nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Fr, 18:29 Uhr
30.07.2021
Der Mensch und die Ressourcen

Nachhaltigkeit bedeutet nicht zwingend Verzicht

Der Mensch verbraucht mehr, als der Planet hergibt. Wirklich greifbar ist das für den begrenzten Erfahrungshorizont des Einzelnen aber nur schwer. Deswegen behilft man sich mit Gleichnissen wie dem „Erdüberlastungstag“. Was der eigentlich umschreibt und wie man die Entwicklung vielleicht doch noch drehen könnte, darüber haben wir mit Professor Viktor Wesselak gesprochen…

Nachhaltigkeit bedeutet nicht zwingend Verzicht, Symbolbild (Foto: agl) Nachhaltigkeit bedeutet nicht zwingend Verzicht, Symbolbild (Foto: agl)

Am 29. Juli markierte man in diesem Jahr den „Erdüberlastungstag“, also der Tag, an dem die Menschheit für das laufende Jahr theoretisch mehr verbraucht hat, als der Planet nachliefern kann. Erdacht wurde der „Overshoot Day“ im Jahr 2006 von Andrew Simms aus Großbritannien, dem „Global Footprint Network“ und dem Naturschutzverband WWF. Seit den 1970er Jahren, so die Annahme, verbraucht die Menschheit mehr natürliche Ressourcen als der Planet hergibt. Angegeben wird dieser Verbrauch in „Erden“. Anno 1970 hätte man demnach am 29. Dezember 1,01 Erden verbraucht. 2020 übertrat man die Ziellinie schon am 22. August und hätte 1,56 Erden verbraucht.

Anzeige MSO digital
Das alles klingt griffig, ist aber im globalen Umfang nur schwer zu fassen. Wie verbraucht man „Erden“? Was wird da eigentlich verbraucht? Geht es nur um Biomasse? Was ist mit nicht-nachwachsenden Rohstoffen?

Die Überlegung ist eigentlich eine andere, meint Professor Viktor Wesselak von der Nordhäuser Hochschule. Um die Auswirkungen unseres Lebensstils zu betrachten könne man verschiedene Maßstäbe anlegen. Seine Studenten etwa hatten in der nnz ihre Überlegungen anhand des CO2-Fußabdrucks in einer kleinen Reihe zur Diskussion gestellt. Betrachtungen des globalen, ökologischen Fußabdrucks betrachten den Verbrauch in der Fläche. „Sie haben fünf Punkte, die jede Gesellschaft befriedigen muss. An erster Stelle steht Nahrung, gefolgt von Wohnraum und Energie, Verkehr, Produktion und Konsum Abseits der drei vorangegangenen Punkte und die Entsorgung. Für das alles brauchen sie Fläche. Der ökologische Fußabdruck betrachtet, wieviel Fläche man theoretisch für den eigenen Bedarf verbraucht.“

Der wäre für den Lebensstil hierzulande vergleichsweise hoch und könnte ohne Wechselbeziehungen zum Rest des Globus nicht von den vorhandenen Ressourcen im Land gedeckt werden. Die Bevölkerungsdichte fällt weniger ins Gewicht, eher der Verbrauch. „Der Fokus auf eine Überbevölkerung stammt noch aus den 90er Jahren, da hat man viel darüber nachgedacht und Länder wie China haben rigorose Maßnahmen durchgesetzt.“, erzählt Wesselak. Heute habe sich der Blickwinkel gedreht. Der Verbrauch eines bevölkerungsreichen Landes kann unter dem eines weniger dicht besiedelten Landes liegen, entweder weil man tatsächlich weniger verbraucht oder effizienter mit den vorhandenen Ressourcen umgeht. „Die direkte Lösung wäre freilich das man insgesamt weniger Menschen hat aber das ist nicht durchsetzbar. Es bleibt also nur die Möglichkeit, den Ressourcenverbrauch runterzuschrauben, entweder indem man nachhaltiger produziert oder tatsächlich Verzicht übt."

