Thüringer LINKE attackiert Bundesregierung
Kritik am Umgang mit afghanischen Ortskräften
Nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan bleiben viele afghanische Ortskräfte zurück. Darüber empört sich Patrick Beier, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag...
Es kann nicht sein, dass diejenigen, die der Bundeswehr bspw. als Dolmetscher oder Koch teilweise über Jahre zur Seite standen, jetzt das Nachsehen haben und der Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt bleiben.
Die Ablehnung der Übernahme der Flugkosten seitens des Bundesinnenministeriums mit der zynischen Argumentation, man hätte zwar Visa verteilt, aber die Flugkosten müsse man schon selbst aufbringen, ist absolut nicht hinnehmbar, rügt der Linken-Abgeordnete auch hinsichtlich der konkreten Lebensgefahr für die in Afghanistan verbliebenen Ortskräfte.
Ich fordere die Bundesregierung und insbesondere den Bundesinnenminister zum Handeln auf. Flugkosten müssen für alle Ortskräfte übernommen werden. Auch bei der Ausstellung eines Visums darf es schon allein deshalb keine Unterschiede zwischen Ortskräften der Bundeswehr und denjenigen, die zum Auswärtigen Amt oder zum Entwicklungsministerium gehören, geben, da sich die Taliban um solche Feinheiten nicht scheren. Aus deren Sicht sind Militär und Entwicklung nur zwei Komponenten eines größeren Ganzen. Im Übrigen gilt: Hilfeleistung ist Hilfeleistung. Wer Flugzeuge in Bewegung setzt, damit die Bundeswehr rund 22.000 Liter Bier, Wein und Sekt ausfliegen kann, der kann auch diejenigen, die der Bundeswehr helfend zur Seite standen, mit dem Flugzeug nach Deutschland holen. Ich wüsste keinen plausiblen Grund, warum man das eine tun und das andere unterlassen sollte, so Beier.
Autor: red
Kommentare
henry12
07.07.2021, 18:10 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Wir tolerieren keine ... im weitesten Sinne unanständigen Äußerungen.
henry12
07.07.2021, 18:45 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Wir tolerieren keine ... im weitesten Sinne unanständigen Äußerungen.
Jäger53
08.07.2021, 07:05 Uhr
Ortskräfte der Bundeswehr
Egal als was Sie bei der Bundeswehr gearbeitet haben hat ein Teil der Leute auch als Spitzel nebenbei bestimmte Leute beobachtet und gemeldet. Kein Wunder das diese jetzt weg wollen.
Aber man könnte diese Leute auch in Deutschland gut für sich ( BND u.s.w.) arbeiten lassen.
muraschke
08.07.2021, 10:27 Uhr
Ortskräfte oder Kollaborateure
Die NATO mit Bundeswehr und Amerikanern hat nachts um 3 fluchtartig das Land verlassen. Still und heimlich ... hat man sich über Georgien ausfliegen lassen. Nun "erben" die vorrückenden Taliban reichlich Munition und Fahrzeuge aller Art.
Die Mitarbeiter als Ortskräfte zu bezeichnen, grenzt schon an Verniedlichung. In den Augen der Menschen vor Ort sind es wohl eher "Kollaborateure".
In guter Tradition kann Deuschland ja wie den Kollaborateuren ... "Ortskräften" der Wehrmacht eine gute Rente gewähren. Dann hätte Haltung und Geschichte wenigstens Kontinuität.
Eckenblitz
08.07.2021, 12:13 Uhr
Nichts erreicht
Was haben die NATOTRUPPEN in Afghanistan erreicht? Man hat 20Jahrte das Land besetzt, aber erreicht hat man nichts. Doch die Rüstungsindustrie hat ein GUTES Geschäft gemacht.Wenn man das ein Erfolg nennen will. Viele Tote und und nichts erreicht, die Nato hat total versagt, aber das ist ja nichts neues, man schaue sich nur die so genannte Bundeswehr an.
Paulinchen
08.07.2021, 12:28 Uhr
Auf zu neuen Kriegen...
.. so ähnlich ruft uns der Bundestagspraesident heute zu. Die Bundeswehr muss auch ohne Beschluss des Bundestages ins Feld ziehen können. Deutschland müsse zurück zu alter militärischer Stärke finden. Wir sollten nicht nur in anderen Ländern aufklären, sondern auch handeln können.
