Mo, 21:42 Uhr
08.11.2021
2. Sinfonie-Konzert
Auf der "Tour de France" der Melodien
Eine Tour de France auf den Flügeln bekannter und noch unbekannter Melodien unternahmen die Musiker des Loh-Orchesters im 2. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen...
Das Orchester in großer Besetzung, durch Gäste verstärkt, wurde geleitet von der aus Südkorea stammenden Dirigentin Yura Yang. Die musikalische Reise startete aber in Sondershausen bzw. in Nordhausen, und das erneut mit einer Uraufführung. Der 1994 geborenen Komponisten Romeo Wecks hatte sein Poeme für Violine und Orchester im Auftrag des Loh- Orchesters komponiert, nachdem er zuvor bereits zweimal den Sondershäuser Kompositionswettbewerb gewonnen hatte. Dieser Komposition liegt das gleichnamige Gedicht Frühlingslicht von Oliver Mörchel zugrunde. Schön, dass es der Komponist in der Aufführung selbst vorgetragen hat.
Er möchte, nach eigenen Worten, in der Verbindung von Lyrik und Musik seine Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen, eine Geschichte oder ein Bild vermitteln. Dabei finden moderne, zeitgenössische musikalische Ausdrucksmittel Verwendung, er schafft aber auch neue harmonische Verbindungen und Experimente. So gibt es im Werk aleatorische Inseln, in denen bestimmte Instrumente unterschiedliche Motive über einen bestimmten Zeitraum spielen, Instrumente hinzukommen, andere aufhören. So entsteht durch ein gewisses Zufallsprinzip und Improvisieren ein interessanter Klangteppich, der in jeder Aufführung anders ist. Der Dirigentin oblag es, diesen Prozess zu steuern, auch für die Orchestermusiker war es eine gelungene Herausforderung. Große Anerkennung galt auch Nikita Geller an der Solovioline. Für diese Aufführung gab es viel Beifall.
Zu Ehren von Camille Saint-Saens, dessen Todestag sich am 16. Dezember zum 100. Mal jährt, erklang das bekannte und oft dargebotene 1.Cello-Konzert. Sebastian Hennemann, selbst Cellist im Loh- Orchester, übernahm den Solopart. Er begeisterte das Publikum mit seinem brillanten, virtuosen, aber auch einfühlsamen Spiel, beherrschte sein Instrument in allen Lagen. Ob marschartig oder tänzerisch elegant, ob temperamentvoll oder zart, die Freude am Musizieren stand ihm geradezu ins Gesicht geschrieben. Das Orchester tat es ihm gleich. Das Publikum belohnte dieses Highlight des Konzertes mit lang anhaltendem Beifall und forderte eine Zugabe heraus, die gemeinsam mit seinem Cellokollegen aus dem Orchester mit dem 3. Satz aus der Suite für 2 Celli von Francois Couperin erfüllt wurde.
Der zweite Teil des Konzertes gehörte ganz allein dem Orchester und Kompositionen des französischen Komponisten Maurice Ravel. Beide Werke, sowohl La Valse, choregraphique für Orchester als auch sein berühmter Bolero waren einst für das Tanztheater geschrieben, eroberten aber im Laufe der Zeit die Orchesterbühne. Die zum Teil an Wiener Walzer erinnernde Leichtigkeit von La Valse ist gepaart mit hohen Ansprüchen an die Interpretation. Das Orchester erfüllte sie hervorragend.
Der Bolero bildete jedoch in der Darbietung durch das Loh-Orchester unter der Gastdirigentin Yura Yang den absoluten Höhe- und Glanzpunkt des Konzertes. Große Anerkennung dem Trommler, der vom ersten bis zum letzten Ton, einem Uhrwerk gleich, das Tempo vorgab, große Anerkennung auch allen weiteren Musikern im Orchester für das Interpretieren der zwar immer gleichen und doch so individuell vorgetragenen Melodie. Den größten Beifall verdiente jedoch die Dirigentin. Mit weichen, aber dennoch exakten Gesten gab sie jedem Instrumentalist den Einsatz, entwickelte einen harmonischen Orchesterklang und ließ somit den so oft gespielten Bolero in Nordhausen zu einem einmaligen, unvergesslichen Erlebnis werden.
