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Di, 15:15 Uhr
13.04.2021
Landrat Matthias Jendricke:

"Ich will nicht immer in Erfurt um Freiheiten betteln müssen"

“Wir fordern von der Thüringer Landesregierung endlich ein flexibleres Handeln mit dem Modellprojekt zur Öffnung der Geschäfte im Landkreis Nordhausen”. Das ist die Meinung der Menschen, die sich am Mittag zu einer Runde in einem Autohaus der Peter-Gruppe zusammenfanden. Die nnz war dabei...

Beratung im Autohaus (Foto: nnz) Beratung im Autohaus (Foto: nnz)
Hausherr Helmut Peter freute sich zu Beginn des Gespräches, dass es dem Landkreis Nordhausen zweimal hintereinander gelungen sei, der Landesregierung zwei Wochen geöffneter Geschäfte abzuringen. “Wir müssen da unbedingt auch weiterhin an einem Strang ziehen”. Mit “wir” meinte der Unternehmer die Wirtschaft sowie die Politik der Region. Niels Neu, der Vorstandsvorsitzende des Nordthüringer Unternehmerverbandes, freute sich, dass vor allem Landrat Matthias Jendricke in Erfurt für die Modellregion Nordhausen gekämpft habe.

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In Richtung der Landes- und Bundespolitik sparte Neu nicht mit massiver Kritik. “Statt immer neuer Namen für den nächsten Lockdown zu finden, sollten sich die Verantwortlichen um das kümmern, was zur Lösung der Pandemie notwendig wäre: Impstoff und Tests beschaffen.” Weder das eine noch das andere sei bislang so gelungen, wie sich das die Menschen von diesem Deutschland vorgestellt hatten.

Die Vertreter der Nordhäuser Marktpassage, des Domäne-Marktes und des Gewerbevereins Nordhausen sprachen sich überwiegend positiv zum Modellprojekt aus. Sei das Projekt am Dienstag nach Ostern noch verhalten angelaufen, so war der Einzelhandel mit dem Mittwoch und Donnerstag zufrieden. Zufrieden natürlich unter den vorgegebenen Umständen. Einig waren sich alle, die heute am Tisch saßen, dass bei einer Inzidenz unter der entscheidenden Marke von 100, die Freiheitsrechte zurückgegeben werden müssen.

Matthias Jendricke wolle nicht immer in Erfurt betteln, sondern will klare Ansagen bekommen. Bei einer niedrigen Inzidenz könne umfassend eingekauft werden. Der Landkreis Nordhausen werde dazu unter anderem die Test-Infrastruktur auch weiterhin zur Verfügung stellen. Bei seinem Tun in Richtung der Landeshauptstadt wolle er auch weiterhin für diese Freiheitsrechte kämpfen. Hoffnungen habe Jendricke in Bezug auf das novellierte Infektionsschutzgesetz der Bundesregierung, das Regionen unter der “100” weitgehende Freiheiten zulasse.

Was die aktuelle Situation betrifft, die immer noch maßgeblich durch die Pandemie geprägt ist, habe sich doch gezeigt, dass ein gemeinsames Handeln von Politik und Wirtschaft maßgeblich für die bisherigen Erfolge verantwortlich gewesen sei. Und sei es, wenn ein Unternehmer in Nordhausen die Telefonnummer des Thüringer Ministerpräsidenten in seiner Kontaktliste habe und die Landtagespräsidentin aus dem Landkreis komme, so Jendricke.

Die beiden Modellphasen haben nicht nur lang ersehnte Freiheiten gebracht, sie waren auch eine "Schule" für die Handelnden. So wurde zum Beispiel der Testbus vom Autodrom abgezogen und ist nun auf dem Möno-Parkplatz stationiert.

