Di, 22:48 Uhr
20.09.2005
Der Krebs lauert im Essen
Nordhausen (nnz). Tiefkühlpizza als Mittagsessen, Cola statt Wasser und zum Frühstück einen süßen Pausensnack, das macht nicht nur dick, sondern auch richtig krank. Krebs ist immer noch ein Tabuthema, das soll nicht so bleiben.
Pro Jahr erkranken deutschlandweit rund 70.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 30.000 sterben daran. 80 Prozent der Erkrankungen ließen sich vermeiden, wenn sich die Menschen wieder gesünder ernähren würden. In der sogenannten Dritten Welt erkranken grade einmal zwei von 100.000 Einwohnern an Darmkrebserkrankungen, in den USA, dem Land mit den fettesten Menschen, sind es 120 von 100.000. Deutschland ist mit 105 Erkrankten nah dran, dabei befiel der Darmkrebs in den 1960er grade einmal 40 von 100.000 Leuten.
Für diese starke Steigerung der Krebserkrankungen des Mast- und Dickdarms macht Chefarzt Dr. Joachim Rupprecht von Südharzkrankenhaus die veränderte Ernährung verantwortlich. Schon Kinder sind viel zu fett, essen sie doch vor allem Süßigkeiten, Burger und Fritten, die sie mit Unmengen an Limo und Fruchtsaftgetränken hinunterspülen. 70% unserer Nahrung sind industrielle Fertigprodukte, so Dr. Rupprecht. Sie machen unser Leben einfacher, enthalten aber wenig Nährstoffe, Vitamine und nur noch 25 % der Ballaststoffe, die unsere Nahrung vor 50 Jahren hatte. Zu viele Speisen enthalten tote Kalorien, also bloßen Zucker, nur Energie, die dank unseres trägen Lebensstils vorm Fernseher und im Auto dick macht. Diabetes, Gicht, Gallensteine und Kreislauferkrankungen sind die Folgen.
Ein weiteres Problem ist, daß heute fast täglich Fleisch gegessen wird. Die Abbauprodukte von rotem Fleisch, wie Schwein, Rind und Wildfleisch sind jedoch krebserregend. Besonders dann, wenn sie auf Grund von Fettleibigkeit und Bewegungsmangel länger im Darm verweilen und dadurch die Schleimhaut schädigen. Keine Erkrankung ist so eng mit falscher Ernährung verknüpft, wie der Dickdarm- und der Mastdarmkrebs. Sagte Dr. Joachim Ruprecht.
Zusammen mit den Kollegen vom Tumorzentrum Südharz e.V. versucht der Chefarzt eine Aufklärungskampagne gegen den Krebs zu führen. Den 08. Oktober hat der Verein als Aktionstag ausgewählt. Nicht nur Kranke sollten sich diesen Tag merken. Gesunde werden ebenfalls angesprochen, denn in einigen Jahren könnten auch sie zu den Betroffenen gehören. Gegen eine starke Ausbreitung der oft tödlich verlaufenden Erkrankung helfen Vorsorgeuntersuchungen. Alle Menschen ab 50 Jahren haben einmal jährlich Anspruch auf eine Stuhluntersuchung, die verborgenes Blut ausspüren soll. Ab dem 55 Lebensjahr ist außerdem eine Darmspiegelung möglich, die nach zehn Jahren wiederholt werden kann.
Besorgniserregende Zahlen sollten alle Gesunden hellhörig machen und überzeugen, diese Vorsorge in Anspruch zu nehmen. Im Jahr 2000 erkrankten in Thüringen 60 von 100.000 Männern und 56 von 100.000 Frauen. Seit dem Bestehen des klinischen Krebsregisters in Nordthüringen wurden zwischen 01.01.1997 und dem 31.08.2005 1688 Darmkrebserkrankungen dokumentiert. Das entspricht ab 1999 einen Jahresdurchschnitt von 220 Neuerkrankungen. Durch moderne Medizin könnte zahlreichen Betroffenen bei rechtzeitigem Erkennen der Erkrankung geholfen werden.
Wer sich informieren möchte, dem sei der 08. Oktober empfohlen. Gemeinsam mit Krankenkassen lädt das Tumorzentrum Südharz in das Gesundheitszentrum Carpe Diem. Interessante Vorträge und Beratung warten dort auf Kranke und Gesunde. Ärzte und Betroffene stehen Rede und Antwort. Alle bemühen sich, den Krebs aus der Tabuecke rauszuholen und wollen die Menschen für mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit motivieren.