Was nicht heißt, dass man zurück ins Mittelalter fallen muss um den Planeten zu retten. In der akademischen Auseinandersetzung geht man davon aus, dass es möglich ist auf dem Stand des 21. Jahrhunderts zu leben, ohne die Ressourcen überzustrapazieren. „Nachhaltigkeit bedeutet nicht automatisch Konsumverzicht“, sagt Wesselak. Im Kern werden drei Strategien betrachtet. Erstens die Effizienzstrategie, also etwa der Wechsel von der Glühbürne zur LED oder vom Verbrenner zum Elektroantrieb schlicht weil der Wirkungsgrad höher ist. Zweitens die Konsistenzstrategie, die mit der Ausweitung einer Kreislaufwirtschaft, dem „cradle to cradle“ Prinzip einhergehen würde und die „Suffizienzstrategie“, die dann tatsächlich weniger Konsum vorsehen würde. Im Idealfall findet man einen Weg, alle drei Strategien miteinander zu verbinden. „Ich bin Ingenieur, da ist man immer Optimist, Lösungen gibt es in fast allen Bereichen. Der Verbrauch an ökologischen Ressourcen ist in den Griff zu bekommen, aber das ist anstrengender als ein weiter wie bisher.“ Zumindest auf den ersten Blick, meint Wesselak, betrachte man Ereignisse wie die jüngsten Überschwemmungen, dann müsse man sich klar machen, dass sich die Schäden nicht auf Dauer kompensieren lassen, schon gar nicht, wenn aus Jahrhundertereignissen Jahrzehntereignisse werden.

Ein fragiles System
Regional betrachtet kommt der Blick auf die Fläche an Grenzen. Der Landkreis Nordhausen verfügt nicht allein über die Goldene Aue um seine Bevölkerung zu ernähren, man ist eingespannt in ein großes Geflecht, das letztlich einmal um den Globus reicht. Auf die Weltwirtschaft allein will sich Professor Wesselak aber lieber nicht verlassen. „Was passiert wenn die Weltwirtschaft einmal still steht, haben wir gerade erst erlebt. Das System an sich ist fragil und baut darauf, dass global ein Maß an Sicherheit und Stabilität herrscht und sich alle an die Spielregeln halten. Werden die Ressourcen knapper, dürfte man in Zukunft eher mehr Instabilität, mehr Konflikt erwarten." Der Streit um die NordStream 2 Pipeline mag da als aktuelles Beispiel herhalten. Rohstoffsicherheit für die einen und der Kampf um Absatzmärkte für die anderen führt zu internationalen Interessenskonflikten.

Die Lernkurve
Der Weg zu einer anderen wirtschaftlichen Philosophie, die schon am Anfang an das Ende ihrer Produkte denkt, wird noch weit sein so er denn überhaupt in umfänglichen Maße eingeschlagen wird. Wesselak sieht Wirtschaft wie Gesellschaft da auf einer Art Lernkurve. „Nehmen wir die Lithium-Ionen Batterie. Da haben wir ein Ressourcenproblem. Es ist günstiger, die Rohstoffe aus der Erde zu holen, als sie aus bereits verbauten Teilen zurückzugewinnen. Rückholbarkeit spielt im Moment keine Rolle. Aber das wird sich ändern, man wird in eine Kreislaufwirtschaft hineinkommen. Das dass geht können sie ganz gut an alten Autobatterien sehen. Wenn Sie ihre Autobatterie zum Schrotthändler bringen, kriegen sie noch einen Fünfer dafür weil es einen Markt dafür gibt. Blei wird in Deutschland heute zu 99 Prozent im Kreis geführt. Diese Lernkurve müssen wir beim Lithium noch durchmachen“. Aber da komme man noch hin, meint Professor Wesselak.
Angelo Glashagel
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

30.07.2021, 19.34 Uhr
pseudonym | Ein paar Artikel früher wurde noch bemängelt
daß soundsoviele Arbeitnehmer älteren Semesters sind und kaum Nachwuchs vorhanden. Was denn nu? Wirtschaftswachstum und Kinder für die Wirtschaft oder doch lieber nur 500 Mio Menschen auf der Welt? Entscheidet Euch.

Schon wieder wird in Dauerschleife dieses Thema aufgegriffen.

