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Mi, 12:27 Uhr
19.05.2021
Natura-2000-Tag

Ein Netz gegen das Artensterben

Die Grundlagen des europäischen Artenschutzes wurden in den frühen 90er Jahren gelegt. Inzwischen hat sich das System der "Natura 2000" Schutzgebiete bewährt, auch im Südharz...

Anlässlich des „Natura-2000-Tages“ am 21. Mai hebt die Natura 2000-Station Südharz/ Kyffhäuser die Bedeutung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 für den Erhalt des europäischen Naturerbes hervor. Thüringen leiste mit über 250 Natura-2000-Gebieten einen wichtigen Beitrag für den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume.

Mit der Einrichtung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 will die Europäische Union den Verlust der Biologischen Vielfalt in Europa stoppen. Mit dem Netzwerk aus zwölf Natura 2000-Stationen und einem Kompetenzzentrum hat Thüringen den Grundstein für den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume in den Natura-2000-Gebieten gelegt. Seit 2019 sind die Stationen und ihre Arbeit dauerhaft gesetzlich abgesichert. Dies ist einmalig in Deutschland. Das Thüringer Umweltministerium unterstützt das Netzwerk mit rund drei Millionen Euro jährlich.

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Gerade in Zeiten des bedrohlichen Artensterbens nimmt die Arbeit der Natura 2000-Stationen und des Kompetenzzentrums laut Verband eine besondere Bedeutung ein. Die Mitarbeitenden bringen die Umsetzung von Natura 2000 voran, indem sie Arten- und Biotopschutzmaßnahmen initiieren sowie zum Thema beraten.

„In unserer Station haben wir mehrere Arbeitsschwerpunkte. In unserem Stationsgebiet befinden sich z.B. die Messtischblätter mit dem höchsten Artenaufkommen in ganz Deutschland. Da gibt es für die Stationsmitarbeiter viel zu tun. Geologisch bedingt bilden wertvolle Mager- und Trockenrasen einen unserer wichtigsten Arbeitsschwerpunkte. In der Region befinden sich viele seltene Lebensraumtypen, die bei Pflege und Erhalt unsere Unterstützung brauchen. Aber auch faunistisch stehen wir vor großen Anforderungen. Wir sind aktiv beim Kranich- und beim Rotmilanschutz, gemeinsam mit unseren regionalen Partnern. Derzeit setzen wir u.a. ein Projekt zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Bachmuschel und zum Schutz der Helmazurjungfer um. Die Amphibienbestände der Region werden mit verschiedenen, den Standorten angepassten Maßnahmen geschützt.“, berichtet die Stationsleiterin Astrid Koschorreck.

Heidefläche auf den „Pfaffenköpfen“ bei Steigerthal    (Foto: Detlef Stremke) Heidefläche auf den „Pfaffenköpfen“ bei Steigerthal (Foto: Detlef Stremke)


In den letzten Jahren haben sich die Stationen zur anerkannten Schnittstelle zwischen den Behörden, unserem Ehrenamt und den Landnutzenden vor Ort entwickelt. Gemeinsam mit regionalen Partnern konnten bereits über 150 Projekte angestoßen und umgesetzt werden. Die 12 Natura 2000-Stationen und das Kompetenzzentrum sind heute aus der Naturschutzlandschaft Thüringens nicht mehr wegzudenken.

1992 wurde mit der Verabschiedung der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie der Europäischen Union die Grundlage für das Schutzgebietsnetz Natura 2000 gelegt. Am 15.05.2017 wurde der 21. Mai offiziell zum europäischen „Natura-2000-Tag“ ernannt, um daran zu erinnern, dass alle Europäerinnen und Europäer gemeinsam Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt in Europa tragen.

Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 35 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17 % der Landesfläche. In diesen Landschaften kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor, die durch die Arbeit der Natura 2000-Stationen geschützt werden.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
19.05.2021, 13:24 Uhr
Natura 2000-Station: Einheit von Wort und Tat nicht immer gegeben
In einem gesonderten Beitrag zum Thema werde ich morgen auf den obigen Beitrag der Natura 2000-Station Südharz-Kyffhäuser eingehen.

Leider wurde von der Natura 2000-Station bzw. wird im Gebiet nicht alles getan, um das Artensterben zu stoppen, hochgradig gefährdete Arten zu fördern und die angeführten wichtigen Lebensraumtypen zu erhalten. Dazu gibt es mittlerweile auch Äußerungen von Wissenschaftlern.
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