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Mo, 12:47 Uhr
24.10.2005

Die Letzten sind die Dummen

Nordhausen (nnz). Die Kostenexplosion durch stetig steigende Kraftstoffpreise belastet zunehmend die Budgets der Firmen. Meint die IHK. Was die Folge davon ist, das bekommen die Kunden zu spüren....


Investitionen werden gedrosselt, Verkaufspreise angehoben und weiteres Personal abgebaut. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 900 Unternehmen Nord- und Mittelthüringens.

Bei 84 Prozent der Befragten wirken sich die gestiegenen Benzin- und Dieselpreise inzwischen negativ auf den Geschäftsverlauf aus. „Insbesondere das Verkehrsgewerbe und der Handel leiden unter den hohen Kraftstoffkosten“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Während 42 Prozent der Händler über eine Verschlechterung der Ertragslage klagen, seien es im Verkehrsgewerbe bereits 49 Prozent – Tendenz steigend. „Der finanzielle Spielraum der Betriebe ist kleiner geworden. Investitionen für Neuanschaffungen werden zurück gestellt und nur dringender Ersatzbedarf realisiert“, so Grusser.

Die Mehrzahl der Unternehmen könne die steigenden Kosten nicht mehr abfangen und plane Preissteigerungen bzw. höhere Verkaufspreise. „Die Konsumenten werden die Auswirkungen der hohen Kraftstoffpreise bald nicht mehr nur an den Tankstellen spüren, sondern müssen sich auch im Einzelhandel auf teils deutliche Mehrbelastungen einstellen“, prognostiziert Grusser. Jedes zweite Handelsunternehmen komme trotz starkem Wettbewerbsdruck und anhaltendem Umsatzrückgang an Preissteigerungen nicht vorbei. Dennoch habe sich die Zahl der Insolvenzen seit Beginn des Jahres um 17 Prozent erhöht und seien immer mehr Betriebe in ihrer Existenz ernsthaft bedroht.

„Für den Handel ein Teufelskreis: höhere Kosten können nur noch über Preissteigerungen ausgeglichen werden, denen der Kunde mit Konsumstreik begegnet, was zu weiteren Umsatzeinbußen und dem Verlust der Liquidität führt“, äußert sich Grusser besorgt. Während der Facheinzelhandel das Verkaufspersonal weitestgehend konstant halten will, planen 58 Prozent der Warenhäuser und Verbrauchermärkte den Abbau von Beschäftigten und damit auch weitere Einschränkungen in Beratung, Service und Kundendienst.

Im Verkehrsgewerbe wird immer mehr der Einsatz alternativer Energieträger geprüft. 46 Prozent der Firmen erwägen den Umstieg auf Erdgas oder Biodiesel. Jeder Dritte verspricht sich durch einen effektiveren Fahrzeugeinsatz weitere Kraftstoffeinsparungen. Die Investitionsausgaben beschränken sich fast ausschließlich auf notwendige Reparaturen und Instandhaltungen.
Autor: nnz

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