Liebe NNZ, macht doch eine Tochterfirma in den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde auf und informiert diese Menschen über die Überbevölkerungsproblematik, als die paar "alten" Hanseln im relativ dünnbesiedelten Nordthüringen, dessen Bevölkerung in den nächsten 10-20 Jahren durch das Ableben der zahlenmäßig starken alten Jahrgänge sich sowieso reduzieren wird. Deren Ressourcenverbrauch ist im Verhältnis durch niedrige Einkommen sowieso nicht der höchste in Deutschland oder der Welt. (Aber zählt so ein afrikanischer Zeitungsableger der NNZ dann unter Wirtschaftswachstum?)

Wozu dann soviel Invest in Medizin und Gesundheitswesen? Wozu die Coronaimpfungen? Wenn wir doch alle zuviele sind? "Nicht durchsetzbar" ist da wohl unglaubwürdig. Wozu Einwanderung um die Wirtschaft am Laufen zu halten? Die Migranten würden doch dann in Afrika und im Nahen Osten weniger "verbrauchen", als wenn sie hierherkommen und unserem Lebensstandart frönen?

Fragen über Fragen.

Andere These: Damals so um 1930 waren ca. 2 Milliarden Menschen auf der Erde. Damals hatte man Angst zu verhungern und suchte Lebensraum im Osten. Damals hat man auch gesagt, es sind zuviele auf der Welt und man muß um die Ressourcen kämpfen.

Heute sind's nun über 7 Milliarden und sie wurden/ werden nun doch weitestgehend gut versorgt, sonst wären es ja nicht so viele geworden. Hätte man das 1930 gewußt! Dazu gibt's 1 Milliarde PKWs zusätzlich zu den +5 Milliarden Menschen und die meisten Menschen haben ihren Wohlstand vermehrt - ja, auch in den Entwicklungsländern - als verzichtet.

Der Peak soll sich ja bei ca. 12 Milliarden einstellen, und dann sogar durch den verbreiteten Wohlstand durch technologischen Fortschritt wieder absinken.
Da wird man sich vielleicht 2050 sagen: Hätten wir das damals gewußt! Da hätten wir 2021 nicht so eine Panik machen müssen.

8   |  6     Login für Vote
30.07.2021, 22.24 Uhr
Halssteckenbleib | Klima,Resorßen..
Solange immer noch alles nur zum wegschmeißen gebaut wird da ist auch noch genug vorhanden .Handys die keiner mehr braucht fliegen in den Müll weil sie halt klein sind.Der Akku darin gleich mit weg .Gibt ja genug Resorßen davon.Wen juckts wo das Zeug herkommt.Hauptsache es ist da.Es sind immer noch Rohstoffe für alles ohne Ende vorhanden zu sein..Alles halb so wild könnte man denken....

5   |  4     Login für Vote
30.07.2021, 23.06 Uhr
grobschmied56 | Sie sang das alte Entsagungslied...
... das Eia popeija vom Himmel,
womit man einlullt, wenn es greint,
das Volk, den großen Lümmel.

So reimte es schon vor zwei Jahrhunderten Heinrich Heine, unser wunderbarer Dichter.
Lange her und doch hoch aktuell. Den Volksverblödern fällt einfach nichts Neues ein.
Verzichten.
Einschränken. (sowohl Bürgerrechte wie auch materielle Werte)
Gängeln.
Verbieten.
Kontrollieren.
Kennzeichnen.
DEN ZEIGEFINGER ERHEBEN!
Warnen!!!
Testen.
Angst verbreiten.
Panik verbreiten.
Mit dem Zeigefinger auf Zweifler zeigen!
Zweifler und Kritiker zu Feinden erklären!
Feinde für alles und jedes verantwortlich machen.
Dürre. Überschwemmung. Virus. Hitze. Kälte. Schnee. Frost. Delta. Lambda. ... Omega.
Die, die da ständig widersprechen und kritisieren und zweifeln...DIE SIND SCHULD AN ALLEM!!!
Nach über einem Jahr 'CORONA' ist die Bundesregierung unter Frau Merkel nach eigenem Bekunden nicht in der Lage, zu definieren, welche ihrer Maßnahmen ein irgendwie geartetes Ergebnis hatten.
Eine Regierung, welche sich anmaßt, den Temperaturanstieg auf der ERDE in den nächsten hundert Jahren auf weniger als 2° zu begrenzen, war nicht in der Lage, die Bewohner Südwestdeutschlands vor einem Wolkenbruch mit 200 Liter Regen pro Quadratmeter INNERHALB DER NÄCHSTEN ZWEI TAGE zu warnen.
Und die Menschen jubeln IHR zu!
Und vertrauen IHR.
Ein wenig mehr Nachhaltigkeit wäre da schon besser gewesen.
Zum Beispiel NACHHALTIGKEIT, indem man sich auf den guten, alten LUDWIG ERHARD besinnt.
Ein wahrhaft guter CDU-Politiker, Schöpfer der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und einer der Vordenker des einfachen Prinzips, daß alles, was konsumiert werden soll, zuvor erst mal erarbeitet werden muß.

