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Sa, 08:33 Uhr
03.07.2021
Marktcheck der Verbraucherzentrale

Genau hinschauen bei Fisch aus Pflanzen

Vegane und vegetarische Produkte liegen im Trend. Nach Alternativen zu Wurst und Co kommen auch immer mehr pflanzliche Alternativen für Fisch in den Handel. Die Verbraucherzentrale hat insgesamt zwölf Produkte, die Fischstäbchen, Lachs oder Thunfisch ersetzen sollen, im Rahmen eines Marktchecks unter die Lupe genommen...

Das Fazit der Verbraucherschützer: gut für die Umwelt, mittelmäßige Nährstoffbilanz, meist nicht so gut für die Haushaltskasse.

Zutaten oft aus Deutschland oder Europa
Statt aus Fisch bestehen die Produkte aus Möhren, Schwarzwurzel, Jackfrucht, Soja-Tofu oder Weizeneiweiß. Abgesehen von der Jackfrucht kommen diese Hauptzutaten und die verwendeten Öle wie Raps-, Sonnenblumen- oder Leinöl meist aus Europa, teilweise sogar direkt aus Deutschland oder den angrenzenden Nachbarländern.

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„Das ist ein klarer Pluspunkt im Vergleich zu echtem Fisch, der auch mal im weit entfernten Pazifik gefangen wird. Kürzere Transportwege verringern den Kohlendioxidausstoß und bremsen den Klimawandel“, sagt Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zugleich könnten die Alternativprodukte helfen, das ökologische Gleichgewicht der Meere wiederherzustellen. Vielerorts sind die natürlichen Fischbestände dramatisch geschrumpft.

Meist weniger Protein und mehr Salz
Hinsichtlich der Nährwerte von Fisch-Alternativen müssen Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch Abstriche machen. In der Regel enthalten die Produkte weniger Protein als die Originale. Die »Fisch vom Feld Veggie Stäbchen« beispielsweise liefern nur gut halb so viel Eiweiß wie herkömmliche Fischstäbchen.

Lediglich die »Vivera Vegane Knusprige Stäbchen Fisch-Art« und »Vantastic Fish Fingers« mit der Hauptzutat Weizen- oder Sojaprotein reichen in Sachen Eiweißgehalt an das Fisch-Referenzprodukt heran. Werden etwa Möhren oder Jackfruit als Grundzutat verarbeitet, so fällt der Proteinanteil deutlich geringer aus. Am wenigsten Eiweiß von den überprüften Fisch-Alternativen enthalten mit 0,8 und 1,6 pro 100 Gramm die Produkte »Räucher Lax« und »Tunefish« von Rice Up. Das ist rund 95 Prozent weniger Protein als Lachs oder Thunfisch normalerweise liefern. „Wer keinen Fisch essen will und stattdessen ein Ersatzprodukt kauft, sollte immer auch einen Blick auf die Nährwerttabelle werfen. Gerade beim Eiweißgehalt gibt es große Unterschiede“, so Fischer.

Fisch wird unter anderem wegen seiner wertvollen Omega-3-Fettsäuren geschätzt, doch viele Alternativprodukte enttäuschen in diesem Punkt. Bei sieben der zwölf Fisch-Alternativen steht vor allem Sonnenblumenöl in der Zutatenliste, was in Bezug auf die Fettsäurezusammensetzung eine schlechte Wahl ist. Deutlich besser sind Raps- oder Leinöl, die ein ausgewogeneres Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren besitzen. „Wer trotz pflanzlicher Alternative bei den Fettsäuren nicht schlecht dastehen will, sollte darauf achten, dass die richtigen Öle im Produkt sind“, erklärt Fischer.

Auch beim Salzgehalt lohnt sich ein genauer Blick auf die Rückseite der Verpackung. Insbesondere vegane Fischstäbchen enthalten oft deutlich mehr Salz als die Standardvariante aus Alaska-Seelachs, so zum Beispiel die »Vivera Vegane Knusprige Stäbchen Fisch-Art« (+78 Prozent), die »Vantastic Fish Fingers« (+67 Prozent) und »Mein Veggie Tag Vegane Fischstäbchen« (+56 Prozent). „Die Deutschen konsumieren zu viel Salz. Besser wäre es daher, Fisch-Alternativen mit weniger Salz herzustellen“, wünscht sich die Verbraucherschützerin.

