Do, 16:11 Uhr
19.10.2000
Industriegebiet "Goldene Aue": Sachliche Debatte ist dringend notwendig
Nordhausen (nnz). Die nnz hat es sich zur Aufgabe gemacht, Entwicklungen im Landkreis Nordhausen zu begleiten, mit den Mitteln, die ein solches Medium wie das Internet es vermag. Zu den Vorzügen der nnz gehört es, Meinungen seiner Nutzer (Leser) ungekürzt zu veröffentlichen. An dieser Stelle stellen wir einen Beitrag von V. Theuerkauf aus Nordhausen zur Diskussion:
Sehr interessiert verfolge ich die Diskussionen um das geplante
Industriegebiet zwischen Bielen und Urbach. Es fällt auf, daß nicht nur in dieser Sachfrage eine Streitkultur der übelsten Art vorherrscht. Während der Eine, nämlich die gewählten Volksvertreter und Politiker mit der Verwaltung, darauf bedacht ist, seinen originären Verpflichtungen nachzukommen und mit Planungen aufwartet, die den mittel-und langfristigen Zweck haben, die Bürger im Landkreis in Lohn und Brot zu halten, wettern die Anderen bereits öffentlich dagegen.
Es scheint salonfähig zu sein, den Anderen in seinen Aktivitäten zu kritisieren, statt ihn dabei zu unterstützen, kritikwürdige Punkte abzustellen, ohne dabei die Zielsetzung als Ganzes in Frage zu stellen. Ähnliches kann man ja leider derzeit sehr "eindrucksvoll" im Kreistag beobachten, welcher mit sich beschäftigt ist, statt die Interessen seiner Bürger wahrzunehmen und umzusetzen. Fakt ist, daß es hier lediglich um die Planung zur Bereitstellung eines Industriegebietes geht und zunächst Baurecht geschaffen werden soll. Jeder der ein Eigenheim gebaut hat, ist bestens darüber informiert, wie schwierig es sein kann, die ersehnte Baugenehmigung zu bekommen und wie viele Wege und/oder Kosten damit verbunden sind. Ob sich größere und bedeutsame Unternehmen hier, angesichts des z.Z. vorherrschenden Zustandes der politischen Landschaft und Kultur als wichtiges und richtungsweisendes Instrument, überhaupt ansiedeln, steht auf einem ganz anderen Blatt und bleibt abzuwarten.
Allerdings ist durch die zur Disposition stehende Flächengröße,
überhaupt erst eine höhere Wahrscheinlichkeit gegeben, um auch größere Unternehmen ansiedeln zu können. Für das jeweilige Unternehmen steht vor allem dann die Frage im Vordergrund, ob schon morgen mit dem Aufbau der betrieblichen Infrastruktur begonnen werden kann. Hier müssen die Ämter und Politiker sofort Rede und Antwort stehen und sollten ganz einfach in die Lage versetzt sein, mit einem einfachen "JA" und eben nicht mit dem so "berühmten" und allseits bekanntem Satz, "NEIN, das geht nicht !!!" antworten.
Richtig ist aber auch, daß eine Planung die Interessen der Anrainer und sonstigen Betroffenen zu berücksichtigen hat. Dafür hat der Gesetzgeber ausreichend Möglichkeiten der individuellen Einflußnahme eingeräumt. Das setzt voraus, daß sich jeder über die ihn betreffende Belange stichhaltig informiert.Wenn zu lesen ist, daß denen, die Unterschriften für eine Protestresolution leisten, nicht einmal der Unterschied zwischen einem Industriegebiet und einem Gewerbegebiet klar ist, ist das äußerst bedenklich. Ich würde solch einen Protestaufruf ohne unvoreingenommene Aufklärung nicht unterschreiben, ohne diesen hiermit in Frage stellen zu wollen. Denn auch die Verwaltung und das ist ebenso ein Fakt, hat noch nicht klar erkannt und gelernt, daß sie durch die Bürger mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt ist und ihr Handeln danach einzurichten hat.