12   |  8     Login für Vote
31.07.2021, 00.50 Uhr
grobschmied56 | Kleiner Nachtrag...
... eine der Schlagzeilen - in den letzten Tagen: Vettel reist mit dem Zug zum großen Formel I - Zirkus an - und mit Turnschuhen mit 'Regenbogen-Farben' - na das isses doch, oder?
Applaus, Applaus! Für so viel NACHHALTIGKEIT UND HALTUNG!
Was für ein mieser Hund ist dagegen der GROBSCHMIED, der das ganze Jahr über mit dem Auto fährt, Bahn ignoriert und über REGENBOGEN-SCHNICKSCHNACK nur den Kopf schüttelt?
Mal im Ernst, den ganzen Regenbogen-Rummel können sich die Medienmacher von mir aus an den sogenannten oder Hut stecken wie den aus meiner Sicht genau so überflüssigen Formel 1 Schnulli.
Formel 1 - Rennwagen verbrauchen zwischen 40 bis 45 Liter Super pro 100 Kilometer.
Ich brauch weder das eine, noch das andere.
Mit meinem mickrigen Kleinwagen (Durchschnittsverbrauch 6.2 Liter Super pro 100 Km) fahre ich nur das Notwendige. 250 bis 300 Km im Monat.
Und Liebhaben können sich von mir aus alle Menschen auf der ganzen Welt, soviel sie wollen. Nur muß man damit nicht dem Rest der Menschheit, den es nicht interessiert ständig auf den Sender gehen.
Wenn man sich auf dies Minimum einigen könnte, das würde ich schon als nachhaltig begrüßen.

12   |  8     Login für Vote
31.07.2021, 10.29 Uhr
Landarbeiter | Nachtschichttroll
Die Menschen, die es nicht interessiert, müssen es nicht lesen. Und schon gar nicht sinnbefreit kommentieren.

Ein sehr guter Artikel! Man muss bei sich selbst, bei uns anfangen, vernünftig mit Ressourcen umzugehen.

10   |  12     Login für Vote
31.07.2021, 11.41 Uhr
Real Human | Wollt ihr wissen, wie es weitergeht?
… Dann „Memento mori.“ – Bedenke, dass du [selbst!] sterben wirst. Und dann schau mal tief in den Himmel!

Wenn es nach der OPTIMISTISCHEN „Philosophie“ von Ingenieuren geht, werden schon in naher Zukunft alle Probleme der Menschheit gelöst sein. Das steht im Widerspruch zu jeglichem REALISMUS von dem sich Ingenieure „eigentlich“ auch leiten lassen müssten.

Wer sich „Philosoph“ nennt, sollte die Welt und sich selbst so sehen wie sie IST und nicht so, wie er/sie sie sich WÜNSCHT. (Marx und Nietzsche hätten vielleicht öfter mal zusammen „ein Bierchen trinken“ sollen!–)

Eine gute Frage stellte der Kernphysiker Enrico Fermi 1950 nach angeblichen UFO-Sichtungen:

„Where is everybody?“, fragte er die versammelten UFO-Enthusiasten. Schön dargestellt ist das „Fermi-Paradoxon“ auf „100SekundenPhysik“ auf YouTube. Danach zerstört sich jede kosmische Zivilisation ab einem bestimmten Entwicklungsstand wegen ihrer inneren Widerstreitigkeiten irgendwann selbst. Den „großen Filter“ passiert so gut wie keine. (Vielleicht hat uns eine solche als quasi Computersimulation geschaffen, um mal auszuexperimentieren wie es ginge und wie nicht??–))

Damit es mit uns Menschen als Spezies noch ein Weilchen weitergeht, müssten die gewählten und nicht gewählten „Großkopferten“ sehr „dicke Bretter“ bohren!

