Fr, 09:12 Uhr
21.10.2005
Vom DDR-Projektteam zu UMTS
Nordhausen (nnz). Als die Mannesmann Mobilfunk GmbH, heute Vodafone D2, 1992 als erster privater Netzbetreiber mit dem digitalen Mobilfunk in Deutschland startete, ahnte niemand, dass dieser innerhalb kürzester Zeit das gesellschaftliche Leben entscheidend verändern würde. Die nnz veröffentlicht eine Bestandsaufnahme aus Sicht des Konzerns.
Vom DDR-Projektteam zu UMTS (Foto: nnz)
Alles begann 1989 mit der Entscheidung des Ministeriums für Post und Telekommunikation, eine private Mobilfunklizenz zu erteilen und den Markt zu liberalisieren: die Grundlage für die Errichtung des D2-Netzes. Kurze Zeit später wurde bei Mannesmann Mobilfunk in Düsseldorf ein DDR-Projektteam gegründet, das sich mit spezifischen Fragen der neuen Bundesländer beschäftigte. Mit dabei waren Ingenieure für Nachrichtentechnik des ehemaligen Zentrums für Wissenschaft und Technik Dresden. Sächsische Laute am Nachbartisch in der Kantine und DDR-Oldtimer auf dem Parkplatz in Düsseldorf waren die äußeren Anzeichen einer großen Veränderung. Im August 1990 wurde eine Niederlassung in Dresden und einen Monat später in Berlin gegründet.
Der spärliche Ausbau des Telefonfestnetzes im Osten, der zunächst ein Nachteil war, brachte nun einen Vorteil für den schnellen Ausbau des Mobilfunknetzes. Da wir unsere Mobilfunkstationen nicht an das Festnetz anbinden konnten, wurde – bedingt durch die Situation im Osten – zusätzlich zur Mobilfunklizenz eine neue Richtfunklizenz erteilt. So konnten wir die Stationen schneller miteinander verbinden und das Netz rasch aufbauen, erklärt Dr. Axel Schulz, Leiter Technik der Vodafone Niederlassung Ost. Die Konsequenz war der im Vergleich zum Westen deutlich stärkere Ausbau der Infrastruktur mit einer eigenen Festnetzstruktur via Richtfunk. Dennoch war die Suche nach geeigneten Standorten schwerer als in den alten Bundesländern.
Aufgrund eines Bauverbots in der DDR gab es nur wenige Hochhäuser, Plattenbauten konnten das Gewicht der Stationen oft nicht tragen und die ungeklärten Eigentumsverhältnisse erschwerten die Anmietung. Michael Weyhe aus der Netzoptimierung in Leipzig erinnert sich: Wenn wir in die Betriebe kamen und fragten, ob wir da unsere Antennenstandorte anbringen könnten, dachten die Leute manchmal, wir kommen aus dem ‚Westen’ und wollten die Betriebe aufkaufen. Oft war es dann auch leider so, dass die Betriebe, mit denen wir dann Mietverträge machen konnten, zwei Wochen später nicht mehr existierten.
Ein weiteres Problem war das Fehlen von brauchbarem Kartenmaterial, das eine der wichtigsten Grundlagen für die Errichtung eines qualitativ hochwertigen Funknetzes ist. Die verfügbaren Landkarten enthielten insbesondere im Grenzgebiet weiße Flecken oder waren in Details nicht sehr realitätsnah. Der Aufkauf von Kartenbeständen der NVA brachte hier Erleichterung, allerdings fehlte noch bis in die späten 90er Jahre digitalisiertes Kartenmaterial.
Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten ging der Netzausbau bald zügig voran. Jetzt fehlten nur noch die Mobiltelefone, um den kommerziellen Netzbetrieb zu starten. Doch dieser verzögerte sich Monat für Monat. Der Standardkürzel GSM (Global System for Mobile Telecommunications) wurde schon bald in das Stoßgebet "God Send Mobiles!" umgewandelt. Anfang Juni erhielten die ersten Hersteller wie Ericsson und Motorola die europaweite Zulassung für ihre Prototypen und Ende Juni 1992 verfügte Mannesmann über die ersten tausend kommerziellen Mobiltelefone. Matthias Schulnick, Niederlassungsleiter Vertrieb in Berlin, einer der Pioniere beim Aufbau des Mobilfunk in Ostdeutschland, erinnert sich: Als ich 1992 bei der damaligen Mannesmann Mobilfunk GmbH hier in Berlin angefangen habe, haben wir unseren Kunden eine Revolution angeboten: Mobiles Telefonieren zu sensationell niedrigen Preisen. 2.500 bis 3.000 DM kosteten die ersten Telefone – und damit nur rund ein Viertel des bis dato üblichen Preises von 10.000 DM für ein C-Netz Autotelefon.
Die durch die Liberalisierung ohnehin bedingte starke Nachfrage nach Mobilfunk-Diensten traf in Ostdeutschland zudem auf einen enormen Nachholbedarf. Die mobile Kommunikation erhielt so eine völlig neue Dimension, erinnert sich Schulz. Durch den Mangel an Telefonen in Privathaushalten erhöhte sich die Nachfrage nach Handys. Zudem bot der Mobilfunk den Gewerbetreibenden in den neuen Bundesländern die einzige Möglichkeit, das Geschäft aufzubauen und sich zu etablieren. Bereits im Juni 1991 nahm Mannesmann den Probebetrieb in 15 Ballungsgebieten deutschlandweit auf. Das D2-Netz funktionierte und war im Juni 1992 betriebsbereit. Mit genau 46 Stationen ging das erste Mobilfunknetz in Ostdeutschland in Betrieb. Damit konnte man in den Innenstädten der großen Städte in den neuen Bundesländern mobil telefonieren.
Beim weiteren Ausbau hatten Städte, Ballungsgebiete und die großen Verbindungsstraßen Vorrang. Insbesondere im Nordosten Deutschlands mit seiner dünnen Besiedlung galt es, lange Verbindungsstrecken mit Mobilfunk zu versorgen. Investoren aus Berlin, die über die Autobahn an die Ostsee fuhren, sollten bis Rostock durchgängig telefonieren können erläutert Roland Illgen, Abteilungsleiter Funknetzentwicklung in Berlin, die damalige Devise. Auch an den Anruf eines Kollegen im Sommer 1992 erinnert er sich gern. Soeben bei schneller Fahrt nach Dresden auf der Autobahn eingebucht vermeldete dieser stolz über Handy und demonstrierte damit, dass mobiles Telefonieren jetzt auch bei schneller Fortbewegung möglich war.
Bereits Ende 1993 waren 80 Prozent der Bevölkerung versorgt und deutschlandweit 500.000 Kunden im D2-Netz. Der damalige technische Leiter der Niederlassung Dresden, Hartmut Kremling äußerte 1993 gegenüber der Freien Presse dass die Erwartungen übererfüllt seien und ein hoher Bedarf nach Mobilfunkanbindung vor allem in den ländlichen Gebieten bestehe. Das Unternehmen baute weiter aus, um auch die dünner besiedelten Gebiete zu versorgen – sicherlich ein Faktor, weshalb Vodafone im Bereich Mobilfunk nach wie vor Marktführer in den Neuen Bundesländern ist.
