Di, 11:53 Uhr
06.11.2001
Kein Bedarf an einem Job bei NOI?
Nordhausen/Niedersachswerfen (nnz). Die Arbeitslosenquote im Landkreis Nordhausen lag im Oktober bei 18,4 Prozent. Dem Unternehmen NOI Rotortechnik GmbH in Niedersachswerfen gehen die Arbeitskräfte aus. Ein Widerspruch?
In den zurückliegenden Tagen wurden Vorwürfe des Unternehmens laut, das Nordhäuser Arbeitsamt würde den Bedarf an Arbeitnehmern nicht abdecken. Heute nun konterte das Amt. Nach Angaben von Arbeitsamtsdirektorin Dr. Simone Simon erhielt ihre Behörde einen Vermittlungsauftrag über 70 Arbeitskräfte. Diese seien auch zum 1. November in das bundesweite Stelleninformationszentrum eingestellt worden.
Den Vorwurf der mangelnden Kooperation wollte das Arbeitsamt also nicht stehen lassen. Mehr noch: Seit April 1999 seien in Nordthüringen über 1.000 Arbeitslose über die Anforderungen des kunststoffverarbeitenden Unternehmen informiert. Über 750 Frauen und Männer haben Trainingsmaßnahmen im Ausbildungszentrum des Unternehmens begonnen und letztendlich fast 500 diese Maßnahme absolviert. Übernommen wurden bislang mehr als 200 der Teilnehmer, von denen 90 nach kürzeren Beschäftigungszeiten wieder aus der NOI ausschieden.
Das seien, so Simon, sehr niedrige Eingliederungserfolge. In der Regel werden nach Trainingsmaßnahmen zwischen 80 und 90 Prozent der Teilnehmer in dauerhafte Arbeit gebracht, bei den NOI-Maßnahmen seien es nicht einmal 20 Prozent gewesen. Gewiß, die Kunststoffverarbeitung ist nicht jedermanns Sache, diese hohe Ausfallqoute mache aber selbst die Experten des Amtes stutzig, zumal das Nordhäuser Arbeitsamt für die Ausbildungsmaßnahmen des Unternehmens mehr als 1,5 Millionen Mark ausgegeben hat. Das Amt will auch weiterhin eine finanzielle Unterstützung für die Ausbildung zum Faserverbundmechaniker bereitstellen, jedoch nur für eine vierwöchige Trainingsmaßnahme, nicht für zwölf Wochen. Die Teilnehmer dieser Maßnahmen würden die Betriebsabläufe kennen, so Simon.
Nach der Vielzahl der geförderten Maßnahmen und der geringen Erfolgsquote sei das Arbeitsamt jetzt angehalten, einen finanzielle Beteiligung von NOI einzufordern. Dies sei dem Unternehmen am 30. Oktober auch angeboten worden. Die Reaktion: Die Firma hatte die Trainingsmaßnahme storniert, man hätte zu diesen Konditionen keinen Bedarf. Die Mitarbeiter des Arbeitsamtes wiesen bei diesem Gespräch darauf hin, dass sich das Unternehmen in Niedersachswerfen mehr der Öffentlichkeit öffnen und für seine Angebote werben müsse. Vorgeschlagen wurde zum Beispiel die Ausgestaltung eines Tages der offenen Tür. Die Reaktion aus Niedersachswerfen bleibt abzuwarten.
Noch härter ins Gericht mit NOI geht die Nordhäuser IG Metall. Was da läuft, das ist eine Riesensauerei, meint Astrid Schwarz-Zaplinski zur nnz. Viele Arbeitnehmer von NOI hätten sich in der zurückliegenden Zeit bei der Gewerkschaft über unzumutbare Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten beschwert. Da scheint auch eine Passage aus der offizielle Pressemitteilung des Arbeitsamtes stimmig zu werden: Das Unternehmen muß sich den potentiellen Arbeitnehmern öffnen und zeigen, dass sich die Arbeitsbedingungen durch vielfältige Maßnahmen verändert haben, heißt es da.
