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Do, 08:46 Uhr
24.11.2005

Blaue Fahnen

Nordhausen (nnz). Morgen werden am Nordhäuser Rathaus blaue Fahnen wehen. Warum das so ist? Dieser Frage ist Ihre nnz nachgegangen.


Die Stadt Nordhausen beteiligt sich auch in diesem Jahr zum Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Das sagte jetzt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordhausen, Stefani Müller. „Vom 21. November bis zum 26. November werden wir wieder mit einer blauen Fahne an die weltweiten Menschenrechtsverletzungen an Frauen erinnern und mahnen“, sagt sie. Die anlässlich des 25. November entwickelte Fahnenaktion von TERRE DES FEMMES sei erstmals 2001 bundesweit von zahlreichen Frauenbeauftragten und vielen anderen Verbänden aufgegriffen worden. Allein im letzten Jahr seien 2.600 Fahnen in rund 800 Gemeinden und Städten gehisst worden.

Diese sollen darauf aufmerksam machen, dass ein selbst bestimmtes Leben für viele Frauen nach wie vor nicht möglich ist. Weltweite Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind unter anderem: Ausbeutung von Textilarbeiterinnen, Frauenhandel und Zwangsprostitution, Genitalverstümmelung und Verbrechen im Namen der Ehre. Laut Weltbevölkerungsbericht der UN werden Jahr für Jahr weltweit mindestens 5.000 Menschen, vor allem Mädchen und Frauen, umgebracht; weil sie sich verlieben, ihren Partner selbst wählen oder unverheiratet schwanger werden. 45 solcher „Ehrenmorde“ in Migrantenfamilien wurden in Deutschland zwischen 1996 und 2004 gezählt. TERRE DES FEMMES fordert deshalb die Einrichtung von anonymen Schutz- und Beratungsstellen und eine explizite Strafrechtsnorm zu Zwangsheirat.

Häusliche Gewalt hingegen beträfe in Deutschland den gesamten Bevölkerungsquerschnitt, erklärt Stefani Müller. In Zeiten sozialer Ängste und Unsicherheiten nehme sie keinesfalls ab. Deshalb muss Hilfe für betroffene Frauen möglich sein. Beratungsstellen und Frauenhäuser kosten Geld. Da sei einerseits die Kommune in der Verantwortung, andererseits auch das Land Thüringen. „Die blauen Fahnen sollen daran erinnern“, so Müller weiter.
Autor: nnz

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