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Do, 09:57 Uhr
16.09.2021
DIW-Studie

Wirtschaftlicher Durchstart erst nächstes Jahr

Erst im kommenden Jahr könnte die deutsche Wirtschaft mit einem Plus von knapp fünf Prozent Fahrt aufnehmen, wenn Engpässe überwunden und Infektionszahlen nachhaltig gesunken sind. Die Inflation sei kein Grund zur Sorge, meldet das DIW...

Die Weltwirtschaft brummt, vor allem die Wirtschaft in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wächst mit steigender Impfquote. Doch der Konjunkturmotor in Deutschland stottert.

Weltweite Engpässe bei Vorleistungsgütern lassen die heimische Industrie – trotz starker Nachfrage aus dem In- und Ausland – nicht in Gang kommen. Entsprechend hat auch der Export an Schwung verloren und stagniert vorerst. Bei den Dienstleistungsunternehmen, die im Sommer zwar von einer beruhigten Infektionslage profitiert haben, ist aufgrund steigender Inzidenzzahlen im Winter zwar mit erneuten Dämpfern zu rechnen. Die ExpertInnen unterstellen aber, dass es nicht zu so starken Einschränkungsmaßnahmen wie im vergangenen Winter kommen wird, da die Impfstrategie Wirkung zeigt.

Wenn sich um den Jahreswechsel herum der Produktionsstau nach und nach auflöst, dürfte die deutsche Industrie im Auftaktquartal 2022 durchstarten. Ist die Pandemie wie unterstellt ab Frühjahr mehr und mehr überwunden, schwenken auch die gebeutelten Dienstleistungsunternehmen wieder auf Erholungskurs und der Konsum wird deutlich zur Wirtschaftsleistung beitragen. Entsprechend haben die DIW-KonjunkturforscherInnen die Prognose für das Jahr 2022 auf 4,9 Prozent angehoben.
DIW Berlin

Vorübergehend hohe Inflation kein Grund zur Sorge
Auch der Arbeitsmarkt zieht langsam wieder an, im laufenden Quartal dürfte die Beschäftigung merklich ausgeweitet werden. Allerdings wird die vierte Corona-Welle wohl nochmal leicht bremsen und vorübergehend auch die Zahl der KurzarbeiterInnen wieder nach oben treiben. Mittlerweile kommen indes aus der Industrie wieder positive Signale: Dort dürften wieder verstärkt sozialversicherungspflichtige Jobs aufgebaut werden. Die Zahl der Erwerbstätigen wird voraussichtlich ab kommendem Frühjahr nachhaltig steigen.

DIW-Konjunkturbarometer (Foto: DIW-Berlin) DIW-Konjunkturbarometer (Foto: DIW-Berlin)


Die Löhne dürften im kommenden Jahr wieder nach und nach an die Lohndynamik der Vorkrisenjahre anknüpfen. Dass sie nicht überbordend steigen, ist ein Grund, warum die ForscherInnen die zuletzt steigende Inflation nicht beunruhigt. Die derzeit hohe Teuerungsrate ist vor allem Sondereffekten geschuldet: Zu einem guten Teil geht sie auf den Wegfall der Mehrwertsteuersenkung und die wieder in einen normalen Bereich hochgeschnellten Ölpreise zurück. Beides wird die Rate im kommenden Jahr immer weniger verzerren, deshalb dürfte die Inflation ab 2022 auch auf zwei Prozent und darunter zurückgehen.
DIW Berlin

Schuldenquote steigt auf über 70 Prozent
Die Corona-Eindämmungsmaßnahmen haben im ersten Halbjahr zu schwächer steigenden Steuereinnahmen und erheblichen Mehrausgaben geführt. Die gesamtstaatlichen Einnahmen dürften im Jahr 2021 um 3,3 Prozent steigen, in den nächsten beiden Jahren durch den wirtschaftlichen Aufholprozess sogar um 4,7 und 4,6 Prozent. Aber auch die Ausgaben nehmen weiter zu. Insgesamt werden sie in diesem Jahr wahrscheinlich nochmals um vier Prozent zulegen und damit zu einem gesamtstaatlichen Finanzierungsdefizit von rund 160 Milliarden Euro führen. Auch im nächsten und übernächsten Jahr wird wohl noch mit einem deutlichen Defizit in Höhe von 78 beziehungsweise 43 Milliarden Euro zu rechnen sein. Die Schuldenquote dürfte in diesem Jahr von 69 auf 72 Prozent steigen und im kommenden Jahr wieder auf unter 70 Prozent sinken. Somit dürfte auch die Schuldenbremse im Jahr 2023 kaum wieder einzuhalten sein.
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