Der Versuch von Arbeitnehmern, gemeinsam mit der Gewerkschaft Betriebsratswahlen zu organisieren, sei vom Unternehmen mit Kündigungen beantwortet worden, so die Gewerkschafterin. Den Klagen der Betroffenen sei vom Arbeitsgericht zwar stattgegeben worden, der Arbeitgeber habe jedoch Berufung eingelegt.
Autor: nnzIn den zurückliegenden Tagen wurden Vorwürfe des Unternehmens laut, das Nordhäuser Arbeitsamt würde den Bedarf an Arbeitnehmern nicht abdecken. Heute nun konterte das Amt. Nach Angaben von Arbeitsamtsdirektorin Dr. Simone Simon erhielt ihre Behörde einen Vermittlungsauftrag über 70 Arbeitskräfte. Diese seien auch zum 1. November in das bundesweite Stelleninformationszentrum eingestellt worden.
Den Vorwurf der mangelnden Kooperation wollte das Arbeitsamt also nicht stehen lassen. Mehr noch: Seit April 1999 seien in Nordthüringen über 1.000 Arbeitslose über die Anforderungen des kunststoffverarbeitenden Unternehmen informiert. Über 750 Frauen und Männer haben Trainingsmaßnahmen im Ausbildungszentrum des Unternehmens begonnen und letztendlich fast 500 diese Maßnahme absolviert. Übernommen wurden bislang mehr als 200 der Teilnehmer, von denen 90 nach kürzeren Beschäftigungszeiten wieder aus der NOI ausschieden.
Das seien, so Simon, sehr niedrige Eingliederungserfolge. In der Regel werden nach Trainingsmaßnahmen zwischen 80 und 90 Prozent der Teilnehmer in dauerhafte Arbeit gebracht, bei den NOI-Maßnahmen seien es nicht einmal 20 Prozent gewesen. Gewiß, die Kunststoffverarbeitung ist nicht jedermanns Sache, diese hohe Ausfallqoute mache aber selbst die Experten des Amtes stutzig, zumal das Nordhäuser Arbeitsamt für die Ausbildungsmaßnahmen des Unternehmens mehr als 1,5 Millionen Mark ausgegeben hat. Das Amt will auch weiterhin eine finanzielle Unterstützung für die Ausbildung zum Faserverbundmechaniker bereitstellen, jedoch nur für eine vierwöchige Trainingsmaßnahme, nicht für zwölf Wochen. Die Teilnehmer dieser Maßnahmen würden die Betriebsabläufe kennen, so Simon.
Nach der Vielzahl der geförderten Maßnahmen und der geringen Erfolgsquote sei das Arbeitsamt jetzt angehalten, einen finanzielle Beteiligung von NOI einzufordern. Dies sei dem Unternehmen am 30. Oktober auch angeboten worden. Die Reaktion: Die Firma hatte die Trainingsmaßnahme storniert, man hätte zu diesen Konditionen keinen Bedarf. Die Mitarbeiter des Arbeitsamtes wiesen bei diesem Gespräch darauf hin, dass sich das Unternehmen in Niedersachswerfen mehr der Öffentlichkeit öffnen und für seine Angebote werben müsse. Vorgeschlagen wurde zum Beispiel die Ausgestaltung eines Tages der offenen Tür. Die Reaktion aus Niedersachswerfen bleibt abzuwarten.
Noch härter ins Gericht mit NOI geht die Nordhäuser IG Metall. Was da läuft, das ist eine Riesensauerei, meint Astrid Schwarz-Zaplinski zur nnz. Viele Arbeitnehmer von NOI hätten sich in der zurückliegenden Zeit bei der Gewerkschaft über unzumutbare Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten beschwert. Da scheint auch eine Passage aus der offizielle Pressemitteilung des Arbeitsamtes stimmig zu werden: Das Unternehmen muß sich den potentiellen Arbeitnehmern öffnen und zeigen, dass sich die Arbeitsbedingungen durch vielfältige Maßnahmen verändert haben, heißt es da.
Der Versuch von Arbeitnehmern, gemeinsam mit der Gewerkschaft Betriebsratswahlen zu organisieren, sei vom Unternehmen mit Kündigungen beantwortet worden, so die Gewerkschafterin. Den Klagen der Betroffenen sei vom Arbeitsgericht zwar stattgegeben worden, der Arbeitgeber habe jedoch Berufung eingelegt.


