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Mi, 11:21 Uhr
15.09.2021
Schulsozialarbeiterin am Herder-Gymnasium

Anika Lier herzlich aufgenommen

Schulsozialarbeit existiert seit über 30 Jahren. Sie hat sich als eine intensive und wirksame Form der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule in der Praxis bewährt und ist von zentraler Bedeutung bei der Weiterentwicklung des Bildungswesens zu einem Gesamtsystem von Bildung, Erziehung und Betreuung. Als professionelles sozialpädagogisches Angebot ist sie eigenständig und dauerhaft im Schulalltag verankert. Auch im Nordhäuser Herder-Gymnasium...

Anika Lier (Foto: H. Roeder) Anika Lier (Foto: H. Roeder)
Sie erscheint an allen Schulformen sinnvoll, gerade in einer Zeit besonderer gesellschaftlicher Herausforderungen, wie sie in den letzten achtzehn Monaten zu verzeichnen sind. Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter helfen Kindern und Jugendlichen in enger Kooperation mit den Lehrer*innen bei der Bewältigung ihrer Lernprobleme und/oder ihrer Lebensprobleme, stärken ihre Persönlichkeit und erschließen Ressourcen im sozialen Umfeld.

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Schulsozialarbeit ist an Gymnasien immer noch sehr selten und eine Ausnahme. Um so größer war die Freude des Kollegiums des Herder-Gymnasiums in der Vorbereitungswoche nun erstmals eine Schulsozialarbeiterin in der Aula begrüßen zu können. Anika Lier ist bereits seit acht Jahren in diesem Job tätig und sieht ihn als Berufung, ihre Erfahrungen aus der Jugendhilfearbeit dabei nutzend. Ob Beratung, Einzelfallhilfe, pädagogische Gruppenarbeit oder die Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten, vor allem auch als Organisator für präventive Klassenprojekte und die Durchführung erlebnispädagogischer Angebote ein weit gefasstes Aufgabenfeld steht vor ihr. Als abwechslungsreich, vielfältig und herausfordernd bezeichnet es Anika Lier, Motivation stellt für sie ein Leitmotiv dar.

Ihre Arbeit als Schulsozialarbeiterin am Herder-Gymnasium und ist eine Zusammenarbeit mit der „Frohe Zukunft“ Nordhausen gGmbH und wird gefördert aus Mitteln des Freistaates Thüringen, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport sowie des Landkreises Nordhausen.

Schulsozialarbeit kann erfolgreich sein, wenn sie gleichberechtigt zur Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule ist. Nur dann entfaltet sie ihre spezifische Wirksamkeit, denn schul- und sozialpädagogische Kompetenzen greifen ineinander. Anika Lier hat das Kollegium am Herder-Gymnasium bereits von sich und ihrer Tätigkeit überzeugt, indem sie fachlich versiert ihre Aufgabenfelder vorstellte, erste Grundideen bzgl. der Tätigkeit offenbarte und intensiv auf Kooperation am Gymnasium, mit Eltern und Partnern im Umfeld der Schule verwies. Die junge Mutter weiß, wovon sie spricht, denn sie blickt bereits auf zehn Jahre Erfahrung zurück und schreibt derzeit ihre Masterarbeit im Studiengang Systemische Beratung.

Zu den Jüngsten der Wiedigsburg nahm sie schon direkt Kontakt auf, verbrachte mit den Fünfern den Kennenlerntag und sucht in den Pausen das Gespräch auf dem Schulhof. Gerade der Übergang von der Klassenstufe 4 zur 5 sowie der damit verbundene Schulwechsel stelle für die Kinder eine große Herausforderung dar, so Lier. Zudem konnte sie bereits einige Klassen persönlich begrüßen, ihr Tätigkeitsfeld vorstellen und Kontakte knüpfen. Daneben ist sie im Lehrerzimmer präsent und hat ein offenes Ohr für große und kleine Anliegen. Ihr Büro in einer ruhigen Ecke des Südflügels hat sie bezogen und gemütlich eingerichtet, sodass es auch die junge Generation zu Gesprächen einlädt.

Die junge Frau schaut optimistisch und selbstbewusst auf die neue Herausforderung, denn sie freut sich darauf, Trainings zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der sozialen Kompetenzen oder zum Umgang mit sozialen Konflikten anzubieten und mit Eltern, Lehrkräften und Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten. Um die individuelle und soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zukünftig noch intensiver fördern zu können, sollen an der Schule weitere Aktivitäten angeboten werden, durch die Schüler*innen über das schulische Angebot hinaus ihre Fähigkeiten entfalten, Anerkennung erfahren und soziale Prozesse gestalten können. Anika Lier ist davon überzeugt, dass es Ausgrenzung und dem Risiko des Scheiterns in der Schule noch stärker entgegenzuwirken gelte und die Jugend darin zu unterstützen sei, ihre Stärken zu entfalten und ihre Lebensperspektiven zu entwickeln.
Heike Roeder
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