Mi, 08:33 Uhr
21.04.2021
PERFEKTES TIMING, MEINT ANTON ADLERAUGE
Aufenthalt im Impfzentrum
Wer einen Termin im Impfzentrum Nordhausen erwischte, freute sich wie ein Mensch, der einen Treffer im Lotto landete. Ob über das Online Portal impfen-thueringen.de oder telefonisch über die vermerkte Nummer - zumeist blieben die Bemühungen erfolglos. Nachdem der 30. Versuch am Tage sowohl als auch scheiterte, gab man genervt auf. Zudem war Nordhausen als Impfzentrum gegen die Pandemie online nicht zu finden...
Ich ließ mich in Bad Frankenhausen impfen, meinte der Nachbar. Mein Saunakumpel Richard war in Mühlhausen. Dort hatte der Sohn einen Termin erhalten und den alten Herrn vor Ort gefahren. Gartenfreund Dieter bemühte sich in Nordhausen erst gar nicht, meldete sich in Erfurt an, wo er auch die Spritze erhielt. Ich wollte nicht in die Ferne schweifen, lag doch das Gute so nah.
Jetzt habe ich auch die erste Injektion hinter mich gebracht. Vor Ort in Nordhaus erhielt ich sie. Wochenlang auf einen Termin gewartet, da nimmst du auch gern eine lange Prozedur in kauf, dachte ich insgeheim, als ich vor dem Haus in der Stolberger Straße 131 stand. Wartezeiten? Denkste. Wie am Schnürchen der Ablauf.
Eine Notiz auf dem Laufzettel am Eingang durch den Wachhabenden. Treppen hinunter in den Keller. Links um die Ecke und wir befinden uns am Eingang. Dort erwartete mich eine hübsche Schwarzhaarige. An ihrer Seite ein junger Soldat der Bundeswehr. Flugs sind die Formalitäten erledigt. Wie weiter, erklärt freundlich die Dame. Eine oder zwei Minuten saß ich vor dem Arztzimmer. Die blonde Ärztin klärte mich über eventuelle Folgen auf. Kurz, präzise.
Dritter Akt: Impfung. Zwei Damen sitzen im Zimmer. Die eine führt die Nadel, die andere macht Notizen. Stempel und Unterschrift im Impfausweis folgen. Wer will, bleibt danach 15 Minuten zur Nachbeobachtung sitzen. Abmeldung. Das war es. Kurz und schmerzlos. Ein Kommen und Gehen. Von früh bis in den späten Nachmittag hinein. Das Timing ist perfekt, der Ablauf ohne Fehl und Tadel.
Bis zu 200 Impfungen am Tag. Hochgerechnet ergibt es 1000 pro Woche. Seitdem das so flutscht, sagen wir ab Mitte bis Ende März, resultiert daraus eine Zahl, die sich durchaus sehen lassen kann. Das Glücksspiel auf die wirkende Spritze, verbunden mit unzähligen und zumeist erfolglosen Telefonaten oder Klicks, scheint vorbei.
Jetzt wird das Impfzentrum Nordhausen seiner Aufgabe gerecht. Schon im Mai, sagt die Regierung, soll soviel Impfstoff zur Verfügung stehen, um jedem Impfwilligen an Angebot machen zu können. Da dürften wir doch im Hochsommer die Herdenimmunität erreichen und uns auf ein normales Leben freuen.
Inbegriffen ohne Masken. Die Halterung macht die Ohren zu einem sonderbaren Gebilde. Wie eine Fledermaus sehe ich mit Maske aus, meint die Frau. Wenn auch nicht mit so langen Lauschern, aber mit Ohren, die immer mehr abstehen.
Anton Adlerauge
Autor: psgIch ließ mich in Bad Frankenhausen impfen, meinte der Nachbar. Mein Saunakumpel Richard war in Mühlhausen. Dort hatte der Sohn einen Termin erhalten und den alten Herrn vor Ort gefahren. Gartenfreund Dieter bemühte sich in Nordhausen erst gar nicht, meldete sich in Erfurt an, wo er auch die Spritze erhielt. Ich wollte nicht in die Ferne schweifen, lag doch das Gute so nah.
Jetzt habe ich auch die erste Injektion hinter mich gebracht. Vor Ort in Nordhaus erhielt ich sie. Wochenlang auf einen Termin gewartet, da nimmst du auch gern eine lange Prozedur in kauf, dachte ich insgeheim, als ich vor dem Haus in der Stolberger Straße 131 stand. Wartezeiten? Denkste. Wie am Schnürchen der Ablauf.
Eine Notiz auf dem Laufzettel am Eingang durch den Wachhabenden. Treppen hinunter in den Keller. Links um die Ecke und wir befinden uns am Eingang. Dort erwartete mich eine hübsche Schwarzhaarige. An ihrer Seite ein junger Soldat der Bundeswehr. Flugs sind die Formalitäten erledigt. Wie weiter, erklärt freundlich die Dame. Eine oder zwei Minuten saß ich vor dem Arztzimmer. Die blonde Ärztin klärte mich über eventuelle Folgen auf. Kurz, präzise.
Dritter Akt: Impfung. Zwei Damen sitzen im Zimmer. Die eine führt die Nadel, die andere macht Notizen. Stempel und Unterschrift im Impfausweis folgen. Wer will, bleibt danach 15 Minuten zur Nachbeobachtung sitzen. Abmeldung. Das war es. Kurz und schmerzlos. Ein Kommen und Gehen. Von früh bis in den späten Nachmittag hinein. Das Timing ist perfekt, der Ablauf ohne Fehl und Tadel.
Bis zu 200 Impfungen am Tag. Hochgerechnet ergibt es 1000 pro Woche. Seitdem das so flutscht, sagen wir ab Mitte bis Ende März, resultiert daraus eine Zahl, die sich durchaus sehen lassen kann. Das Glücksspiel auf die wirkende Spritze, verbunden mit unzähligen und zumeist erfolglosen Telefonaten oder Klicks, scheint vorbei.
Jetzt wird das Impfzentrum Nordhausen seiner Aufgabe gerecht. Schon im Mai, sagt die Regierung, soll soviel Impfstoff zur Verfügung stehen, um jedem Impfwilligen an Angebot machen zu können. Da dürften wir doch im Hochsommer die Herdenimmunität erreichen und uns auf ein normales Leben freuen.
Inbegriffen ohne Masken. Die Halterung macht die Ohren zu einem sonderbaren Gebilde. Wie eine Fledermaus sehe ich mit Maske aus, meint die Frau. Wenn auch nicht mit so langen Lauschern, aber mit Ohren, die immer mehr abstehen.
Anton Adlerauge