Eine entsprechende Informationspolitik kann dazu beitragen, derartige Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Aktivitäten führen eben auch zu Interessenskonflikten. Diesen aus dem Weg zu gehen ist völlig falsch. Wer von den Planern, Amtspersonen und Politikern meint, durch möglichst konfliktfreies Aussitzen der Auslegungsfristen und Termine schneller etwas zu bewegen, weil keine zu prüfenden Widersprüche eingehen, der irrt und sollte schnellstmöglich seinen Hut nehmen. Nur wer einen nicht unerheblichen Teil seiner Zeit dafür verwendet, um mit den Bürgern die anstehenden Sachfragen gezielt und nachvollziehbar zu besprechen und dabei auch evtl. Einschränkungen für den Einzelnen nicht verschweigt, der wird auch in einer Zeit, wo das Haben mehr zählt als das Sein, seine Wähler und Anhänger finden und größere Konliktpotentiale von vornherein vermeiden.
Ich wünsche mir nicht nur, sondern ich fordere alle Beteiligten dazu auf, sich hier mit dem nötigen Respekt zu begegnen und aufeinander zuzugehen, es geht um mehr als nur Jobs, denn diese Fragen berühren nicht nur volkswirtschaftliche sondern auch zwischenmenschliche Zusammenhänge. Spielen Sie nicht nach den Regeln, wir gewinnen und ihr verliert, sondern lassen Sie allen eine Chance, denn nur so wird die Region als Ganzes gewinnen. Es gibt viele Beispiele, wo Landwirtschaft und Industrie in friedlicher Koexistenz leben.
Sorgen Sie hier und heute für wirklich weise und nachhaltige
Entscheidungen mit den nötigen Kompromissen, andernfalls wird dies die Abwanderungsquote von Bürgern und Unternehmen im Landkreis Nordhausen in den nächsten Jahren entsprechend widerspiegeln. Der angesetzte Protest hat dann Erfolg, wenn er nicht nur von Einzelinteressen getragen wird, sondern als Ganzes geschlossen ist, vorausschauende und nachhaltige Inhalte aufweist und vor allem die
Chancengleichheit, als Basis für eine gut funktionierende und
ausgewogene regionale Wirtschaftsentwicklung, berücksichtigt.
Ich habe es bereits für mich klar definiert, denn ich stelle mich
hinter die Bestrebungen der Planer, Ämter und Politiker, ein
Industriegebiet zwischen Bielen und Nordhausen anzusiedeln, soweit nicht gleichwertige andere Flächen in dieser Größenordnung zur Verfügung stehen oder plantechnisch verfügbar gemacht werden können und die Zulassung von wenig personalintensiven Betrieben mit hohem Schadstoffausstoß, wie z.B. Müllverbrennungs-Anlagen, Kraftwerken o.ä. ausgeschlossen ist.
V. Theuerkauf
Selbständiger Unternehmer aus Nordhausen
Autor: nnzSehr interessiert verfolge ich die Diskussionen um das geplante
Industriegebiet zwischen Bielen und Urbach. Es fällt auf, daß nicht nur in dieser Sachfrage eine Streitkultur der übelsten Art vorherrscht. Während der Eine, nämlich die gewählten Volksvertreter und Politiker mit der Verwaltung, darauf bedacht ist, seinen originären Verpflichtungen nachzukommen und mit Planungen aufwartet, die den mittel-und langfristigen Zweck haben, die Bürger im Landkreis in Lohn und Brot zu halten, wettern die Anderen bereits öffentlich dagegen.
Es scheint salonfähig zu sein, den Anderen in seinen Aktivitäten zu kritisieren, statt ihn dabei zu unterstützen, kritikwürdige Punkte abzustellen, ohne dabei die Zielsetzung als Ganzes in Frage zu stellen. Ähnliches kann man ja leider derzeit sehr "eindrucksvoll" im Kreistag beobachten, welcher mit sich beschäftigt ist, statt die Interessen seiner Bürger wahrzunehmen und umzusetzen. Fakt ist, daß es hier lediglich um die Planung zur Bereitstellung eines Industriegebietes geht und zunächst Baurecht geschaffen werden soll. Jeder der ein Eigenheim gebaut hat, ist bestens darüber informiert, wie schwierig es sein kann, die ersehnte Baugenehmigung zu bekommen und wie viele Wege und/oder Kosten damit verbunden sind. Ob sich größere und bedeutsame Unternehmen hier, angesichts des z.Z. vorherrschenden Zustandes der politischen Landschaft und Kultur als wichtiges und richtungsweisendes Instrument, überhaupt ansiedeln, steht auf einem ganz anderen Blatt und bleibt abzuwarten.
