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Di, 10:21 Uhr
29.06.2021
Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Corona-Krise wirft Gleichberechtigung um Jahre zurück

Angesichts der enormen Mehrfachbelastung von Frauen in der Corona-Pandemie haben die Frauenvertreterinnen des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen eine deutliche Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf gefordert. Die Corona-Pandemie habe die Gleichberechtigung der Frauen "um Jahrzehnte" zurückgeworfen...

„Frauen in der Corona-Krise – neue Herausforderungen und Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“ – so lautete das Schwerpunktthema der digitalen Landesfrauenkonferenz 2021 des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. „Das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 hat die Gleichberechtigung der Frauen um Jahrzehnte zurückgeworfen“, sagt Landesfrauenvertreterin Dr. Daniela Sommer. „Die Maßnahmen der Politik zum Schutz vor dem Virus vernachlässigen die Lebenswirklichkeiten von Frauen und setzen auf längst überholt geglaubte Geschlechterrollen.“

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Nach dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wenden Frauen grundsätzlich 52,4 Prozent – 87 Minuten täglich – mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Weil in der Pandemie Kitas und Schulen geschlossen wurden und die Unterstützung durch professionelle Pflegedienste oft wegbrach, wurden die Anforderungen an sie noch größer: „Familie, Pflege, Homeoffice: Frauen haben in der Corona-Krise eine immense Mehrfachbelastung geschultert“, sagt Daniela Sommer. „Zugleich mussten sie Einkommensverluste hinnehmen, weil sie wegen der familiären Pflichten ihre Arbeitszeit reduziert oder als Beschäftigte im Niedriglohnsektor ihren Job verloren haben.“

Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der VdK-Frauen dringend erforderlich, die Arbeitsbedingungen so anzupassen, dass sich für Männer und Frauen Familie, Pflege und Beruf gut miteinander vereinbaren lassen. In der Praxis besteht dabei für den VdK noch erheblicher Handlungsbedarf: Nach einer aktuellen Umfrage des VdK Hessen-Thüringen ist knapp die Hälfte der 3000 Pflegepersonen, die daran teilgenommen haben, berufstätig, fühlt sich aber vom Arbeitgeber nicht ausreichend unterstützt. Die VdK-Frauen fordern daher:

  • Flexible Arbeitszeiten und Möglichkeiten des mobilen Arbeitens - auch für Väter
  • Stärkere Anreize zur partnerschaftlichen Aufteilung der Kinderbetreuung
  • Flexible, kostenfreie und qualifizierte Ganztagsbetreuungen in Krippen, Kindergärten und Schulen sowie eine flächendeckende und ausreichende Ferienbetreuung
  • Mehr Entlastungsangebote für pflegende Angehörige
  • Pflegepersonenzeit und Pflegepersonengeld analog zu Elternzeit und Elterngeld


In diesem Sinne fordern die Frauenvertreterinnen des VdK Hessen-Thüringen Politik und Wirtschaft auf, die Benachteiligung von Frauen während der Corona-Pandemie, aber auch darüber hinaus effektiv zu bekämpfen.
Autor: red

