sammelt eifrig Zeitdokumente, schrieb und forschte. Ein anschließendes Geologie-Studium an der Humboldt-Universität in Berlin brach er 1955 ab und ging anschließend in den Westen, um mehr Freiheit genießen zu können. So begründete er diesen Schritt.
Er arbeitete zunächst im Ruhrgebiet als Bergmann. 1959 zog er nach Hamburg, wo er noch heute lebt. Über die Jahrzehnte der Teilung Deutschlands hinweg blieb er seiner Heimat treu verbunden. Nach der Wende wurde er Mitglied im Harzklub-Zweigverein Ilfeld und trat 1991 dem Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein bei. In jedem Jahrbuch des Landkreises Nordhausen ist Bornemann mit einem Beitrag vertreten. Manfred Bornemann hatte im Vorfeld seiner Schenkung nur einen Wunsch: Ich möchte meine über Jahrzehnte gesammelten und erarbeiteten Dokumente in guten Händen wissen. Sie sind es.
Autor: nnz
Neuer Schatz im Kreisarchiv (Foto: nnz)
Viola Herzog (Foto) kann es noch immer kaum fassen. In diesen Tagen hat sich nämlich der Schatz des Landkreises auf geradezu wundersame Weise vermehrt. An mehreren Tagen hintereinander trafen aus der Hansestadt Hamburg Westpakete ein. Äußerst sorgsam verpackt und geschnürt, befanden sich darin Dokumente, Fotos, persönliche Aufzeichnungen, Forschungsberichte und wertvolle alte Bücher und Broschüren von nahezu unschätzbarem Wert, wie die Archivchefin es freudestrahlend formulierte. Sämtliche Dokumente stammen von dem Ilfelder Manfred Bornemann. Er hat in akribischer Kleinarbeit sein Lebenswerk geordnet und es nun dem Nordhäuser Kreisarchiv als Schenkung zukommen lassen. Fast drei laufende Meter umfasst das Material.
In einem Brief hat Landrat Joachim Claus dem Heimatforscher Manfred Bornemann für seine großherzige Geste gedankt. In dem Schreiben heißt es: Es ist eine große Bereicherung, wenn wir die Bestände unseres Kreisarchivs durch derartige Dokumente vervollkommnen können. Die Übernahme Ihrer hochwertigen Sammlung bietet für die historische Forschung im Landkreis Nordhausen eine Fülle von neuen Möglichkeiten. Deshalb möchte ich Ihnen versichern, dass die Ergebnisse Ihrer jahrzehntelangen Forschungstätigkeit durch die fachlich qualifizierte Betreuung in unserem Kreisarchiv der optimalen Nutzung durch unsere Bürgerinnen und Bürger zugeführt werden können.
Manfred Bornemann wurde am 26. Mai 1933 in Ilfeld geboren. Seine Vorfahren waren väter- und mütterlicherseits Steiger, Holzfäller, Maurer und Steinbrucharbeiter. Von 1939 bis 1943 besuchte er die Schule in Ilfeld. 1952 legte er in Nordhausen das Abitur ab. Schon als Jugendlicher nahm er seine Heimat bewusst wahr, befasste sich mit der Geschichte seines Geburtsortes und dessen Umgebung, sammelt eifrig Zeitdokumente, schrieb und forschte. Ein anschließendes Geologie-Studium an der Humboldt-Universität in Berlin brach er 1955 ab und ging anschließend in den Westen, um mehr Freiheit genießen zu können. So begründete er diesen Schritt.
Er arbeitete zunächst im Ruhrgebiet als Bergmann. 1959 zog er nach Hamburg, wo er noch heute lebt. Über die Jahrzehnte der Teilung Deutschlands hinweg blieb er seiner Heimat treu verbunden. Nach der Wende wurde er Mitglied im Harzklub-Zweigverein Ilfeld und trat 1991 dem Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein bei. In jedem Jahrbuch des Landkreises Nordhausen ist Bornemann mit einem Beitrag vertreten. Manfred Bornemann hatte im Vorfeld seiner Schenkung nur einen Wunsch: Ich möchte meine über Jahrzehnte gesammelten und erarbeiteten Dokumente in guten Händen wissen. Sie sind es.

