Mo, 09:19 Uhr
26.09.2005
nnz-Betrachtung: Das irre System
Nordhausen (nnz). Das deutsche Gesundheitssystem ist schon ein Ding an sich. Der Patient mutiert zum Kunden und Kostenfaktor. Danach richtet sich fast alles – und: Nach einem ominösen Budget. Die nnz mit einem alltäglichen Fall...
Frau Z. aus Nordhausen hat die Nase voll. Von diesem Gesundheitssystem, das sie seit Monaten durch die Krankenhäuser und Reha-Kliniken hetzt. Zwei Operationen hat die 68jährige über sich ergehen lassen müssen. Sicher, das Personal in den beiden Krankenhäusern war stets freundlich. In einem der Häuser (in Sachsen-Anhalt) lag Frau Z. fast zwei Wochen auf der Intensivstation. Warum, das wusste auch niemand den Angehörigen zu erläutern. Sie hatte Probleme am Magen, sie musste per Tropf mit einer milchig-weißen Lösung ernährt werden.
Erst durch Intervention der Angehörigen wurde Frau Z. verlegt, mit einem Privatauto. Die Fahrt mit einem Krankentransportwagen über 50 Kilometer hätte 1.000 Euro gekostet. Im anderen Krankenhaus (in der Nähe ihres Wohnortes) wird Frau Z. weiter so ernährt wie in der vorherigen Station. Nur: Auf einer normalen Station, die täglich nicht so viel kostet wie die ITS.
Dann wird – nach gelungener OP – Frau Z. entlassen. Seit sechs Wochen hat sie im Bett gelegen, vier Tage vor ihrer Entlassung durfte sie aufstehen, sich bewegen, gehen. Dann wird Frau Z. entlassen. Zuhause wartet niemand auf sie, sie ist verwitwet, Nachbarn kümmern sich um den Einkauf. Eigentlich müsste Frau Z. eine physiotherapeutische Behandlung verschrieben bekommen. Ihre Muskulatur ist zurückgebildet. Doch die Therapie, die will der Arzt in Nordthüringen nicht ab dem 19. September (einen Tag nach der Entlassung) verschreiben, sondern zwei Wochen später soll die beginnen. Schlichte Erklärung des Mannes in Weiß: Mein Budget ist erschöpft. Man müsse auf das nächsten Quartal warten.
Und so wird sich Frau Z. selbst therapieren müssen. Für eine private Behandlung hat sie nicht das nötige Kleingeld. Sie hat aber auch kein Verständnis für dieses System. Die nnz auch nicht...
Autor: nnzFrau Z. aus Nordhausen hat die Nase voll. Von diesem Gesundheitssystem, das sie seit Monaten durch die Krankenhäuser und Reha-Kliniken hetzt. Zwei Operationen hat die 68jährige über sich ergehen lassen müssen. Sicher, das Personal in den beiden Krankenhäusern war stets freundlich. In einem der Häuser (in Sachsen-Anhalt) lag Frau Z. fast zwei Wochen auf der Intensivstation. Warum, das wusste auch niemand den Angehörigen zu erläutern. Sie hatte Probleme am Magen, sie musste per Tropf mit einer milchig-weißen Lösung ernährt werden.
Erst durch Intervention der Angehörigen wurde Frau Z. verlegt, mit einem Privatauto. Die Fahrt mit einem Krankentransportwagen über 50 Kilometer hätte 1.000 Euro gekostet. Im anderen Krankenhaus (in der Nähe ihres Wohnortes) wird Frau Z. weiter so ernährt wie in der vorherigen Station. Nur: Auf einer normalen Station, die täglich nicht so viel kostet wie die ITS.
Dann wird – nach gelungener OP – Frau Z. entlassen. Seit sechs Wochen hat sie im Bett gelegen, vier Tage vor ihrer Entlassung durfte sie aufstehen, sich bewegen, gehen. Dann wird Frau Z. entlassen. Zuhause wartet niemand auf sie, sie ist verwitwet, Nachbarn kümmern sich um den Einkauf. Eigentlich müsste Frau Z. eine physiotherapeutische Behandlung verschrieben bekommen. Ihre Muskulatur ist zurückgebildet. Doch die Therapie, die will der Arzt in Nordthüringen nicht ab dem 19. September (einen Tag nach der Entlassung) verschreiben, sondern zwei Wochen später soll die beginnen. Schlichte Erklärung des Mannes in Weiß: Mein Budget ist erschöpft. Man müsse auf das nächsten Quartal warten.
Und so wird sich Frau Z. selbst therapieren müssen. Für eine private Behandlung hat sie nicht das nötige Kleingeld. Sie hat aber auch kein Verständnis für dieses System. Die nnz auch nicht...