Alles Bemühen von Politik und Wirtschaft wird natürlich durch die Testergebnisse beeinflusst. Aktuell steht der Landkreis Nordhausen laut Landratsamt bei knapp unter 96. Hier sieht Jendricke vor allem das "Einlaufen" der Testergebnisse aus den Schulen der Stadt und des Landkreises als Ursache. Sollte morgen der Wert immer noch unter 100 sein, so wird der Landrat eine Fortführung des Modellprojektes beantragen.

Sollte das nicht der Fall sein, dann wird das Projekt temporär beendet. "Das ist nicht das, was wir hier im Landkreis Nordhausen wollen. Allerdings werden die Ministeriellen dann erleichtert sein, dass die da oben in Thüringen endlich Ruhe geben", meinte Jendricke mit einer gehörigen Portion Sarkasmus.

Für die Händler hingegen sei die Schmerzgrenze längst erreicht, viele würden sich überlegen, ob sie nach einem vielleicht letzten Blick auf das Geschäftskonto eventuell doch aufgeben müssen. Das allerdings sei der Politik in Erfurt oder Berlin nicht oder nur schwer zu vermitteln.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

13.04.2021, 15.47 Uhr
Blue | Schmerzgrenze
der Händler erreicht? Glaube ich nicht! Samstag wird wie immer 13 Uhr geschlossen anstatt mal länger auf zu machen und selbst in den Passagen ist sehr früh zu. Da stimmt dann doch noch das Geld. Bin auch mal gespannt ob Herr Jendricke nach der Wahl auch noch so emsig ist.

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13.04.2021, 17.19 Uhr
Kritiker2010 | Die Bundes-Mutti sagt nein!
Die Hoffnung, dass durch das neue Infektionsschutzgesetz etwas mehr Kontinuität einzieht, dürfte berechtigt sein, allerdings in die ungewollte Richtung.

..., Erich, Angela - det macht die Berliner Luft, wa?
Zu lange an der Macht, zu alt, zu verbohrt. Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Dass es soweit kommen würde, hätte vor zwei Jahren niemand geglaubt:
- Türkische Verhältnisse in der Politik - Parlamente übergehen, Macht zentralisieren.
- Rufe nach immer mehr Verboten und Restriktionen
- Polizisten überfallen Menschen, die Ihre Grundrechte wahrnehmen
- Verlust von Maß und Mitte
- Gesellschaft gespalten

Trotz negativer Hinweise von Staatsrechtlern, Epidemiologen, Ärzten, Aerosol-Spezis, Stimmen aus Wirtschaft und Sozialbereich und auch den aktuellen offiziellen Statistiken wollte man das Gesetz als Basis für den umfassenden Stillstand. Als Begründung genügt das immer gleiche Schauermärchen.

Die Pandemie endet genau dann, wenn wir die Tür zur Normalität aufstoßen und auch hindurchgehen!

Nur so kann eine hinreichend schnelle und robuste Durchseuchung erreicht werden, die das pandemische Potenzial bricht. Nahezu alle bekannten "Schutzmaßnahmen" resultieren belegbar in einem dauerhaften Erhalt der Krise.

Vorwürfe mangelnder Rücksicht, Solidarität oder Verantwortung sind nicht mehr relevant. Denn dieses moralische Messer hat offensichtlich eine stumpfe Klinge und einen scharfen Griff.

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13.04.2021, 17.56 Uhr
Bodo Schwarzberg | Wichtigste Lehre - Ursachen der Pandemien bekämpfen
Die wichtigste Lehre aus dem Hickhack um Öffnen und Schließen, Coronatoten und Coronakranken, Niedergang der Wirtschaft und drohende Überlastung der Intensivkapzitäten sollte vor allem das Verhindern neuer Pandemien sein.

Die Zahl der Zoonosen bzw. jener, die schlimme Auswirkungen haben, nehmen durch immer mehr Reisetätigkeit, Eindringen des Menschen in natürliche Lebensräume und die Globalisierung immer mehr zu.

