eic kyf msh nnz uhz tv nt
Fr, 16:46 Uhr
02.09.2005

nnz-Forum: Eine Einheit

Nordhausen (nnz). Es gibt Themen, die scheinen die Bürger überhaupt nicht zu interessieren. Wohl aber kommunale Politiker beschäftigen sich damit. Ein solches Thema ist der Naturpark Harz. Nach der CDU sind jetzt dieser die Bündnisgrünen dran.


Der Landkreis Nordhausen ist Mitglied im Regionalverband Harz, mit Sitz in Quedlinburg. Diese Mitgliedschaft hat einen Schönheitsfehler: Weil die Landesregierung nicht bereit ist, sich an den Kosten des Gesamtprojektes Naturpark Harz zu beteiligen, ist der Landkreis Nordhausen kein vollwertiges Mitglied und damit wirtschaftlich benachteiligt. Wir, Bündnis 90/ Die Grünen, fordern seit Jahren eine intensive Einbindung von Fachgremien, Verbänden, Vereinen und Betroffener in langfristige Planungen für die wirtschaftliche Entwicklung der nordthüringer Region. Dies trifft insbesondere für die Gipskarstlandschaft im Südharz zu.

Die sich widersprechenden Ziele der Interessengruppen sind nur über eine qualifizierte Beteiligung aller Betroffener konstruktiv aufzulösen und in einem effektiven Entwicklungsprozess zu führen. Die reichen und qualitativ hochwertigen Rohstoffvorkommen im Südharz haben die Begehrlichkeiten lange vor der Wende 1989 bei Firmen jenseits der Mauer geweckt. Jetzt ist es die Verantwortung der Unternehmer und der Politik dafür zu sorgen, dass dem kurzfristigen Streben nach Profit für die Gipsindustrie bei einer geringen Anzahl von Arbeitsplätzen nicht der Vorrang gegenüber den langfristigen Interessen der Region gegeben wird. Und dabei kann es nicht darum gehen, Rohstoffabbaufirmen zu verdammen.

Nein, es ist die Erfahrung aus der Verschwendung von Steuergeldern für den Rohstoffabbau u.a. in Niedersachswerfen, die uns noch intensiver fragen lässt, warum die Landesregierung so einseitig den Rohstoffabbaufirmen zur Seite steht. Die bisherige Verweigerung eines Raumordnungsverfahrens für den Raum Rüdigsdorfer Schweiz ist ein erneuter Beweis dafür, wie begründet der jahrelange Widerstand der Bürger im Südharz gegen den rücksichtslosen Rohstoffabbau ist. Und dieser Widerstand ist ungebrochen.

Wenn die Bündnisgrünen jetzt die Bestätigung der Landesregierung zur Eingliederung in das Gesamttourismuskonzept Naturpark Harz fordern, dann deshalb, weil es selbstverständlich ist, den Harz als Ganzes touristisch weltweit bekannt zu machen. Ein Naturpark Harz hat keinerlei Schutzstatus, wie kürzlich in der nnz von Egon Primas behauptet wurde. Der Naturparkstatus ist durch Landesentscheidungen zu regeln, während z.B. Biosphärenreservate nur von der UNESCO auf Antrag einer Landesregierung zu bewirken sind. Naturpark, Geopark und Biosphärenreservat sind keine Gegensätze, sie können einander sehr gut ergänzen.
Gisela Hartmann, Kreisvorsitzende
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)