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Do, 17:00 Uhr
22.07.2021
Heringer Schloss eröffnet zweites Museumsgeschoss

Ein Schatz kehrt nach Hause zurück

Von der dunklen Vorzeit ins Mittelalter - am Schloss Heringen wurde heute Nachmittag der zweite Teil der musealen Ausstellung eröffnet. Von den „Reisekaisern“ bis zur „guten Gräfin Clara“ wird viel wissenswertes rund um die bewegte Geschichte des Schlosses geboten. Außerdem freut man sich über die Rückkehr eines besonderen Schatzes…

Ein echter Heringer Schatz ist seit heute wieder im Schloss zu Hause (Foto: agl) Ein echter Heringer Schatz ist seit heute wieder im Schloss zu Hause (Foto: agl)


Das Land und Leuten schwere Zeiten bevorstehen würden, dass wusste Gräfin Clara von Schwarzburg wohl noch nicht, als sie anno domini 1598 nach dem Tod ihres Mannes nach Heringen kam. Sechzig Jahre lang sollte die Witwe am Schloss leben und wirken, mittendrin und über den 30jährigen Krieg hinaus. Den Heringern gilt sie bis heute als „die gute Gräfin“, eine fürsorgliche Mutter, die ihre neue Heimat zu schirmen wusste und sie vor den schlimmsten Verheerungen dieser an Grausamkeiten nicht armen Zeit bewahrte.

Der „guten Gräfin“ ist seit heute auch ein Teil der neuen Ausstellung im Schloss gewidmet. Nach dem archäologischen Ausflug in die Frühgeschichte der Region geht man nun den zweiten musealen Schritt und konzentriert sich dabei im großen Saal des Schlosses ganz auf dessen bewegte Geschichte. Von den Anfängen unter den „Reisekaisern“ im 10. und 11. Jahrhundert über das Leben in Burg und Schloss bis zur bereits genannten Gräfin und den Zwistigkeiten der späteren Schlossherren, hat man viele Informationen und einige Schauwerte zusammengetragen.

Besonders stolz ist Museumsleiterin Sophie Kamprad auf ihr Prunkstück: eine silberne Weinkanne aus dem Besitz der Gräfin Clara. Von deren einstigen Schätzen ist nicht viel auf uns gekommen und das man dass reich verzierte Gefäß überhaupt ausstellen kann, war ein Glücksfall. Die mit vielen Wappen verzierte Kanne war einem Sammler mit Hang zur historischen Detektivarbeit in die Hände gefallen. Über die heraldische Zierde kam er schließlich auf Clara, auf Heringen und zu den Menschen, die ihr Erbe immer noch in Ehren halten - der Interessengemeinschaft des Schlosses, die das gute Stück vor kurzem erwerben konnte.

Museumsleiterin Sophie Kamprad brachte gestern das Highlight der Ausstellung an seinen neuen Platz (Foto: agl) Museumsleiterin Sophie Kamprad brachte gestern das Highlight der Ausstellung an seinen neuen Platz (Foto: agl)


Ein weiteres Prunkstück hat man sich aus dem Sondershäuser Schlossmuseum entliehen, ein wuchtiger Wandteppich der einst nicht nur dem Schmuck sondern auch der Wärmedämmung diente. Ähnliche Stücke hingen dereinst sicher auch im Heringer Schloss, wobei der „große Saal“ auch ohne Webwerk zu beeindrucken wusste. Die Überreste der Wandmalereien geben noch heute einen blassen Eindruck von der einstigen Pracht des Grafensitzes. Damit diese auch zur Geltung kommen und der Saal weiterhin als Veranstaltungsort genutzt werden kann, wurden die Informationen und Exponate rund um die Schlossgeschichte entlang der Wände und Nischen der Etage angebracht. Dazu gehören auch interaktive Angebote wie eine digitales „scriptorium“, Modelle zum anfassen und zeitgenössische Hörerlebnisse.

Die Eröffnung des zweiten Museumsgeschosses soll dabei kein Abschluss der Schloss-Renaissance sein, man arbeite bereits an Konzeptionen für die zwei verbleibenden Geschosse des Heringer Wahrzeichens, erklärt Museumsleiterin Kamprad. Ob man dabei weiter in Richtung Moderne vorstoßen wird, werde aber noch nicht verraten. Sicher ist nur, dass die kulturhistorische Reise des Schlosses noch nicht an ihrem Ende angekommen ist.
Angelo Glashagel


Reise ins Heringer Mittelalter - am Schloss wurde heute die neue Etage der historischen Ausstellung
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