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Kommentare
Marino50
29.06.2021, 18:46 Uhr
Gleichberechtigung
Also bei aller Rücksichtnahme und Liebe. Die Verfasserin dieses Artikels sollte einmal darüber nachdenken, wie viel Männer ihren Job verloren haben während der Pandemie. Frauen haben vorwiegend zu Hause gearbeitet. Aber nicht jeder Mann konnte daheim bleiben. Oder sollte die Frau auf die Baustelle gehen. Die Familien mussten gemeinsam Wege suchen, um bestmöglich aus der Krise zu kommen.
Für die Männer und besonders auch für die Kinder war es auch nicht einfacher.
Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.
Es ist total überzogen "um Jahrzehnte zurückgeworfen".
Ich bin eine Frau und ich weiß von was ich rede.
diskobolos
29.06.2021, 19:08 Uhr
Die Belastung der Frauen...
in den Pandemiezeiten ist nicht von der Hand zu weisen. Aber der Begriff "Gleichberechtigung" ist hier wie so oft falsch am Platz. Gleichberechtigt sind die Frauen, oder gibt es irgendein Recht, das Frauen nicht haben?
grobschmied56
29.06.2021, 19:23 Uhr
Kann ich nicht durchweg...
... bestätigen. Nach kurzer Rücksprache mit meiner besseren Ehehälfte ist zu konstatieren, daß sie sich durchaus nicht um Jahre zurückgeworfen fühlt.
Richtig ist vielmehr, daß durch schleppende Impfkampagne (verschuldet durch Merkel, von der Leine und EU-Bürokratie) sowie zahlreiche unsinnige Maßnahmen meiner Frau das Berufsleben im letzten Jahr unnötig schwer gemacht wurde. Das dürfte auch auf sehr viele andere Menschen zutreffen. Jedoch ist dafür nicht in erster Linie 'das Virus' verantwortlich zu machen, sondern eben die unsäglich rückständigen Zustände, die nach 16 Jahren Merkelatur hier herrschen.
Die 'Leistungsfähigkeit' unseres Internets würde manche Menschen in der dritten Welt verblüffen. Allerdings eher im negativen Sinne.
Das Komplettversagen unserer Regierigen bei Maskenbeschaffung, Testbeschaffung und Organisation sowie bei Impfstoffbeschaffung und Anwendung ist inzwischen fast beispiellos und spottet jeder Beschreibung.
Eine Bananenrepublik eben, korrupt, zurückgeblieben und von den falschen Leuten regiert.
Die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft - Frauen in Pflegeberufen, Geringverdiener und 'Befristete' sind diejenigen, die automatisch >hinten runterfallen<.
Was lehrt uns das?
Augen auf bei der Berufswahl!
Und Augen auf bei der nächsten Bundestagswahl!
Trüffelschokolade
29.06.2021, 20:19 Uhr
Daten
Erste Untersuchungen anhand von Arbeitsmarktdaten gehen davon aus, dass Frauen stärker von Arbeitsplatzverlusten betroffen waren als Männer.

Das hat zum Einen mit den Berufen zu tun (häufiger prekär, häufiger personennah, etc.), aber auch mit den Belastungen: die durch den Wegfall der schulischen Betreuung zu leistende Betreuung durch die Eltern wurde vorrangig von Frauen geleistet.

Zu sagen: "Männer hatten es auch nicht leicht!" ist ein wenig blind für reale gesellschaftliche Verhältnisse. Ohne Frage war es für niemanden einfach - gleichwohl waren nicht alle gleich betroffen. Und ja, Frauen sind bis heute die Personen, die insgesamt mehr Zeit mit bezahlter und unbezahlter Arbeit (Haushalt, Pflege, Kinderbetreuung, etc.) verbringen. Das hat sich mit Corona noch verstärkt. Und derartige Sachen werden sich auch nach der Krise noch weiter auswirken - haben sich Rollen etwas retraditionalisiert, muss erst wieder Arbeit gesucht werden, etc. braucht das alles wieder Energie und Zeit.
Paulinchen
29.06.2021, 20:20 Uhr
Oh ja...
@diskobolos!
Seit der Übernahme der DDR in die BRD, können wir Frauen nicht mehr über unseren Körper selbst und frei entscheiden. Bei den Löhnen und Gehältern stehen wir immer noch in der 2.Reihe. Auch haben wir unseren Haushaltstag verloren. Aber dafür haben wohl die Männer auf ihren Stammtisch verzichtet oder? Nur so ganz nebenbei, es gibt sie immer noch, die allein erziehenden Mütter, welche 3 Jobs am Tag bedienen, damit sie über die Runden kommen.
Männer eben.....
Halssteckenbleib
29.06.2021, 22:38 Uhr
Wieso dieses Thema noch?
Das Frauen immer noch benachteiligt werden will irgendwie nicht in mein Halssteckenbleib Hirn. Warum sollen Frauen nicht das können wie Männer? Also wenn ich an mich denke da hat mich ne Frau schneller eingeholt als ich gucken kann. Den einzigen Unterschied den ich kenne ist ..das Frauen schöner aussehen als Männer. Aber ansonsten.....sorry!
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