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Mo, 10:47 Uhr
10.10.2005

Auflösungen

Nordhausen (nnz). Seit dem 1. Oktober ist im Automobilhandel die Welt ein wenig anders geworden. Es gibt nun die Freiheit der Niederlassung. Hintergründe und Merkwürdigkeiten im Landkreis Nordhausen hat die nnz für Sie beobachtet.


Der deutsche Automobilhandel wird die seit 1. Oktober geltende Niederlassungsfreiheit nach Ansicht des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) zur internationalen Expansion nutzen. Der Vorstand des Verbandes sprach in seiner "Berliner Sitzung" vor wenigen Tagen zwar von einem zukunftweisenden Termin, warnte gleichzeitig aber vor überzogenen Erwartungen und Hoffnungen.

Das Positive an diesem Termin im Rahmen der Gruppenfreistellungsverordnung sei die Möglichkeit des autorisierten Handels, ohne Zustimmung des Herstellers oder Importeurs unbegrenzt Verkaufsstellen und Auslieferungsstellen im Gebiet der EU errichten zu können. Der Vorstand, sagte Leuchtenberger ferner, erwarte, dass zwischen fünf und zehn Prozent der Handelsunternehmer die Möglichkeiten der Expansion nutzten. Parallel dazu beobachte man im Verband sehr aufmerksam die Verunsicherung und Sorge der mittelständisch strukturierten Unternehmen, dass - so wörtlich - "große internationale Ketten im deutschen Automobilmarkt mit Einkaufsvorteilen" aktiv würden.

Die haben vermutlich noch nicht an die Türen der Händler im Landkreis Nordhausen geklopft, wohl aber Anbieter aus anderen Bundesländern. So expandiert einer der Großen, die Hallesche PS-Union nach Thüringen. Ein erstes Ziel könnte Nordhausen sein. Dort geht es dem angestammten Ford-Händler in der Helmestraße wirtschaftlich nicht so gut. Gegenüber der nnz betonte zum Beispiel PS-Union-Chef Volker Ciesiolka, dass man an dem Standort in Nordhausen durchaus interessiert sei. Das Interesse sei so groß, dass die Hallenser den Nordhäuser Traditionsbetrieb eigentlich schon zum 1. September übernehmen wollten. Doch daraus wurde nichts, hieß es in Halle vorsichtig, es gebe in Nordhausen noch viele Probleme zu lösen.

Auflösungserscheinungen sind auch beim Volvo-Vertragshändler für die Personenkraftwagen der Rolandstadt zu beobachten. Dort habe der schwedische Konzern die Autos vom Hof holen lassen. Und in der Tat, an der Südstraße sieht es ziemlich leer aus. Leider gibt es auch der deutschen Volvo-Niederlassung nur eine Antwort, in der mitgeteilt wird: Es wurde Verschwiegenheit vereinbart.

ZDK-Präsident Rolf Leuchtenberger sagte vor kurzem nach einer Sitzung, die Niederlassungsfreiheit werde dazu beitragen, den ohnehin starken Wettbewerb in der Automobilwirtschaft weiter zu verschärfen. Ein weiter zunehmender Druck auf die Autopreise, ein wachsender Zwang der Autoindustrie zur Preisharmonisierung in Europa und ein anhaltender Trend zur Filialisierung in den Großstädten seien zu erwartende Konsequenzen. Und so wird das „Hütchen-wechsle-dich-Spiel“ in den kommenden Monaten sicher noch weiter gehen. Die Kunden können mit weiteren Preisnachlässen rechnen, die Arbeitnehmer in den „betroffenen“ Häusern jedoch auch mit einem „blauen“ Brief.
Autor: nnz

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