War das nicht auf dem Potsdamer Abkommen genau umgekehrt gemeint?
Sicher hat Herr Schäuble in seinen Villen in Berlin und Baden - Baden sichere Bunker eingebaut. Diese Nachricht von ihm, hat mich heute sehr überrascht.
geloescht.20250302
08.07.2021, 14:22 Uhr
Klar, wenn der Krieg ruft...
...aber bitte mit vorbildlich quotengerechten Truppen!
Nur am Schreibtisch hocken, bei Pressekonferenzen im Hintergrund den/die stumme Raumteiler*In geben und die Männer Staub fressen und Kugeln sowie Granatsplitter einfangen lassen hat nichts mit Gleichstellung zu tun, liebe Feministen*Innen, Queer*Innen und Integrierten*Innen!
Micha123
16.08.2021, 14:54 Uhr
Afghanistan
Der Artikel ist wenige Wochen alt aber aktuell ohne Ende.
Nach 20 Jahren Krieg und nachdem die westlichen Mächte abgezogen sind, haben die Kriegsgegner das Land zurück erobert.
Damit ist ein sinnloser Krieg, welcher zig Tote Soldaten der westlichen Welt forderte beendet. Soldaten, welche sinnlos gefallen sind.
Ich will gar nicht davon reden, was dieser "Einsatz" gekostet hat.
Der Russe hatte es nicht gepackt und nun der "Wessi" auch nicht.
Afghanistan hat in den letzten 20 Jahren Militärtechnik erhalten, damit sie die "Taliban" oder wie auch immer diese Verrückten heißen, abwehren können.
Es brachte nun nichts und nun haben diese Truppen mehr Militärtechnik als unsere Bundeswehr.
Wer jetzt von dort Flüchtlinge aufnehmen will, der sorgt meiner Meinung dafür, dass sich der Konflikt ausbreitet. Die Taliban werden diese Leute verfolgen auf der ganzen Welt und für Terror sorgen.
Dieses Land muss abgeschottet werden. Was gehen uns diese Menschen an? Sorry!
Dann helft lieber den hungernden Menschen in Afrika aber nicht solche "Gotteskrieger".
Kama99
16.08.2021, 15:32 Uhr
Jetzt ....
dürfen wir uns auf weitere "Fachkräfte" freuen und damit meine ich nicht die Ortskräfte.
Bierchen
16.08.2021, 16:38 Uhr
2015 ....
......da schwant einem Böses. Was sich da alles auf dem Weg nach Europa macht, insbesondere Deutschland, macht mir einige Sorgen. Männer im besten Alter mit Ansichten die im Mittelalter hängen geblieben sind. Ja, mit Nehmerqualitäten. Aber nicht als Kämpfer für Familie und Vaterland, sondern im Handoffenhalten für Gratisleistungen.
Totalversagen der Politik. Gegen den Mehrheitswillen des Volkes den Einsatz durchgepeitscht. Was hätte man mit den Steuermilliarden für eine zukunftsfähige Bildungspolitik betreiben können!! Aber der militärindustrielle Komplex schmiert sicher um Längen effektiver.
Herr Taft
16.08.2021, 16:45 Uhr
genau die, die sich jetzt..
...darüber beklagen, dass die Bundeswehr u.a. zwanzig Jahre in Afghanistan waren werden sich darüber beklagen, wenn die Menschen dort vor den Islamisten nach Europa fliehen...
Niemand kann sagen, was geschehen wäre, wenn der Westen in Afghanistan die Nichtislamisten nicht unterstützt hätte. die Zukunft wird zeigen, was geschieht... wir erleben gerade das Erstarken von religiösem Extremismus in all seiner Hässlichkeit. Jetzt ist es jedenfalls mit der relativen Ruhe in Zentralasien vorbei...
geloescht.20220103
16.08.2021, 17:30 Uhr
Herr Oberstudienrat
Wie man Ihren Kommentaren entnehmen kann, sind Sie jemand der über alles sehr gut Bescheid weiß. Nun dann erklären Sie uns doch mal, wer schuld hat an der Pleite in Afghanistan? Sind das die normalen Bürger der Kriegsführenden Länder gewesen oder Haben die politischen Eliten samt des Natostabes total versagt? Auf jeden Fall gibt es einen GROSSEN Gewinner. Ja die Rüstungsindustrie lacht sich kaputt. Sie haben Milliarden Gewinne eingefahren und die Politik hat sich zum T....... gemacht.