Rasant ging die Entwicklung weiter: In Thüringen z.B. führten die gute wirtschaftliche Entwicklung und der Ausbau als Tourismusregion seit Beginn der 90er Jahre zu einer verstärkten Nutzung des Mobilfunks, so dass bereits 1995 der Bau einer eigenen Vermittlungszentrale in Erfurt notwendig wurde. Auch der verstärkte Ausbau der Verkehrswege in den neuen Bundesländern stellte die Mitarbeiter der ostdeutschen Niederlassungen vor spannende Aufgaben. So können Autofahrer heute z.B. in den Tunneln der Thüringer Waldautobahn A71, u.a. dem Rennsteigtunnel, mit 8 km Länge der längste Autobahntunnel Deutschlands, mobil telefonieren. Bereits 1997 machte Vodafone in Berlin mit dem Slogan Mit D2 geht’s drunter und drüber darauf aufmerksam, dass mobiles Telefonieren im gesamten Berliner U-Bahnnetz möglich war. 2004 wurde mit dem Nord-Südtunnel unter Berlins Mitte auch das letzte Stück S-Bahntunnel mit Mobilfunk versorgt.
Im Jahr 1995 führt das Unternehmen die SMS (Short Messaging Service) ein und bringt damit einen Dienst auf den Markt, der in den Folgejahren zu einem Riesenerfolg werden sollte. Niemand ahnte damals, dass sich die Datenübertragung, die ursprünglich nur eine Art ‚Abfallprodukt’ bei der Übertragung der Steuerdaten war, ohne Werbung zur ‚Killerapplikation’ entwickeln würde, erinnert sich Schulz. Ende 1999 erreichte das simmsen Kultstatus. Die SMS und die Einführung der Guthaben-Karte im Jahr 1997, die vor allem bei Wenigtelefonierern und Jugendlichen beliebt ist, trugen entscheidend dazu bei, dass die Nutzerzahlen drastisch nach oben gingen. Im Jahr 1998 waren bereits fünf Millionen Kunden im D2-Netz, Anfang 2000 10 Millionen und im Sommer 2000 bereits 15 Millionen Kunden. Im gleichen Jahr erwarb Vodafone eine UMTS Lizenz und der Aufbau des Netzes für die dritte Mobilfunkgeneration begann.
Mittlerweile gehört das Handy zum täglichen Leben dazu wie die Geldbörse oder der Haustürschlüssel und ist als Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken. Heute, nur 13 Jahre nach dem kommerziellen Start, telefonieren in Deutschland mehr als 72 Millionen Menschen mit dem Handy, weit über 27 Millionen allein im D2-Netz. Die GSM-Versorgung ist bei D2 bundesweit nahezu flächendeckend gewährleistet und auch das UMTS-Netz ist bereits in rund 1.200 deutschen Städten verfügbar. Die Fachzeitschrift Connect bescheinigte Vodafone bereits zum zweiten Mal nicht nur das beste UMTS-Netz, sondern verlieh dem Düsseldorfer Unternehmen bereits zweimal den Innovationspreis für seine Leistungen bei der Einführung, Netzversorgung und den Angeboten rund um UMTS. Dementsprechend liegt derzeit auch der Schwerpunkt der beiden Niederlassungen in Berlin und Dresden im Ausbau des UMTS-Netzes in Ostdeutschland.
Denn im Jahr 2005 bedeutet mobile Kommunikation längst nicht mehr nur die Übermittlung von Sprache. Mit der neuen UMTS-Technologie ist Fernsehen auf dem Handy ebenso möglich wie Videotelefonie und der turboschnelle mobile Zugang ins Internet. Die beliebtesten Dienste bei den derzeit 530.000 Vodafone-UMTS-Kunden sind Mobile TV und Music Downloads. Geschäftskunden schätzen die Möglichkeit, mit ihrem Laptop und der UMTS-Mobile Connect Card (MCC) jederzeit mit bis zu sechsfacher ISDN-Geschwindigkeit ins Internet oder ins firmeneigene Intranet zu kommen oder sich E-Mails und Dateien ortsunabhängig herunterzuladen und so ihre Arbeitsprozesse zu optimieren. Und die Entwicklung geht weiter: Die nächste Entwicklungsstufe von UMTS trägt die Bezeichnung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access). Diese Technologie soll die Kunden mit mobilen Breitbandverbindungen versorgen, die rasante Datenraten von 2 Mbit pro Sekunde bis maximal 14 Mbit/s erreichen – das ist die 14-fache Geschwindigkeit einer Standard-DSL-Leitung.