Christel Laude
Autor: redDas Orchester in großer Besetzung, durch Gäste verstärkt, wurde geleitet von der aus Südkorea stammenden Dirigentin Yura Yang. Die musikalische Reise startete aber in Sondershausen bzw. in Nordhausen, und das erneut mit einer Uraufführung. Der 1994 geborenen Komponisten Romeo Wecks hatte sein Poeme für Violine und Orchester im Auftrag des Loh- Orchesters komponiert, nachdem er zuvor bereits zweimal den Sondershäuser Kompositionswettbewerb gewonnen hatte. Dieser Komposition liegt das gleichnamige Gedicht Frühlingslicht von Oliver Mörchel zugrunde. Schön, dass es der Komponist in der Aufführung selbst vorgetragen hat.
Er möchte, nach eigenen Worten, in der Verbindung von Lyrik und Musik seine Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen, eine Geschichte oder ein Bild vermitteln. Dabei finden moderne, zeitgenössische musikalische Ausdrucksmittel Verwendung, er schafft aber auch neue harmonische Verbindungen und Experimente. So gibt es im Werk aleatorische Inseln, in denen bestimmte Instrumente unterschiedliche Motive über einen bestimmten Zeitraum spielen, Instrumente hinzukommen, andere aufhören. So entsteht durch ein gewisses Zufallsprinzip und Improvisieren ein interessanter Klangteppich, der in jeder Aufführung anders ist. Der Dirigentin oblag es, diesen Prozess zu steuern, auch für die Orchestermusiker war es eine gelungene Herausforderung. Große Anerkennung galt auch Nikita Geller an der Solovioline. Für diese Aufführung gab es viel Beifall.
Zu Ehren von Camille Saint-Saens, dessen Todestag sich am 16. Dezember zum 100. Mal jährt, erklang das bekannte und oft dargebotene 1.Cello-Konzert. Sebastian Hennemann, selbst Cellist im Loh- Orchester, übernahm den Solopart. Er begeisterte das Publikum mit seinem brillanten, virtuosen, aber auch einfühlsamen Spiel, beherrschte sein Instrument in allen Lagen. Ob marschartig oder tänzerisch elegant, ob temperamentvoll oder zart, die Freude am Musizieren stand ihm geradezu ins Gesicht geschrieben. Das Orchester tat es ihm gleich. Das Publikum belohnte dieses Highlight des Konzertes mit lang anhaltendem Beifall und forderte eine Zugabe heraus, die gemeinsam mit seinem Cellokollegen aus dem Orchester mit dem 3. Satz aus der Suite für 2 Celli von Francois Couperin erfüllt wurde.
Der zweite Teil des Konzertes gehörte ganz allein dem Orchester und Kompositionen des französischen Komponisten Maurice Ravel. Beide Werke, sowohl La Valse, choregraphique für Orchester als auch sein berühmter Bolero waren einst für das Tanztheater geschrieben, eroberten aber im Laufe der Zeit die Orchesterbühne. Die zum Teil an Wiener Walzer erinnernde Leichtigkeit von La Valse ist gepaart mit hohen Ansprüchen an die Interpretation. Das Orchester erfüllte sie hervorragend.
Der Bolero bildete jedoch in der Darbietung durch das Loh-Orchester unter der Gastdirigentin Yura Yang den absoluten Höhe- und Glanzpunkt des Konzertes. Große Anerkennung dem Trommler, der vom ersten bis zum letzten Ton, einem Uhrwerk gleich, das Tempo vorgab, große Anerkennung auch allen weiteren Musikern im Orchester für das Interpretieren der zwar immer gleichen und doch so individuell vorgetragenen Melodie. Den größten Beifall verdiente jedoch die Dirigentin. Mit weichen, aber dennoch exakten Gesten gab sie jedem Instrumentalist den Einsatz, entwickelte einen harmonischen Orchesterklang und ließ somit den so oft gespielten Bolero in Nordhausen zu einem einmaligen, unvergesslichen Erlebnis werden.
Christel Laude