Die da z.B. wären:

• Überbevölkerung des Planeten mit – auch zwangsweiser! – Geburtenkontrolle entschärfen,

• Ersatz militärisch hochgerüsteter konkurrierender Machtzentren durch eine „qualifiziert“ (Siehe Anmerkung!) demokratische Weltregierung,

• Entmachtung der Missbraucher von Religionen, …

(Wohl sehr unrealisierbar, weil geradezu übermenschlich und unerwünscht?!)

Anmerkung:

„Wissen ist Macht. Aber Unwissenheit bedeutet noch lange nicht Machtlosigkeit.“ (Enrico Fermi, gefunden auf „myzitate“.)

Danke für die Thematisierung an Angelo Glashagel und Professor Wesselak!

7   |  7     Login für Vote
31.07.2021, 20.55 Uhr
Kritiker2010 | Klimaschutz ist Religion!
Wenn es doch nur die Kirchen verstanden hätten. Sie müssen das Bild der allmächtigen Götterfiguren in ein zeitgemäßes Götzenbild transformieren. Die Sehnsucht nach der einen wahren Religion treibt die Menschen wieder um!

Einige Gläubige wurden bereits durch den Geist von Corona abgeholt. Die übrigen nimmt der Klimagott gütig zu seinen Schäfchen. Prediger gibt es inzwischen genug. Die Kollekte wird mit Klimasteuern gefüllt. Bildersturm und die mediale Inquisition leisten den nötigen Beitrag.

Aber wir können errettet werden:
Jede Technik und Technologie, die man den Grünen dieser Welt (intellektuell) möglichst billig verkauft, ist automatisch gut und klimafreundlich ... ach was sag ich, sie rettet das Klima ohne Ressourcen zu verbrauchen. Und eben deshalb ist es so wichtig, keine der grundlegenden These dieser Religion infrage zu stellen.
Halleluja und Amen!

Vermutlich bin ich weniger im Glauben (fe minus).
Es ist der Teufel, in Gestalt von Chemie, Physik und Mathematik, der mich mit Zahlen geißelt und mich zum Ketzer macht.

9   |  9     Login für Vote
31.07.2021, 21.09 Uhr
Kobold2 | Ich versteh
Diese Aufregung nicht. Da wird hier gern mit gelernter Ossi hausiert und kann sich noch nicht mal mehr erinnern, das man damals auch so viel, wie möglich Kreisläufe für die bregrenzten Ressourcen geschaffen hat. Es wurde kaum was weggeworfen, was man irgendwie noch mal verwenden konnte.
Manchmal war der Osten grüner, als es wirklich aussah.

11   |  4     Login für Vote
31.07.2021, 22.53 Uhr
Fönix | Ich bitte Prof. Wesselak,
den ich durchaus sehr schätze, um seiner eigenen Glaubwürdigkeit willen, nicht länger den jedes Naturereignis vereinnahmenden Alarmismus der DUNKELGRÜNEN WELTVERBESSERER mitzumachen. Folgendes Zitat (ganz aktuell aus dem Spiegel) möge ihn zum Nach- und Umdenken bewegen:

"Niemand kann sagen, dass es solche Flutwellen im Ahrtal noch nicht gegeben hat«, betont Forscher Roselieb. »Beim Hochwasser vor 200 Jahren waren die Dimensionen etwa noch gewaltiger.« Vor 100 Jahren sei es ähnlich gewesen. Zudem sei man frühzeitig gewarnt worden. Aus Sicht des Forschers gibt es deshalb keinen Grund, auf eine Flutwelle wie die jüngste nicht vorbereitet gewesen zu sein."

Es gibt genügend handfeste Gründe, Natur- und Umweltschutz zielführend zu betreiben. Wissenschaftler, die glaubwürdig und zielführend dazu beitragen wollen, haben es nicht nötig, sich auf das unsichere Feld der Spekulation zu begeben. Deshalb halte ich solche laxen Sprüche "... wenn aus Jahrhundertereignissen Jahrzehntereignisse werden..." für absolut unangemessen. Ich bin mir sicher, dass Prof. Wesselak weiß, wie die Wiederkehrsintervalle von Hochwasserereignissen ermittelt und bemessen werden. Auch er sollte sich an die wissenschaftlichen Grundregeln halten.

