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Do, 09:14 Uhr
04.11.2021
Gemeinde traf sich mit Afghanen

Erste Schritte auf dem Frauenberg

Mittwochabend am Frauenberg – der Vorplatz der Kirche ist voller Menschen, einzelne Mitglieder des Gemeindekirchenrates schlängeln sich hindurch. Teils mit mulmigem Gefühl, zu präsent ist der Angriff auf ihre Kirche noch...

Knapp 40 afghanische Flüchtlinge sind zur Frauenbergkirche gekommen. Frauen, Kinder, Jugendliche und Männer warten geduldig. Alle tragen Blumen in den Händen. Ein Zeichen für ein schönes, freundliches Gesicht, wie später Nader Mahboubchah, der frühere Vorsitzende des Nordhäuser Integrationsbeirates, erklärt. Später legen sie sie vor dem Altar ab. Die Menschen sind gekommen, um sich zu entschuldigen. Afghanen, die selbst nichts mit der religiös motivierten Ausräumung der Frauenbergkirche in der letzten Woche zu tun haben.

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Pfarrer Klemens Müller heißt sie genau mit diesen Worten willkommen, öffnet Türen, aber spricht auch klar von der tiefen Verletzung der Gemeinde. Unter den Zuhörern Mitglieder des Nordhäuser Integrationsbeirates, wie Tim Rosenstock und Radoslaw Romanczyk. Der Vorsitzende des Integrationsbeirates Mohamed Sayed geht vor und verbeugt sich. Doch schnell dreht er sich wieder um, setzt sich kurz und wischt sich über die Augen. Später wird er erklären, warum.

„Sie wurden angegriffen und trotzdem heißen Sie uns willkommen. Ich habe diese Geste der Liebe gefühlt. Sie hat mich beschämt“, sagt er immer noch sichtlich bewegt. Sie seien aus einem Land gekommen, in dem sie selbst Opfer waren. Opfer genau dieser Menschen, wie der Täter einer ist. Solch einen Menschen hier in Aktion zu wissen, hat sie zutiefst erschreckt, doch auch der Sturm gegen Afghanen in den Medien. „Diese Gefährdungslage musste schnell geklärt werden“, erklärt der Vorsitzende. Die Menschen, die heute Abend gekommen seien, hätten dies aus voller Überzeugung getan. Es ist ihnen wichtig. Immer wieder wird sich verbeugt, wird ein sanftes Lächeln über den Gesichtsmasken sichtbar.

Pfarrer Klemens Müller und als Übersetzer  Nader Mahboubchah, der frühere Vorsitzende des Nordhäuser Integrationsbeirates (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Südharz) Pfarrer Klemens Müller und als Übersetzer Nader Mahboubchah, der frühere Vorsitzende des Nordhäuser Integrationsbeirates (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Südharz)

Der Abend ist ein guter erster Schritt aufeinander zu. Ralf Schumann, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, erzählt, dass sein Sohn mit einem Afghanen Fußball spielt. Sie seien ein Team und genau das wünscht er sich für alle Anwesenden. „Lassen Sie uns alle gemeinsam Mitglied im Team Deutschland werden. So werden wir zusammen gewinnen“, fordert er mit freundlichem Nachdruck.

Zuvor hat ein junger Afghane noch Worte verlesen, die seine Einstellung zu einem Leben in Deutschland spiegeln. Er spricht vom bedingungslosen Respekt für sein Gastland, vom unerlässlichen friedlichen Umgang mit allen Menschen und dem festen Willen sich zu integrieren. Später spricht Pfarrer Müller vor dem Altar mit Nader Mahboubchah ein freies Gebet. „Liebe auch die, die dir feindlich gesinnt sind. Wir spüren, wie schwer uns das fällt, wenn es dich selbst betrifft“, formuliert Müller. „Doch auch weiterhin soll aus dieser Kirche ein Signal der Versöhnung und des Friedens ausgehen“, schließt er. Es folgt eine herzliche Einladung zum nächsten Gottesdienst. Auch wenn man nicht gleich zur Tagesordnung übergehen könne, so möchte man die Tür doch offenhalten.
Autor: red

