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Do, 08:18 Uhr
23.12.2021
historisches Dreirad untersucht

Auf drei Rädern durch fünf Epochen

Seit nun schon über ein dreiviertel Jahr bewegt ein kleines Vehikel insbesondere die historisch geprägte Fahrzeugwelt in Deutschland. Über mehrere Jahrzehnte stand das ungewöhnliche Vehikel in einer Leipziger Garage und harrte seiner Wiedergeburt. Für die will sich nun der Ostklassikerklub Wolkramshausen einsetzen...

Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen) Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)


Auch in die Nachbarstaaten Deutschlands und selbst in die USA ist die Nachricht von dem seltenen Fahrzeug gedrungen. Von einigen Mitgliedern des Wolkramshäuser Ost Klassiker Klub aus der düsteren Versenkung gezogen präsentiert sich nun der technische Zeitzeuge einer längst untergegangenen Zeit den heutigen Betrachtern stets in einem hellen Lichtschein und wirft dabei nicht nur Schattenbilder sondern auch viele Fragen auf.

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Viele Menschen haben dieses Gefährt nun schon gesehen, tausende Fotos sind entstanden und selbst der Modellbau hat erste Vorlagen dazu produziert. Aber immer wieder wurden die gleichen Fragen nach dem Schöpfer und dem Geburtsdatum gestellt. Deutschland wäre nicht Deutschland besonders unter dem Blickwinkel einer über 100 Jahre bestehenden Autonation, wenn ein solches Relikt aus der Anfangszeit der Mobilität ohne Taufschein bliebe.

Dank namhafter Medien, wurden nun die Besten der Oldtimerszene in Deutschland damit beauftragt, die bestehenden Rätsel um das historische Dreirad einer Lösung zu zuführen. Unter der Leitung der Dipl. Restauratorin, Dr. Gundula Tutt – Firmenchefin von Omnia Restaurierung, reisten am vergangenen Sonntag vier weitere Wissenschaftler an um mit Ihrem unterschiedlichen Wissen und mit moderner Labortechnik den Nebel der Vergangenheit zu lüften. Recht stabsmäßig verteilte die Chefin am folgenden Montag in aller Frühe die vorher geplanten Aufgaben.

Zu den weiteren Wissenschaftlern, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands angereist waren, zählten die Herren Dr. Ronny Friedrich, Physiker (Curt – Engelhorn- Zentrum Archäometrie Mannheim), Sebastian Hoffmann, Forensiker (TÜV Rheinland), Frederik Scherer, Automobil – Historiker (Mitglied der Society of Automobile Historias in Britain) und Tino Räppel, Experte für Automobile um 1900 (Oldtimerdienst Chemnitz). Zusätzlich wurde im Auftrag der Auto Bild Klassik, der Fotograf Götz Freiherr von Sternenfels geschickt, der sämtliche Befund und Arbeitsschritte der Wissenschaftler bildlich dokumentierte.

Den ganzen Tag über wurden Materialproben von organischen und metallischen Teilen entnommen, Farbschichten untersucht sowie technische Details besprochen und deren mechanische Wirkung überprüft. Eine echte Spurensuche in die Vergangenheit des Fahrzeuges mit zahlreichen neuen Erkenntnissen auch über technische Änderungen im Laufe der aktiven Nutzungszeit.

Am Ende des Tages wurde eine Zusammenfassung der ersten, augenscheinlichen Untersuchungsergebnisse vorgenommen. Daran nahmen auch die Oldtimerexperten der Südharz -Region KFZ-Meister i. R. Martin Bohnhardt aus Nordhausen und Dipl. Ing. Joachim Mäder aus Sondershausen teil. Festgestellt wurde u.a., dass das Fahrzeug um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden ist, also noch in der friedlichen Regierungszeit des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm dem II. (*27.01.1858, +04.06.1941).

Vermutlich wurde das Fahrzeug ca. 15 -20 Jahre bis in die Zeit der Weimarer Republik gefahren. Mit Sicherheit aber spielte das Dreirad u.a. bei der Beschlagnahme von vielen Privatfahrzeugen im 2. Weltkrieg keine Rolle mehr, da es technisch bereits weit überholt war. Aus der Zeit der DDR gibt es noch Archivunterlagen des ADMV die belegen, dass das Fahrzeug einst eine Einstufung als Veteranenfahrzeug erhalten hatte und an einer Veteranenrallye in Leipzig teilnahm. Ebenso belegt ist die Teilnahme an einer Oldtimerveranstaltung in den 1960-ziger Jahren in Prag. Nach einer langen Ruhezeit tauchte das Motordreirad nun in der 5. Gesellschaftsepoche Deutschlands, dem geeinten Deutschland, seit seiner Herstellung wieder auf und soll für die Nachwelt als automobiles Kulturgut erhalten bleiben.

Weitere Erkenntnisse zum Ursprung des Fahrzeuges werden die o.g. Wissenschaftler eventuell in den ersten Monaten des Jahres 2022 erzielen. Über diese Forschungsergebnisse wird es danach weitere Veröffentlichungen geben.

Hubert W. E. Rein
Ost Klassiker Klub Wolkramshausen
Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)
Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)
Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)
Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)
Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)
Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)
Untersuchung am historischen Gefährt (Foto: Ostklassikerklub Wolkramshausen)
Autor: red

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