14   |  9     Login für Vote
01.08.2021, 12.01 Uhr
diskobolos | Nicht jedes Extremwetter
kann man als Indiz für den Klimawandel nehmen, aber in der Gesamtheit schon. (Das hat philosophisch mit der Dialektik vom Einzelnem, Besonderem und Allgemeinem zu tun)
Wer die Klimaerwärmung nicht glauben möchte, sehe sich die Bäume im Hochharz, das Zusammenschmelzen der Gletscher oder des Permafrostbodens an.
Ein Weiter-so wie es einige Kommentatoren zu preferieren scheinen ist da völlig unangebracht. Soll die Erde auch für unsere Enkel noch bewohnbar sein, müssen wir alle unser Verhalten ändern. Mancher ältere Mitbürger ist dazu aber zu bequem, stimmts Grobschmied?

9   |  7     Login für Vote
01.08.2021, 13.39 Uhr
tannhäuser | Ja und?
Dann ist es dem Grobschmied egal, wie Ihre Urururenkel aufwachsen, Diskobolos! Wollen Sie ihn jetzt deshalb in die Schämecke stellen?

Da hat er immerhin mit der Vielfliegerin Luisa Neubauer reizende Gesellschaft. Wir wollen doch nicht, dass er dort im 3. Frühling ein heißes Eisen schmieden will, oder?

Wie ich neulich schrieb, 1976 gab s nur Wetter und kein Klima, aber die Wasserhose, die ich mit eigenen Augen sah und die Kartoffeln im Keller meiner Großeltern absaufen ließ, war real.

Und niemand braucht für die Verarbeitung solcher Erlebnisse Grüne Panikmacher*Innen oder grinsende oder staatstragend daherlabende Politiker*Innen.

Eine funktionierende Unwetterwarnzentrale samt verantwortungsvollem GEZ-Staatsfunk würden erst mal genügen.

11   |  9     Login für Vote
01.08.2021, 19.49 Uhr
Peppone | Es war Zeit, dass sich die regionale Wissenschaft äußert.
Man darf solche wichtigen Themen wie den Verbrauch von Ressourcen oder den Klimawandel nicht blauen Pseudos oder anderen politischen Claqueuren überlassen.

Alles Neue stößt auf Widerstände bei den altbackenen Leugnern und Verweigerern. Die Masche ist dabei immer dieselbe. Es wird von den qualifikationslosen Pseudos infrage gestellt, dass ein wissenschaftlich tätiger Professor richtige Schlüsse zieht. Sie kehren einfach die Beweislast um, um ihre verwirrten Behauptungen in einen "rechten" Licht erscheinen zu lassen.

Da kommen dann solche seltsamen Quatschargumente wie Sebastian Vettels Formel 1 Tätigkeit oder angeblich 200 Jahre alte Hochwasser Ereignisse zum Vorschein.
Zwei Kommentare vorher zu einem anderen Thema wird allerdings von dem selben Leugner behauptet, dass es vor 200 Jahren gar keine verlässlichen Wetteraufzeichnungen gegeben haben soll!
Letztendlich wird es immer so dargestellt, wie es dem Pseudo gerade in den Kram passt! Grünen - Bashing und Nationale Front darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Man möchte schließlich sein "Publikum" erreichen, wenn es schon nicht dazu reicht, schlauer als die akzeptierte Wissenschaft zu sein.

Es kam hier im Kommentar schon richtig zum Ausdruck. Es gab hier schon einmal eine Zeit, in der Ressourcen knapp waren und vieles über Rückgewinnung erreicht wurde. Wenn Prof. Wesselak daran anknüpft, kann man ihm nur viel Erfolg wünschen. Ich denke, er und seine Studenten sind auf dem richtigen Weg. :)

8   |  11     Login für Vote
01.08.2021, 21.31 Uhr
Halssteckenbleib | Nichts gegen Klimaschutz und Resorßen
Nur solange die Reichen machen dürfen was sie wollen sehe ich doch nicht ein das ich mich einschränken.Wozu braucht man ein 400 PS und mehr Auto das 30...50 Liter Benzin 100kmh verbraucht.Flugzeuge und Jachten haben die auch noch.Also CO2 ohne Ende. Naja spielt alles keine Rolle.Nach mir die Sintflut... Wann gibt's eigentlich mal grünes Benzin?Oder grünes Öl?Grünen Strom haben wir ja schon... .