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Kommentare
Checker
04.11.2021, 09:48 Uhr
Erste Schritte…
Es war doch nur eine Frage der Zeit bis alles schön geredet wird. Dann lasst euch doch die „Bude“ leer räumen und jammert nicht rum.
Ist doch alles nicht mehr normal was in „unserem“ Deutschland abgeht, wir uns gefallen lassen müssen und auch noch tatenlos zuschauen.
Deutschland schafft sich ab.!
A.kriecher
04.11.2021, 09:50 Uhr
Afghanische Täter?
Wie, gibt man jetzt zu, dass genau diese Täter auch hier sind, vor denen die afganischen Opfer geflohen sind?
Na dann gute Nacht.
Sonst hieß es ja immer, traumatisierte. Aber, wenn das jetzt doch Täter sind? Wieviel gibt es von dehnen hier?
Finanziert die Kirche weiter, die unkontrollierte Einschleusung von Tätern mit ihren Schleuserbooten?
Steht das auf der Stirn, wer Täter ist oder nicht?
Wie kann ich solch ein Risiko eingehen, diese Leute, vielleicht Täter, in alle Bereiche unseres Lebens zu integrieren.?
Steht nicht der Schutz an oberster Stelle?
Nur wessen Schutz ist wichtiger?
A.kriecher
04.11.2021, 10:01 Uhr
Nachtrag
Ach so, doch, der Impfschutz steht an oberster Stelle, um andere nicht zu gefährden.
nur_mal_so
04.11.2021, 10:11 Uhr
möchte ich darauf hinweisen,
dass erst gestern oder vorgestern gewettert wurde, wo denn die Migranten seien, die sich von den Taten ihrer Glaubensgenossen distanzieren - und da es sie augenscheinlich gar nicht gäbe wurde infolgedessen gemutmaßt, dass alle Migranten mit allen kriminellen Taten aller anderen Migranten einverstanden seien.

Nun treffen sich hier Migranten, um ein Zeichen der deutlichen Distanzierung zu setzen.

Was passiert? Es wird als Eingeständnis gewertet, dass nach wie vor alle Migranten Täter sind oder zumindest sein könnten.

Was fällt einem dazu noch ein...
Nichts.
A.kriecher
04.11.2021, 10:44 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
A.kriecher
04.11.2021, 10:54 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
Leser X
04.11.2021, 10:57 Uhr
Das passt einigen gar nicht
Was dort gesprochen wurde, wollen einige hier nicht hören oder lesen. Das macht ihnen nämlich einen Strich durch ihre Rechnung. Gerade jetzt, wo man eifrig dabei ist, aus diesem Vorfall einen gärigen Sud zu köcheln.

Was in der Kirche passierte, war schlimm genug. Aber diejenigen, die nach solchen Vorfällen geradezu lechzen, um ihren eigenen Hass zu verbreiten, sind keinen Deut besser.
Marino50
04.11.2021, 11:44 Uhr
Erste Schritte
Ich hatte mit keiner anderen Reaktion der Kirchengemeinde und des Pfarrers gerechnet. Ich bin kein Mitglied irgendeiner Kirche oder eines Glaubens. Aber das finde ich gut. Das ist Nächstenliebe und Güte.
Rob2000
04.11.2021, 13:49 Uhr
Soviel schleim
Kann man da oben jetzt lang laufen ohne weg zu rutschen?!
Schön frauen und kinder, wo waren die alten Herren die ihre sitten wahren? Oder die rotzen coolen Jungen bengels die immer durch die Stadt ziehen als wären sie die vorhut von Michael Jackson?
Psychoanalytiker
04.11.2021, 14:31 Uhr
Sehr geehrter Herr Müller ...
... als ehemaliger Christ freue ich mich erst einmal, dass hier Menschen ausländischer Herkunft in Ihrer Kirche zeigen wollen, dass sie sich in unserem Land integrieren wollen.

Im Artikel steht dann am Ende: "Doch auch weiterhin soll aus dieser Kirche ein Signal der Versöhnung und des Friedens ausgehen." Auch dies ist generell ein erstrebenswertes Ziel, keine Frage.

Ihr, und nicht nur Ihr, Standpunkt: "Liebe auch die, die dir feindlich gesinnt sind, ..." veranlasst mich aber zu fragen, wie naiv Sie und die Vertreter der "christlicher Kirchen" eigentlich sind ? Diese Worte kenne ich seit über 60 Jahren so, oder so ähnlich, nur kann ich sie weder nachvollziehen, noch gut heißen. Um Ihnen meine diesbezügliche Einstellung dazu nahe zu bringen, bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder einmal an die Worte des Imams der heiligen und wichtigsten Moschee des Islam, der Heiligen Moschee von Mekka, in deren Innenhof sich die Kaaba befindet, zu erinnern. Der Imam Abdurrahman ibn Abdulaziz as-Sudais (er gilt als einer der verlässlichsten und populärsten Interpreten des Korans) rief 2016 den Pilgern (er erreicht jährlich bis zu 3 Millionen, die zur Kaaba pilgern) folgende Worte zu:

"Oh Allah, schenke SIEG, Ehre und MACHT unseren Brüdern, den Dschihadisten im Jemen, in Syrien, im Irak, auf der ganzen Welt. LASS SIE TRIUMPFIEREN über die verräterischen Juden, die BÖSARTIGEN CHRISTEN und die unzuverlässigen Heuchler!" (d.h. die Ungläubigen).

Sind Sie, Herr Pfarrer, wirklich der Auffassung, dass diejenigen, die soetwas verkünden oder die, die auf diese Worte hören und sie umsetzen (siehe Mörder in Dresden oder auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ...) zu "lieben" sind ?