Lebensmittel aus Pflanzen oft teurer als echter Fisch
Die acht Fischstäbchen-Alternativen des Marktchecks waren im Durch-schnitt gut 50 Prozent teurer als die normalen Fischstäbchen eines Markenherstellers. Sogar mehr als doppelt so viel muss man für das im Verhältnis teuerste Produkt, die »ProLaTerre Veganen Fischstäbchen«, bezahlen. Auf Rang zwei und drei folgen die »Vegafit Vischstäbchen« sowie die »Greenlegend Vegane Fisch Stäbchen«, die rund 80 Prozent mehr kosten. Alle drei Produkte enthalten in erster Linie kostengünstige Hauptzutaten wie Wasser, Weizenmehl oder Weizengluten, bei den Stäbchen von ProLaTerre allerdings in Bio-Qualität. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Verbraucherinnen und Verbraucher trotz preiswerter Inhaltsstoffe für Veggie-Essen mehr Geld auf den Tisch legen müssen“, ärgert sich Fischer. Das schaffe einen falschen Kaufanreiz. „Wollen wir den Klima- und Umweltschutz auch im Ernährungsbereich voranbringen, dürfen Lebensmittel aus Pflanzen nicht teurer sein als tierische Produkte“, fordert Fischer.

Die ausführlichen Ergebnisse des Marktchecks mit einer detaillierten Produktliste sind veröffentlicht auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg unter: www.vzhh.de/veggie-fisch.
Autor: red

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Kommentare
free Gigi
03.07.2021, 11:50 Uhr
oder so
gut für die Umwelt, schlecht für den Menschen.

Aber jeder so wie er mag...
grobschmied56
03.07.2021, 13:07 Uhr
Wo kein Fisch drin ist...
... sollte auch nicht Fisch drauf stehen! Das ist blanke Augenwischerei. Wenn dann auch noch die Zusammensetzung erhebliche Schwächen gegenüber dem Original aufweist und der Preis in Richtung Apotheke tendiert, sollte man sich überlegen ob man nicht lieber zu richtigem Fisch greift und die 'Vegan-Industrie' auf ihrem teuren Pamps sitzen bleiben läßt.
Örzi
03.07.2021, 13:12 Uhr
Wieso diese Namen?
Weshalb heißt das "Veggi-Fischstäbchen", wo es doch mit Fisch nichts zu tun hat? Es sollte doch richtigerweise "Soja-Tofu-Möhren-Brätlinge" heißen. Komisch, dass die Veganer alles so nennen, wie sie es nicht haben wollen (vegane Wurst, vegane Buletten ....) Eigentlich müssten sie sich bei diesen Namen ja schon ekeln. Wahrscheinlich würden sie sich aber bei der richtigen Bezeichnung noch mehr schütteln. Trotzdem: Guten Appetit!
geloescht.20250302
03.07.2021, 13:43 Uhr
Wir mochten früher...
...mal die Wurst von der "Rügenwalder Mühle" ganz gerne.

Aber seitdem sie so extrem ins vegane Geschäft eingestiegen sind und Rückrufe wegen Qualitätsmängeln hatten, sind wir uns nicht mehr sicher, welche Zutaten sie in welche Sorte hineinpanschen und lassen die Finger davon.

Die kommen mir inzwischen vor wie moderne Alchemisten, die versprachen, Gold herzustellen und Porzellan produzierten.

Wobei letzteres nach meiner Meinung sinnvoller ist als ein Haufen Getreide mit Zusatzstoffen, die man frecherweise auch noch Wurst nennen darf.
Rieke11.11.11
03.07.2021, 14:59 Uhr
Ja...
Ich kann mich den Vorrednern hier nur anschließen.
Es gibt Fleisch ,Fisch und Gemüse, aber Fleisch oder Fisch aus Gemüse....neeeee. Wenn ich eine Kuh aus Holz schnitze, so ist es doch immer noch Holz und eine Möhre ist nun mal eine Möhre und kein Schnitzel. Ich hab versehentlich mal Veganer „Wurst“ gekauft, hab sie dann meiner Katze angeboten... die frisst sonst alles... aber das hat selbst sie verweigert.
Kama99
03.07.2021, 15:22 Uhr
Selbst ...
echte Fischstäbchen dürften sich heute nicht mehr so nennen. Mittlerweile ist da mehr Panade drumherum als Inhalt. Ansonsten kommt mit von dem veganen Gelumpe nichts auf den Teller.
Paulinchen
03.07.2021, 21:16 Uhr
Der Chef von Rügenwalder...
sagte uns in der letzten Woche, dass die Anschaffung von Rohstoffen für die vegane Kost sehr schwierig und teuer ist.
Auf die Frage, was er sich auf seinen Grill legen würde, antwortete der Mann : Ich bevorzuge nach wie vor, das echte Steak und die gute, alte Rostbratwurst. Diese Produkte sind in der Regel auch preiswerter und obendrein weiß ich woher sie kommen.

Der Mann war mir irgendwie sympathisch und ehrlich.
Gehard Gösebrecht
03.07.2021, 21:24 Uhr
Einfach herrlich
Dieses Gepansche von Lebensmitteln.
Früher hat man sich auf das Essen gefreut.
Heute geht beim Blick auf die Inhaltsstoffe eines Menüs gleich der Blick zum Rotekreuz Kasten oder zum Telefon, damit man noch rechtzeitig Hilfe holen kann, falls man vom Modern Food Modern Killing erfährt.
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