3   |  3     Login für Vote
01.08.2021, 22.49 Uhr
pseudonym | @Sammuel
was qualifiziert Sie denn bitte oder das "grüne" Personal, das Ihre Weltsicht die einzig Wahre ist? Und was oder wer sind denn "blaue Pseudos"?

Und nur weil heutzutage jemand eine Professor im Titel trägt... Wissen Sie wie viele Wissenschaftler käuflich sind oder sich aus anderen Gründen der politischen Korrektheit verschreiben?
Wurde zu DDR Zeiten jemand Professor, der nicht auf Linie war? Die wenigsten...

7   |  7     Login für Vote
02.08.2021, 14.37 Uhr
Fönix | Es ist schon erstaunlich,
mit welcher Freizügigkeit manche ihre Lücken präsentieren.

Um bei einem Hochwasserereignis die maximale Wasserspiegellage zu dokumentieren, brauche ich keine detaillierten Wetteraufzeichnungen. Da reichen Hammer und Meißel und ein geeignetes Bauwerk. Wassermühlen sind dafür ein gutes Beispiel. Oft haben ganze Generationen von Müllern auf diese Art und Weise die verschiedenen Maximalwasserstände festgehalten, die heute wichtige Anhaltspunkte für die Hydrologen und Wasserwirtschaftler bieten und ihnen die Möglichkeit eröffnen, die Verläufe und Intensitäten historischer Hochwasserereignisse zu rekonstruieren.

Übrigens:

Wenn jemand die Klimahysterie kritisiert, leugnet er nicht zwangsläufig einen Klimawandel. Ganz im Gegenteil.
Auch wenn das nicht jeder versteht, weil er es nicht verstehen will. Sei es drum ...

10   |  8     Login für Vote
02.08.2021, 15.57 Uhr
Landarbeiter | Hammer und Meißel
Sie haben doch bestimmt ein Bild vom eingemeißelten Wasserstand aus dem Ahrtal. Oder ist das wieder nur eine der vielen straffen Behauptungen zum infrage stellen der Reputation seriöser regionaler Wissenschaftler.

Stramme Behauptungen sind nun einmal kein Beweis. Und die baulichen Verhältnisse von heute mit vor zweihundert Jahren zu vergleichen ist die nächste unseriöse Argumentation. Da hat sich mit Sicherheit einiges getan in den letzten 200 Jahren.

Einfach mal mit Themen beschäftigen, die überschaubar sind. Wie der eigene Goldfischteich. Oder das Gemüsebeet. Ich denke der Herr Professor Wesselak weiß wovon er spricht bzw schreibt. Bei seinen Kritikern weiß ich, das sie das nicht tun.

8   |  6     Login für Vote
02.08.2021, 17.42 Uhr
Fönix | Sie werden es nicht glauben, Landarbeiter, aber
es gibt historische Landkarten und Stadtpläne, auf denen die historische Bebauung dargestellt ist. Die kann man dann tatsächlich ausreichend genau in die Modelle zur Simulation historischer Hochwasserereignisse einbeziehen. Sie müssen mir wirklich nicht erklären, wie Extremhochwasser berechnet wird, ich habe damit viele Jahre meine Brötchen verdient. Ich empfehle ihnen nochmals die Veröffentlichungen von Dr. Matthias Deutsch. Wenn sie diese lesen und verstehen, dann müssen sie sich hier nicht mehr so abgrundtief blamieren.

Noch ein Punkt, der mir wichtig ist:

Die Reputation von Prof. Wesselak habe ich nie in Frage gestellt. Gerade das nachhaltige Ressourcenmanagement ist ein wichtiges Thema.

Ich schreibe das hier übrigens nur, um dem interessierten Leser eine Alternative zu ihrem hilflosen Gesülze zu geben. Ansonsten ist mir völlig wurscht, was sie, ihr Sozius der Auleber und der ganze DUNKELGRÜNE Rattenschwanz hier vom Stapel lässt. Es muss schon fürchterlich wehtun, wenn man sich ständig in einen Gegner verbeißt und dabei regelmäßig seine Zähne verliert. Wenn der Widersacher dann auch noch freundlich lächelnd immer wieder seine Hand hinhält, ist das schon frustrierend.