Allerdings ist durch die zur Disposition stehende Flächengröße,
überhaupt erst eine höhere Wahrscheinlichkeit gegeben, um auch größere Unternehmen ansiedeln zu können. Für das jeweilige Unternehmen steht vor allem dann die Frage im Vordergrund, ob schon morgen mit dem Aufbau der betrieblichen Infrastruktur begonnen werden kann. Hier müssen die Ämter und Politiker sofort Rede und Antwort stehen und sollten ganz einfach in die Lage versetzt sein, mit einem einfachen "JA" und eben nicht mit dem so "berühmten" und allseits bekanntem Satz, "NEIN, das geht nicht !!!" antworten.
Richtig ist aber auch, daß eine Planung die Interessen der Anrainer und sonstigen Betroffenen zu berücksichtigen hat. Dafür hat der Gesetzgeber ausreichend Möglichkeiten der individuellen Einflußnahme eingeräumt. Das setzt voraus, daß sich jeder über die ihn betreffende Belange stichhaltig informiert.Wenn zu lesen ist, daß denen, die Unterschriften für eine Protestresolution leisten, nicht einmal der Unterschied zwischen einem Industriegebiet und einem Gewerbegebiet klar ist, ist das äußerst bedenklich. Ich würde solch einen Protestaufruf ohne unvoreingenommene Aufklärung nicht unterschreiben, ohne diesen hiermit in Frage stellen zu wollen. Denn auch die Verwaltung und das ist ebenso ein Fakt, hat noch nicht klar erkannt und gelernt, daß sie durch die Bürger mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt ist und ihr Handeln danach einzurichten hat.
Eine entsprechende Informationspolitik kann dazu beitragen, derartige Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Aktivitäten führen eben auch zu Interessenskonflikten. Diesen aus dem Weg zu gehen ist völlig falsch. Wer von den Planern, Amtspersonen und Politikern meint, durch möglichst konfliktfreies Aussitzen der Auslegungsfristen und Termine schneller etwas zu bewegen, weil keine zu prüfenden Widersprüche eingehen, der irrt und sollte schnellstmöglich seinen Hut nehmen. Nur wer einen nicht unerheblichen Teil seiner Zeit dafür verwendet, um mit den Bürgern die anstehenden Sachfragen gezielt und nachvollziehbar zu besprechen und dabei auch evtl. Einschränkungen für den Einzelnen nicht verschweigt, der wird auch in einer Zeit, wo das Haben mehr zählt als das Sein, seine Wähler und Anhänger finden und größere Konliktpotentiale von vornherein vermeiden.
Ich wünsche mir nicht nur, sondern ich fordere alle Beteiligten dazu auf, sich hier mit dem nötigen Respekt zu begegnen und aufeinander zuzugehen, es geht um mehr als nur Jobs, denn diese Fragen berühren nicht nur volkswirtschaftliche sondern auch zwischenmenschliche Zusammenhänge. Spielen Sie nicht nach den Regeln, wir gewinnen und ihr verliert, sondern lassen Sie allen eine Chance, denn nur so wird die Region als Ganzes gewinnen. Es gibt viele Beispiele, wo Landwirtschaft und Industrie in friedlicher Koexistenz leben.
Sorgen Sie hier und heute für wirklich weise und nachhaltige
Entscheidungen mit den nötigen Kompromissen, andernfalls wird dies die Abwanderungsquote von Bürgern und Unternehmen im Landkreis Nordhausen in den nächsten Jahren entsprechend widerspiegeln. Der angesetzte Protest hat dann Erfolg, wenn er nicht nur von Einzelinteressen getragen wird, sondern als Ganzes geschlossen ist, vorausschauende und nachhaltige Inhalte aufweist und vor allem die
Chancengleichheit, als Basis für eine gut funktionierende und
ausgewogene regionale Wirtschaftsentwicklung, berücksichtigt.
Ich habe es bereits für mich klar definiert, denn ich stelle mich
hinter die Bestrebungen der Planer, Ämter und Politiker, ein
Industriegebiet zwischen Bielen und Nordhausen anzusiedeln, soweit nicht gleichwertige andere Flächen in dieser Größenordnung zur Verfügung stehen oder plantechnisch verfügbar gemacht werden können und die Zulassung von wenig personalintensiven Betrieben mit hohem Schadstoffausstoß, wie z.B. Müllverbrennungs-Anlagen, Kraftwerken o.ä. ausgeschlossen ist.
V. Theuerkauf
Selbständiger Unternehmer aus Nordhausen