Diese Mörder gelten als "Einzelfälle". Wenn nur 1 Prozent solcher "Einzelfälle" auf diesen Imam hören, sind das pro Jahr schon 30.000 potentielle "Einzelfälle" die Christen "lieben" sollten. Das ist für mich mehr als unverständlich, ja sogar "dumm".

Und auch wegen solcher "Dummheit" bin ich nicht mehr Mitglied einer Kirche.
Ich habe diese, meine Frage schon mehrfach an Pfarrer oder Pastoren, sowie andere Kirchenvertreter gestellt, aber NIE eine wirkliche Antwort erhalten.
Können wenigstens Sie, Herr Pfarrer Müller es mir erklären
Fienchen
04.11.2021, 14:37 Uhr
Ich
stimme Rob2000 absolut zu.... Alles nur Schau nach außen... da wurden schnell ein paar Frauen und Kinder zusammen gesucht...
free Gigi
04.11.2021, 14:40 Uhr
Chapeau!
ein starkes Zeichen...!

Weiter so
Mitternacht
04.11.2021, 15:05 Uhr
Ich habe den Eindruck,
einigen Kommentatoren hier ist sowohl die Geste der sich für eine Tat, für die sie selbst gar nichts können, entschuldigenden Migranten, als auch die Worte des direkt betroffenen Pfarrers ein mächtiger Dorn im Auge.

Es scheint einigen Kommentatoren hier viel besser zu gefallen, wenn die Hütte brennt, um es salopp zu sagen.
Rob2000
04.11.2021, 15:32 Uhr
Mitternacht
Das wäre genauso sinnlos, wenn Ich irgend jemand verkloppe oder beklaue und meine Mutter oder Geschwister entschuldigen sich.
Oder Leute die damit nichts zutun haben.
Nico Stachel
04.11.2021, 15:51 Uhr
Mitternacht !Wie steht es so schön in der Bibel ?
"Auge um Auge,Zahn um Zahn."
es steht aber auch drin:
"Wenn dich jemand auf die linke Backe schlägt,so halte ihm auch die rechte hin"

also wo liegt das Pronlem?

entweder der Pfarrer hätte sagen müssen:
"Da steht doch noch was in der Kirche,immer raus damit"

oder der wäre zur nächsten Moschee gegangen und hätte die ebenfalls ausgeräumt.

beides ist nicht geschehen.
Ich glaube der Parrer kennt die Bibel nicht.
Dafür aber der "Andere" den Koran.Der hält uns für minderwertige Ungläubige.
Diese Kultur ist zu unserer wie Wasser und Feuer.
Das sagen ja sogar Muslime selber.
Integration ja, aber nur wenn wir zum Islam konvertieren.
Die Europakoalition vor 300 Jahren war schlauer einen Sieg gegen den Islam einzufahren.Heute sind wir leider durch die Hintertür ins Knie....... t
Amen Ich war mal Ministrant
Betrachter
04.11.2021, 19:01 Uhr
Es ist schon eine
nette Geste von den Afghanen.
Fest steht aber auch, wenn man die Tore nicht so unkontrolliert aufgemacht hätte, wäre sowas überhaupt nicht passiert.
Piet
04.11.2021, 20:19 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
Psychoanalytiker
04.11.2021, 20:51 Uhr
Pfarrer Müller, Sie lesen doch mit Sicherheit ...
... die Kommentare zu diesem Artikel. Ich wiederhole daher meine Bitte an Sie, doch mal hier zu erklären, warum die vom Imam zu Mekka aufgerufenen Dshihadisten, die z.B. über "die bösartigen Christen und die unzuverlässigen Heuchler" triumphieren sollen, von unseren Christen "geliebt" werden sollen. Ich verstehe diese Einstellung der kirchlichen Würdenträger unseres Landes wirklich nicht, will begreifen, will verstehen und das ehrlich und nicht provokativ.

Nun gibt es in Deutschland nach dem Grundgesetz natürlich die Religionsfreiheit. Die "Mütter und Väter des Grundgesetzes", (das ich sehr achte) wollten aber dadurch eigentlich die bestialisch ermordeten Juden, und anderen Religionsanhänger schützen. Musleme waren damals wenige darunter.

Ich glaube von mir, sehr ehrlich zu sein. Daher teile ich allen schon jetzt mit, dass ich nicht möchte, dass wir "Deutsche" in Zukunft mal einen muslemischen Bundeskanzler bekommen (eine Muslemin dürfte es ja sowieso nicht werden, da sorgen die Taliban schon dafür). Ich befürchte aber, dass es nicht mehr all zu lange dauert, bis es so weit kommt. Schon heute sind ca. 11 Prozent Politiker mit Migrationshintergrund (sicher nicht alles Musleme) im Deutschen Bundestag. Ich selbst erlebe einen muslemischen Bundeskanzler vielleicht nicht mehr, meine Enkel hoffentlich auch nicht ... .
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