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Mi, 13:31 Uhr
02.11.2005

Achterbahn im Keller

Nordhausen/Erfurt (nnz). Die positiven Signale aus der deutschen Wirtschaft, vor allem aber beim Export, gehen an den Thüringer Handwerkern vorbei. Sie befinden sich laut Handwerkskammer im Konjunktur-Keller auf einer Achterbahn. Die Einzelheiten wie immer mit einem Klick.



„Prägnant für die wirtschaftliche Entwicklung bei uns im Handwerk sind die nach wie vor enormen Schwankungen und die Instabilität der Unternehmen,“ kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer. Nach dem heftigen Einbruch im Frühjahr und einem Konjunkturklima-Index auf niedrigstem Niveau hellte sich die Stimmung in den Sommermonaten erwartungsgemäß wieder auf und lässt die Betriebe auf ein vor allem saisonbedingt günstiger verlaufenes Quartal zurückblicken.

Doch trotz gestiegener Betriebsauslastung, minimaler Umsatzsteigerung, leicht verbessertem Auftragsbestand und vorsichtiger Investitionsneigung ist ein Ende der Konjunkturflaute nicht in Sicht, denn schon für das nächste Quartal rechnen 38 Prozent aller Betriebe wieder mit Stagnation und Verschlechterung. 54 Prozent hoffen auf eine wenigstens befriedigende Geschäftslage. Dr. Artymiak: „Hohe Energiepreise, eine angespannte Ertragslage und mangelnde Planungssicherheit kennzeichnen die branchenübergreifenden Sorgen des Handwerks. Und die momentane Ungewissheit über den Fortgang politischer Reformen verunsichern Unternehmen wie Kunden zusätzlich.“

Diese Gemengelage von politischer Verunsicherung und fehlender Kaufkraft wird das Handwerk auch in näherer Zukunft nicht aus der Talsohle herauskommen lassen. Natürlich habe dies auch Auswirkungen auf die weitere Beschäftigtenentwicklung. Arbeitsplätzeabbau wird das Handwerk weiterhin kennzeichnen, wenn auch nicht mehr so stark wie in den letzten Jahren. „Wir werden aus der Talsohle nur dann dauerhaft herauskommen, wenn sich auf der einen Seite die Baubranche endlich stabilisiert, und wir es auf der anderen Seite schaffen, stärker von der wachsenden Industrie zu profitieren. Das A und O bleibt die Verbesserung des Konsumklimas und damit der Binnennachfrage.“

Die Nahrungsmittelbetriebe, die personenbezogenen Dienstleister und die Gesundheitsberufe leiden unter der anhaltenden Konsumzurückhaltung ihrer Privatkunden infolge mangelnder Kaufkraft, Arbeitsplatzrisiken und abgesenkter Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Bauwirtschaft legte saisonbedingt zu, erwartet jedoch für den Winter starke Einbußen. Die Krise in diesem Bereich wird also fortdauern. Die gewerblichen Dienstleister zeigen sich recht optimistisch. Knapp 70 Prozent der handwerklichen Zulieferer bezeichnen ihre derzeitige Geschäftslage als gut oder befriedigend und rechnen mit einer konstanten Entwicklung. Diese Betriebe partizipieren an der relativ beständigen exportorientierten Industrieproduktion. Ausgehend vom niedrigen Niveau der letzten Jahre hat sich die Geschäftslage im KFZ-Handwerk erholt und wird sich nach Einschätzung von 72 Prozent dieser Betriebe künftig stabilisieren.

Die Personalplanungen der Unternehmen sind eher restriktiv. Für Neueinstellungen fehlt die wirtschaftliche Dynamik. Gegenüber dem Vorjahr ist kaum Bewegung erkennbar. Bei 73 Prozent der Unternehmen hat es keine Veränderungen gegeben. Allerdings liegt die Zahl der Betriebe, die ihren Personalbestand verringert haben in allen Branchen über der Zahl der Unternehmen, die Mitarbeiter einstellen konnten. Erwartungsgemäß wird sich diese Entwicklung im Bau- und Ausbaugewerbe saisonbedingt im nächsten Quartal verstärkt fortsetzen.
Autor: nnz

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