Paulinchen
16.08.2021, 18:00 Uhr
Die Kanzlerin sprach...
... einst im TV auf die Frage zu einer Journalisten, wie lange wird die Bundeswehr in Afghanistan bleiben: "Unsere Soldaten bleiben so lange, bis in diesem Land die gleichen demokratischen Verhältnisse bestehen, wie in der Bundesrepublik Deutschland."
Für mich ist die derzeitige Situation ein Szenario, was man mit Worten kaum erklären kann. Aber eines ist gewiss. Die Bundesregierung hat auf der ganzen Linie versagt. Wie kann es sein, dass der Außenminister die Lage in Afghanistan, nicht richtig eingeschräntzt hat und die dortigen Staatsbürger so spät zurück holen lässt. Das Gleiche gilt für die Verteidigungsministerin. Waren diese beiden Minister ihrer Aufgabe tatsächlich gewachsen? Die deutschen Politiker haben die Lage in Afghanistan von Beginn an, falsch eingeschätzt. Ein US General schreibt dazu gestern, Afghanistan sei kein Staat, sondern eine Ansammlung von unzähligen Völkerstawmmen, deshalb haben die Menschen dort keinen Nationalstolz und ihr Land kampflos den Taliban überlassen. Und der ehemalige Verteidigungsminister P. Struck wollte die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigen. Wenn das alles nicht so unendlich traurig wäre, könnte man beinahe darüber lachen. Oder war es nur der plumpe Versuch, uns einen Bären aufzufinden?
Was mich aber doch sehr wundert, ist die Tatsache, dass im Moment in Afghanistan nur die Männer auf den Straßen sind. Nicht einmal in der vielleicht größten Not des Landes, lassen sie ihre Frauen an den Protesten teilhaben. Mein Fazit dazu ist, die Männer haben in den letzten 20 Jahren nichts dazu gelernt bzw gewollt. Es waren all unsere Mühen und Opfer vergeblich. Schaut jetzt die Welt gemeinsam auf Afghanistan tatenlos zu, dass dieses Land in die Steinzeit zurückkehren wird? Der Einzige, der etwas gelernt hat, war der Präsident des Landes. Mit dem Helikopter voller Geld ist er auf und davon geflogen,wie vor ihm viele andere auch. Es kann und darf nicht sein, dass die Menschen dieses Landes keine Heimat finden sollen und alle ihr Land verlassen. Nur blicken jetzt die Weltsoldaten in den Lauf ihrer eigenen Waffen, wenn sie helfen sollten. Tolle Strategie von den Militärexperten....
Paulinchen
16.08.2021, 18:08 Uhr
Ups
Entschuldigung für den einen oder anderen Fehler. Es sollte aber schnell gehen.
Mister X
16.08.2021, 18:54 Uhr
Paulinchen
Ich finde, ein ehrlich geschriebener Kommentar, darf ruhig mal ein paar Fehler haben. Die kosten den Steuerzahlern nicht einen Euro. Im Gegensatz zu den Milliarden, die von unseren Regierenden in Afghanistan verschleudert wurden und noch werden. Die Rückholaktion wird auch nicht billig und dann noch die Aufnahme von den so genannten Demokraten, die das Land nicht so verlassen konnten, wie ihr Präsident.
Herr Taft
16.08.2021, 19:08 Uhr
Na das Blutbad...
... welches wir gesehen hätten, wenn der afghanische Präsident geblieben und sich gegen die Taliban gewehrt hätte, wollten Sie doch sicher nicht wirklich, Paulinchen. Wir alle wissen, wozu diese religiösen Eiferer in der Lage sind.
Ich prognostiziere mal, dass diese Machtübernahme durch die Taliban der Beginn von Jahrzehntelangen Unruhen und hunderttausenden von Toten sein wird... Und das nicht nur in Afghanistan. Bin gespannt was Putin macht.
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