Autor: nnz
Vom DDR-Projektteam zu UMTS (Foto: nnz)
Alles begann 1989 mit der Entscheidung des Ministeriums für Post und Telekommunikation, eine private Mobilfunklizenz zu erteilen und den Markt zu liberalisieren: die Grundlage für die Errichtung des D2-Netzes. Kurze Zeit später wurde bei Mannesmann Mobilfunk in Düsseldorf ein DDR-Projektteam gegründet, das sich mit spezifischen Fragen der neuen Bundesländer beschäftigte. Mit dabei waren Ingenieure für Nachrichtentechnik des ehemaligen Zentrums für Wissenschaft und Technik Dresden. Sächsische Laute am Nachbartisch in der Kantine und DDR-Oldtimer auf dem Parkplatz in Düsseldorf waren die äußeren Anzeichen einer großen Veränderung. Im August 1990 wurde eine Niederlassung in Dresden und einen Monat später in Berlin gegründet.
Der spärliche Ausbau des Telefonfestnetzes im Osten, der zunächst ein Nachteil war, brachte nun einen Vorteil für den schnellen Ausbau des Mobilfunknetzes. Da wir unsere Mobilfunkstationen nicht an das Festnetz anbinden konnten, wurde – bedingt durch die Situation im Osten – zusätzlich zur Mobilfunklizenz eine neue Richtfunklizenz erteilt. So konnten wir die Stationen schneller miteinander verbinden und das Netz rasch aufbauen, erklärt Dr. Axel Schulz, Leiter Technik der Vodafone Niederlassung Ost. Die Konsequenz war der im Vergleich zum Westen deutlich stärkere Ausbau der Infrastruktur mit einer eigenen Festnetzstruktur via Richtfunk. Dennoch war die Suche nach geeigneten Standorten schwerer als in den alten Bundesländern.
Aufgrund eines Bauverbots in der DDR gab es nur wenige Hochhäuser, Plattenbauten konnten das Gewicht der Stationen oft nicht tragen und die ungeklärten Eigentumsverhältnisse erschwerten die Anmietung. Michael Weyhe aus der Netzoptimierung in Leipzig erinnert sich: Wenn wir in die Betriebe kamen und fragten, ob wir da unsere Antennenstandorte anbringen könnten, dachten die Leute manchmal, wir kommen aus dem ‚Westen’ und wollten die Betriebe aufkaufen. Oft war es dann auch leider so, dass die Betriebe, mit denen wir dann Mietverträge machen konnten, zwei Wochen später nicht mehr existierten.
Ein weiteres Problem war das Fehlen von brauchbarem Kartenmaterial, das eine der wichtigsten Grundlagen für die Errichtung eines qualitativ hochwertigen Funknetzes ist. Die verfügbaren Landkarten enthielten insbesondere im Grenzgebiet weiße Flecken oder waren in Details nicht sehr realitätsnah. Der Aufkauf von Kartenbeständen der NVA brachte hier Erleichterung, allerdings fehlte noch bis in die späten 90er Jahre digitalisiertes Kartenmaterial.
Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten ging der Netzausbau bald zügig voran. Jetzt fehlten nur noch die Mobiltelefone, um den kommerziellen Netzbetrieb zu starten. Doch dieser verzögerte sich Monat für Monat. Der Standardkürzel GSM (Global System for Mobile Telecommunications) wurde schon bald in das Stoßgebet "God Send Mobiles!" umgewandelt. Anfang Juni erhielten die ersten Hersteller wie Ericsson und Motorola die europaweite Zulassung für ihre Prototypen und Ende Juni 1992 verfügte Mannesmann über die ersten tausend kommerziellen Mobiltelefone. Matthias Schulnick, Niederlassungsleiter Vertrieb in Berlin, einer der Pioniere beim Aufbau des Mobilfunk in Ostdeutschland, erinnert sich: Als ich 1992 bei der damaligen Mannesmann Mobilfunk GmbH hier in Berlin angefangen habe, haben wir unseren Kunden eine Revolution angeboten: Mobiles Telefonieren zu sensationell niedrigen Preisen. 2.500 bis 3.000 DM kosteten die ersten Telefone – und damit nur rund ein Viertel des bis dato üblichen Preises von 10.000 DM für ein C-Netz Autotelefon.
Die durch die Liberalisierung ohnehin bedingte starke Nachfrage nach Mobilfunk-Diensten traf in Ostdeutschland zudem auf einen enormen Nachholbedarf. Die mobile Kommunikation erhielt so eine völlig neue Dimension, erinnert sich Schulz. Durch den Mangel an Telefonen in Privathaushalten erhöhte sich die Nachfrage nach Handys. Zudem bot der Mobilfunk den Gewerbetreibenden in den neuen Bundesländern die einzige Möglichkeit, das Geschäft aufzubauen und sich zu etablieren. Bereits im Juni 1991 nahm Mannesmann den Probebetrieb in 15 Ballungsgebieten deutschlandweit auf. Das D2-Netz funktionierte und war im Juni 1992 betriebsbereit. Mit genau 46 Stationen ging das erste Mobilfunknetz in Ostdeutschland in Betrieb. Damit konnte man in den Innenstädten der großen Städte in den neuen Bundesländern mobil telefonieren.
Beim weiteren Ausbau hatten Städte, Ballungsgebiete und die großen Verbindungsstraßen Vorrang. Insbesondere im Nordosten Deutschlands mit seiner dünnen Besiedlung galt es, lange Verbindungsstrecken mit Mobilfunk zu versorgen. Investoren aus Berlin, die über die Autobahn an die Ostsee fuhren, sollten bis Rostock durchgängig telefonieren können erläutert Roland Illgen, Abteilungsleiter Funknetzentwicklung in Berlin, die damalige Devise. Auch an den Anruf eines Kollegen im Sommer 1992 erinnert er sich gern. Soeben bei schneller Fahrt nach Dresden auf der Autobahn eingebucht vermeldete dieser stolz über Handy und demonstrierte damit, dass mobiles Telefonieren jetzt auch bei schneller Fortbewegung möglich war.
Bereits Ende 1993 waren 80 Prozent der Bevölkerung versorgt und deutschlandweit 500.000 Kunden im D2-Netz. Der damalige technische Leiter der Niederlassung Dresden, Hartmut Kremling äußerte 1993 gegenüber der Freien Presse dass die Erwartungen übererfüllt seien und ein hoher Bedarf nach Mobilfunkanbindung vor allem in den ländlichen Gebieten bestehe. Das Unternehmen baute weiter aus, um auch die dünner besiedelten Gebiete zu versorgen – sicherlich ein Faktor, weshalb Vodafone im Bereich Mobilfunk nach wie vor Marktführer in den Neuen Bundesländern ist.
Rasant ging die Entwicklung weiter: In Thüringen z.B. führten die gute wirtschaftliche Entwicklung und der Ausbau als Tourismusregion seit Beginn der 90er Jahre zu einer verstärkten Nutzung des Mobilfunks, so dass bereits 1995 der Bau einer eigenen Vermittlungszentrale in Erfurt notwendig wurde. Auch der verstärkte Ausbau der Verkehrswege in den neuen Bundesländern stellte die Mitarbeiter der ostdeutschen Niederlassungen vor spannende Aufgaben. So können Autofahrer heute z.B. in den Tunneln der Thüringer Waldautobahn A71, u.a. dem Rennsteigtunnel, mit 8 km Länge der längste Autobahntunnel Deutschlands, mobil telefonieren. Bereits 1997 machte Vodafone in Berlin mit dem Slogan Mit D2 geht’s drunter und drüber darauf aufmerksam, dass mobiles Telefonieren im gesamten Berliner U-Bahnnetz möglich war. 2004 wurde mit dem Nord-Südtunnel unter Berlins Mitte auch das letzte Stück S-Bahntunnel mit Mobilfunk versorgt.
