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Di, 14:30 Uhr
06.07.2021
Sommerkonzerte und „Jazzmangel“

Jazz hat’s (wieder)

Am Samstagabend geht es endlich wieder los - der Jazzclub Nordhausen kommt aus der Corona-Zwangspause und will mit dem Open-Air „Sommer-Jazz“ dem Kulturleben wieder Feuer machen. Was auf dem Programm steht, was danach kommen soll und was es mit der „Jazzmangel“ auf sich hat, dass hat die nnz erfahren…

"Albie Donnellys Supercharge" eröffnen am kommenden Samstag den "Sommer-Jazz" in Nordhausen (Foto: Jazzclub Nordhausen) "Albie Donnellys Supercharge" eröffnen am kommenden Samstag den "Sommer-Jazz" in Nordhausen (Foto: Jazzclub Nordhausen)


Was war es doch schön im Sommer auf der „Kurzen Meile“. Gute und mitunter ausgefallene Musik vom Publikumsliebling bis zum Geheimtipp, nette Leute, entspannte Atmosphäre - das alles scheint nach anderthalb Jahren Corona, Corona, Corona verdammt lang her zu sein, entrückt in eine ferne Vergangenheit.

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Am kommenden Samstag soll sich das ändern, der Jazzclub hat heute bekannt gegeben, was man diesen Sommer vorhat. In die „Kurze Meile“ wird man noch nicht zurückkehren, schließlich ist noch nicht alles wieder „normal“ für die Veranstalter. Stattdessen hat man sich für den Hof der Jugendkunstschule entschieden. Der bietet Platz für eine (kleine) Bühne, genug Raum um Abstand halten zu können und die nötige „Infrastruktur“.

Den ersten Aufschlag wird „Albie Donnellys Supercharge“ machen. Jazzclub Chef Holger Gonska vergleicht die Truppe mit den „Blues Brothers“, also schnell, fröhlich und eingängig. Das passende Rezept für ein bisschen sommerliche Lebensfreude. Ein paar Corona-Einschränkungen haben die Jazzer zu beachten. Karten gibt es nur an der Abendkasse oder via E-Mail an zappa1959@aol.com. Auf die klassischen Fettbrote müssen die Gäste ebenso verzichten wie auf Gläser, Getränke gibt es nur in Flaschen. Speisen und Behältnisse kann man sich aber gerne mitbringen. Für den Fall der Fälle sollte man wettergerecht gekleidet sein, eine Schlecht-Wetter-Variante gibt es nicht. „Egal was kommt, die Konzerte finden statt.“, sagt Gonska. Mit den nötigen Einschränkungen habe man im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht und sei auch jetzt guter Hoffnung das alles glatt geht.

Am Samstag kommender Woche geht es mit ein paar alten Bekannten weiter, der „Walter Mitty Blues Band“. Am 31.07. wird man nicht auf den Hof laden, sondern zum „Stadtparkfest“ zwei Dixieland-Bands aufspielen lassen. Auch hier ist, wie bei allen Sommerkonzerten, Einlass ab 19 Uhr. Gediegenes „Hörkino“ soll das „Falk Zenker Duo“ am 07.08. bieten, dann wieder auf dem Hof der Jugendkunstschule. Am 21.08. wird’s etwas heftiger wenn „Ape Shifter“ Jazz mit Heavy Metal verbinden. Die Woche darauf steht dann ein besonderer Leckerbissen für die Freunde ausgefallenerer Klänge ins Haus: die erste „Freejazznight“ mit niemand anderem als Günther Heinz und der Combo “Twirls“. „Günther ist so etwas wie der heimliche Star beim JazzRabazz im Theater geworden. In der „Freejazz-Zone“ haben früher vielleicht mal zehn Leute gesessen, heutzutage kommt man da kaum noch rein. Und deswegen dachten wir, wir probieren das mal mit einem ganzen Freejazzabend und schauen wie sich das bewehrt“, erklärt Gonska.

Die Schlussnote unter die Sommerkonzerte wird “Jin Jim“ am 18.09. mit Jazz und Flötenklängen setzen. Und damit nicht genug, auch im Herbst soll es, hoffentlich, musikalisch weitergehen. Auf dem Programm steht unter anderem Klezmer mit den „Sephardics“, Anarcho-Klänge mit “DEKAdance“ und hochkarätige Moderne mit dem „Tingvall Trio“. Letzteres soll beim diesjährigen „Rabazz“ Anfang November aufspielen. Wenn denn alles gut geht. Ob die Corona-Lage entspannt bleibt oder nicht - der Rabazz wird in jedem Fall etwas kleiner ausfallen müssen als gewohnt, da am und im Theater noch gebaut wird. Vorgesehen sind deswegen drei Programmpunkte: junges Talent, Vorband, Hauptband. Völlig unklar ist noch, ob man Olaf Schubert und das „Krippenspiel“ nach nunmehr zweijähriger Abstinenz wieder in die Region holen kann.

In der Mangel
Soweit die „großen“ Pläne. Der Jazzclub hat aber noch ein weiteres Eisen im Feuer, die „Jazzmangel“. Hinter dem Wortspiel verbirgt sich ein eigener Clubraum, den man seit Oktober Stück für Stück in der Barfüßerstraße eingerichtet hat. Der soll in Zukunft für kleinere Konzerte, Lesungen und andere kulturelle Kleinkunstangebote genutzt werden. „Wir haben manchmal Konzerte in der Cyriaci-Kapelle zu denen vielleicht dreißig oder vierzig Leute kommen, die dann auch direkt nach dem Konzert wieder gehen. Für solche kleineren Konzerte ist die „Jazzmangel“ gedacht ohne die Cyriaci-Kapelle als Veranstaltungsort abzulösen.“, erklärt Gonska. Der Ort soll zum verweilen einladen und mit der Kurzen Meile direkt vor der Haustür, mehr Leben in die obere Altstadt bringen.

Wann genau die „Jazzmangel“ eröffnet wird, steht noch nicht fest. Siehe Corona. Aber auch das wird kommen, irgendwann. Jetzt steht erst einmal der „Jazz-Sommer“ vor der Tür. Wer dazu mehr wissen will, der findet alle Informationen zu den Konzerten und Bands auf der Website des Nordhäuser Jazzclubs.
Angelo Glashagel
Autor: red

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