SARS 1, SARS 2, MERS, HIV, Ebola, um nur einige moderne Infektionskrankheiten zu nennen, sie alle haben ihren Ursprung im Tierreich. Nachgewiesen ist, dass sich bestimmte Virusträger stärker genau dort vermehren, wo der Mensch besonders stark in natürliche Strukturen eingegriffen hat.

Immer wieder warnen Forscher vor den Folgen von allzu kritiklosem Umgang mit der Natur und vor der damit verbundenen Ignoranz der Politik.

Es ist leider auch ein natürlicher Prozess, dass sich Krankheiten innerhalb großer, dichter Populationen leichter ausbreiten, als in kleinen, auf großer Fläche befindlichen..

Der Mensch sollte es sich also auch dringend zur Aufgabe machen, das Bevölkerungswachstum gerade in den armen Ländern zu stoppen.

Ich habe jedoch eher das Gefühl, dass sich die Politik ausschließlich damit aufhält, die Auswirkungen, statt zugleich auch die Ursachen zu bekämpfen.

Landrat Jendricke macht gewiss einen guten Job zugunsten eines Optimums zwischen Pandemiebekämpfung und Aufrechterhaltung des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens in einem winzigen Landkreis. Allerdings tritt in immer mehr Landkreisen mit geringen Inzidenzen das ein, was schon lange befürchtet wurde: Trotz allen Testens und trotz aller Vorsicht steigen die Zahlen der Coronainfizierten.

Dafür gibt es sicherlich viele Ursachen: Aber die Entwicklung zeigt, dass es besser ist, die Ursachen zu bekämpfen, als später in solch schwierige Situationen wie heute mit enormen menschlichen Verlusten, Leid und schlimmen wirtschaftlichen sowie medizinischen Folgebelastungen zu gelangen.

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13.04.2021, 18.24 Uhr
Schlaubert | @Blue , Arbeiten sie im Handel/Einzelhandel ??
Wenn nicht dann sollten sie eventuell mal einen Monat im Handel arbeiten um zu sehen warum viele Händler am Samstag ab 13:00 Uhr geschlossen haben. Auch die Mitarbeiter haben freie Tage bzw irgendwann auch die Wochenarbeitszeit erreicht.
Und nur weil es einem Blue am Samstag Nachmittag einfällt durch die Geschäfte bummeln zu wollen um zu checken was es so tolles gibt um dann doch nichts zu kaufen muss der Einzelhändler sein Geschäft nicht öffnen.

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13.04.2021, 18.37 Uhr
Kritiker2010 | Inzidenzen werden weiter steigen und sind keine Grundlage
Der aktuelle Anstieg der Inzidenzzahlen hat eine Hauptursache - mehr Tests. Wer viel testet, findet viel. Die Dunkelziffer ist dennoch sehr viel höher - sowohl bei aktiven, als auch überstandenen Infektionen - zum Glück.

Mit dem Voranschreiten der Durchseuchung und der zunehmenden Endemie, steigen auch die Inzidenzwerte. Ihre Bedeutung schwindet aber mit jedem Tag und jeder überstandenen Infektion oder Impfung, soweit diese irgendwie wirksam ist - dazu gibt es ja auch schon wieder Neuigkeiten.

Aktuell liegen die Fallzahlen noch unter dem Niveau zur Jahreswende. Derweil sinkt die Hospitalisierungsquote und der Anteil der schweren oder gar tödlichen Verläufe seit einiger Zeit deutlich. Zudem scheinen die Infektionscluster dort zu liegen, wo dies gar nicht möglich sein soll - in Krankenhäusern und Heimen.

Ausgangssperren sind unwirksam, Masken im Freien nutzlos ... sagen Fachleute, sind aber sicher Irgendwas-Leugner.

Die Intensivstationen sind immer so voll, wie es der Konsens zwischen Krankenhaus-Controllern und Kostenträgern vorgibt. Die Zahl der Intensivbetten ist übrigens auch recht variabel. Praktisch genügte ja eine Änderung des Personal-Schlüssels um eine scheinbare Knappheit herbeizurechnen. Die Notfall-Reserve wurde zu keiner Zeit auch nur angekratzt. Also Panik aus. Leben an!