Im Jahr 1995 führt das Unternehmen die SMS (Short Messaging Service) ein und bringt damit einen Dienst auf den Markt, der in den Folgejahren zu einem Riesenerfolg werden sollte. Niemand ahnte damals, dass sich die Datenübertragung, die ursprünglich nur eine Art ‚Abfallprodukt’ bei der Übertragung der Steuerdaten war, ohne Werbung zur ‚Killerapplikation’ entwickeln würde, erinnert sich Schulz. Ende 1999 erreichte das simmsen Kultstatus. Die SMS und die Einführung der Guthaben-Karte im Jahr 1997, die vor allem bei Wenigtelefonierern und Jugendlichen beliebt ist, trugen entscheidend dazu bei, dass die Nutzerzahlen drastisch nach oben gingen. Im Jahr 1998 waren bereits fünf Millionen Kunden im D2-Netz, Anfang 2000 10 Millionen und im Sommer 2000 bereits 15 Millionen Kunden. Im gleichen Jahr erwarb Vodafone eine UMTS Lizenz und der Aufbau des Netzes für die dritte Mobilfunkgeneration begann.
Mittlerweile gehört das Handy zum täglichen Leben dazu wie die Geldbörse oder der Haustürschlüssel und ist als Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken. Heute, nur 13 Jahre nach dem kommerziellen Start, telefonieren in Deutschland mehr als 72 Millionen Menschen mit dem Handy, weit über 27 Millionen allein im D2-Netz. Die GSM-Versorgung ist bei D2 bundesweit nahezu flächendeckend gewährleistet und auch das UMTS-Netz ist bereits in rund 1.200 deutschen Städten verfügbar. Die Fachzeitschrift Connect bescheinigte Vodafone bereits zum zweiten Mal nicht nur das beste UMTS-Netz, sondern verlieh dem Düsseldorfer Unternehmen bereits zweimal den Innovationspreis für seine Leistungen bei der Einführung, Netzversorgung und den Angeboten rund um UMTS. Dementsprechend liegt derzeit auch der Schwerpunkt der beiden Niederlassungen in Berlin und Dresden im Ausbau des UMTS-Netzes in Ostdeutschland.
Denn im Jahr 2005 bedeutet mobile Kommunikation längst nicht mehr nur die Übermittlung von Sprache. Mit der neuen UMTS-Technologie ist Fernsehen auf dem Handy ebenso möglich wie Videotelefonie und der turboschnelle mobile Zugang ins Internet. Die beliebtesten Dienste bei den derzeit 530.000 Vodafone-UMTS-Kunden sind Mobile TV und Music Downloads. Geschäftskunden schätzen die Möglichkeit, mit ihrem Laptop und der UMTS-Mobile Connect Card (MCC) jederzeit mit bis zu sechsfacher ISDN-Geschwindigkeit ins Internet oder ins firmeneigene Intranet zu kommen oder sich E-Mails und Dateien ortsunabhängig herunterzuladen und so ihre Arbeitsprozesse zu optimieren. Und die Entwicklung geht weiter: Die nächste Entwicklungsstufe von UMTS trägt die Bezeichnung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access). Diese Technologie soll die Kunden mit mobilen Breitbandverbindungen versorgen, die rasante Datenraten von 2 Mbit pro Sekunde bis maximal 14 Mbit/s erreichen – das ist die 14-fache Geschwindigkeit einer Standard-DSL-Leitung.