Autor: wfPro Jahr erkranken deutschlandweit rund 70.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 30.000 sterben daran. 80 Prozent der Erkrankungen ließen sich vermeiden, wenn sich die Menschen wieder gesünder ernähren würden. In der sogenannten Dritten Welt erkranken grade einmal zwei von 100.000 Einwohnern an Darmkrebserkrankungen, in den USA, dem Land mit den fettesten Menschen, sind es 120 von 100.000. Deutschland ist mit 105 Erkrankten nah dran, dabei befiel der Darmkrebs in den 1960er grade einmal 40 von 100.000 Leuten.
Für diese starke Steigerung der Krebserkrankungen des Mast- und Dickdarms macht Chefarzt Dr. Joachim Rupprecht von Südharzkrankenhaus die veränderte Ernährung verantwortlich. Schon Kinder sind viel zu fett, essen sie doch vor allem Süßigkeiten, Burger und Fritten, die sie mit Unmengen an Limo und Fruchtsaftgetränken hinunterspülen. 70% unserer Nahrung sind industrielle Fertigprodukte, so Dr. Rupprecht. Sie machen unser Leben einfacher, enthalten aber wenig Nährstoffe, Vitamine und nur noch 25 % der Ballaststoffe, die unsere Nahrung vor 50 Jahren hatte. Zu viele Speisen enthalten tote Kalorien, also bloßen Zucker, nur Energie, die dank unseres trägen Lebensstils vorm Fernseher und im Auto dick macht. Diabetes, Gicht, Gallensteine und Kreislauferkrankungen sind die Folgen.
Ein weiteres Problem ist, daß heute fast täglich Fleisch gegessen wird. Die Abbauprodukte von rotem Fleisch, wie Schwein, Rind und Wildfleisch sind jedoch krebserregend. Besonders dann, wenn sie auf Grund von Fettleibigkeit und Bewegungsmangel länger im Darm verweilen und dadurch die Schleimhaut schädigen. Keine Erkrankung ist so eng mit falscher Ernährung verknüpft, wie der Dickdarm- und der Mastdarmkrebs. Sagte Dr. Joachim Ruprecht.
Zusammen mit den Kollegen vom Tumorzentrum Südharz e.V. versucht der Chefarzt eine Aufklärungskampagne gegen den Krebs zu führen. Den 08. Oktober hat der Verein als Aktionstag ausgewählt. Nicht nur Kranke sollten sich diesen Tag merken. Gesunde werden ebenfalls angesprochen, denn in einigen Jahren könnten auch sie zu den Betroffenen gehören. Gegen eine starke Ausbreitung der oft tödlich verlaufenden Erkrankung helfen Vorsorgeuntersuchungen. Alle Menschen ab 50 Jahren haben einmal jährlich Anspruch auf eine Stuhluntersuchung, die verborgenes Blut ausspüren soll. Ab dem 55 Lebensjahr ist außerdem eine Darmspiegelung möglich, die nach zehn Jahren wiederholt werden kann.
Besorgniserregende Zahlen sollten alle Gesunden hellhörig machen und überzeugen, diese Vorsorge in Anspruch zu nehmen. Im Jahr 2000 erkrankten in Thüringen 60 von 100.000 Männern und 56 von 100.000 Frauen. Seit dem Bestehen des klinischen Krebsregisters in Nordthüringen wurden zwischen 01.01.1997 und dem 31.08.2005 1688 Darmkrebserkrankungen dokumentiert. Das entspricht ab 1999 einen Jahresdurchschnitt von 220 Neuerkrankungen. Durch moderne Medizin könnte zahlreichen Betroffenen bei rechtzeitigem Erkennen der Erkrankung geholfen werden.
Wer sich informieren möchte, dem sei der 08. Oktober empfohlen. Gemeinsam mit Krankenkassen lädt das Tumorzentrum Südharz in das Gesundheitszentrum Carpe Diem. Interessante Vorträge und Beratung warten dort auf Kranke und Gesunde. Ärzte und Betroffene stehen Rede und Antwort. Alle bemühen sich, den Krebs aus der Tabuecke rauszuholen und wollen die Menschen für mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit motivieren.