Nebenbei kann ich der Betrachtung von Bodo Schwarzberg ganz allgemein zustimmen. Aber wir retten die Welt lieber hier bei uns mit willkürlich überhöhten Energiepreisen und dem abstrakten CO2-Ablasshandel. Viel Spaß beim Hüpfen!

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13.04.2021, 18.43 Uhr
Junge21 | Ich feier Kritiker2020
Einer, der die Realität sieht! Und es gut ausdrückt!

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13.04.2021, 21.45 Uhr
Paul | Inzidenz....
Das ist eine rein erfundene Zahl, die nichts zu bedeuten hat.
Wenn man die Zahlen mal anders darstellt, als immer nur von den Staatsmedien eingetrichtert, dann sieht die Sache schon viel realistischer aus.
Die Zahl der NICHT Infizierten in Deutschland beträgt 99,796....% ! Da von einer Epidemie zu reden ist wohl ein absoluter Schwachsinn.
Bei normalen Statistiken wird mit Werten von 1:10, 1:100, evtl. auch 1:1.000 gerechnet. Nur würde bei der Inzidenzzahl dann nicht mal eine 1 herauskommen. Und das würde wohl kaum einer ernst nehmen, oder? Aber nimmt man alles mal 10, DANN sieht die Zahl schon gefährlicher aus. Aber selbst dann sind 100 Infizierte von 100.000 noch lange keine Rechtfertigung für millionen Arbeitslose, Familien die vorm finanziellen Ruin stehen, Betrieben die in den Bankrott getrieben werden, und psychischen Schäden, und einem Bildungsdefiziet, das in absehbarer Zeit nie wieder aufgeholt werden kann. DAS sind fragen die WIR unserer Regierung stellen sollten, anstatt Gebetsmühlenartig irgend welchen erfundenen Zahlen zu glauben !

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14.04.2021, 08.50 Uhr
Neuer NDHler | Wenigstens ein Politiker im Kontakt mit den NDH Händlern
Wenn auch klug verwertet für den Wahlkampf, so hat wenigstens der Landrat immer wieder den direkten Kontakt zu den Händlern der Stadt gesucht und gefunden.

@blue: Sie wissen hoffentlich, dass aus dem Geschäftsumsatz das Brutto für die Mitarbeiter, die Betriebskosten, sämtliche Abgaben, Steuern und Beiträge, evtl. Mieten u.a. erwirtschaftet werden müssen? Sie können getrost glauben, daß also vor der Entscheidung, wie lange der Laden offen bleibt, diese Kalkulation stattgefunden hat!

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14.04.2021, 08.59 Uhr
diskobolos | Paul, es ist gut dass es einen gibt, der
sich nicht von den Zahlen beeindrucken lässt. Aber die Regierungen, die Wissenschaftler, die Intensivärzte in fast allen bekannten Ländern sind doch alle Idioten. Denn in überall hat es Lockdowns gegeben, in einigen lockerer, in anderen härter. Vorzeitige Lockerungen wie z. b. in Portugal wurden bitter bereut und wurden dann wieder zurückgenommen. Den Ernst der Lage kann man an der Überlastung der Intensivstationen erkennen.

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14.04.2021, 09.13 Uhr
Jörg Thümmel | Hoch lebe die Eugenik
denn um nichts anderes handelt es sich bei der euhpemistisch verklausulierten, postulierten "Kontrolle des Bevölkerungswachstums" Herr Schwarzber.

Da der Mensch aber Teil der natürlichen Evolution ist, reguliert die Natur Überbevölkerung auf ihre Weise, in diesem Fall z.B. durch eine Pandemie und entledigt sich ihrer Parasiten.
Dazu braucht es dann auch keine Sänger des Hoheliedes einer Mumie Schwab und seines elitären Zirkels.

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