Übrigens scheint es durchaus Wirkung zu haben, wenn man die Nadel immer wieder mit großer Hartnäckigkeit in den GRÜNEN (Heu-) Haufen piekt. Mittlerweile steht fest, dass demnächst von einem international renommierten Institut für den Stausee Kelbra und die Helme stromober- und unterhalb ein umfangreiches Monitoring durchgeführt wird, in dem unter anderem die Fischbestände und die Geschiebeakkumulation akribisch untersucht werden. Die gottseidank scheidende DUNKELGRÜNE Umweltministerin von Sachsen-Anhalt hat mit dem kompletten Entleeren der Talsperre letztes Jahr ein verheerendes Desaster in den betreffenden aquatischen und amphibischen Lebensräumen angerichtet. Im Ergebnis der heftigen Proteste wurde in diesem Jahr wenigstens eine Restwassermenge im Stausee belassen und man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass in Auswertung des Monitorings das Stauregime der Talsperre zukünftig im Winterhalbjahr wieder so ausgerichtet wird, dass wichtige naturschutzfachliche Aspekte ausreichend berücksichtigt werden.

6   |  8     Login für Vote
02.08.2021, 20.40 Uhr
Halssteckenbleib | Was ist
ein Monitoring?Ist das ein Ring den man um den Monitor macht?Was bewirkt daß Teil?Habe ich noch nie gehört.Außer hier gelesen.Was es nicht alles so gibt....Vielleicht mal erklären das Ding..

1   |  5     Login für Vote
03.08.2021, 01.19 Uhr
grobschmied56 | Da muß der Grobschmied mal...
... wieder herzlich lachen. Wie sich einige Fortschrittskräfte und solche die es werden wollen an ihm abarbeiten, ohne nähere Kenntnisse. Es reicht ihnen, daß sich der Grobi verbal an die Birne tippt, angesichts des ganzen Klima- oder Corona-Zirkus, der heutzutage die Medien und die Ideologen im Dauerpanik-Modus hält, schon haben sie wieder einen Grund, sich an ihm abzuarbeiten.
Dabei bin ich eigentlich ein eher bescheiden lebender Mensch. Mir muß man nicht predigen, daß Vielfliegerei und Kreuzfahrten Sche**e sind. Hätte auch nicht das Geld dafür. Meinen Urlaub, meist nur eine Woche habe ich stets in Deutschland verbracht, oft nur 200 oder 300 Km entfernt in einem freundlichen Landgasthof. Mein Spielzeugauto ist neun Jahre alt, macht auch noch ne Weile und ich denke gar nicht daran, etwas was so gut funktioniert auf den Schrott zu werfen und gegen eine Elektrokarre einzutauschen. Die hätte, dank des energieaufwendig hergestellten Akkus einen 'ökologischen Rucksack' von 40000 bis 50000 Km. Das wird von verschiedenen Quellen als Minimum angegeben. In den letzten zwei Jahren habe ich gerade mal 8000 Km zurückgelegt. Wie alt müßte ich denn werden, damit ich mit einem 'Stromer' ins 'Klimaplus' komme?
Sämtliche Lampen im Haushalt sind Leuchtstoff oder LED. Wäsche wird bei 30° gewaschen und auf der Leine getrocknet. Mein Stromverbrauch ist in den letzten 10 Jahren um 250 bis 300 Kilowattstunden pro Jahr zurückgegangen, die Rechnung dafür hübsch angestiegen. Vielleicht kann mir ein 'Gscheithaverl' aus der 'Fortschrittsfraktion' ja mal einen Tip geben, wie ich mich ändern und umstellen muß, damit ich ein den 'Grünen' gefälliges Leben führen kann. Komme mir aber keiner mit so tollen Vorschlägen, ich solle meine Wurstsemmel durch trocken Knäckebrot ersetzen oder meine Gemüsesuppe nicht mehr bei 100° sondern bei Zimmertemperatur zubereiten (Rühren statt Kochen!)
Für vernünftige Vorschläge bin ich stets offen.

5   |  8     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.