Fr, 10:39 Uhr
02.09.2005
Am Ende?
Nordhausen (nnz). Das Firmenkonstrukt des Otto Brandt ist ins Wanken geraten. Viele Mitarbeiter warten auf ihre Gehälter, manche schon seit Monaten. Was ist los? Antworten gibt es mit einem Klick.
Otto Brandt ist in Nordhausen, dann in Erfurt und nun wieder in Nordhausen mit vielen Situationen zurechtgekommen. Aber: Lohn oder Gehalt musste er noch nie einem Mitarbeiter schulden. Doch in diesem Jahr ist eben alles ganz anders. Die Ursachen für die desaströse Situation in den Unternehmungen des Otto Brandt liegen nach seinen Aussagen im fernen Asien. In Kasachstan. Sie haben jedoch, und das sagen Kenner der Nordhäuser Situation, hausgemachte Wurzeln.
Die Igeno-Schienenfahrzeuge GmbH ist eine Firma in der Brandt-Gruppe, zu der auch das IMG gehört, andere sind Teil eines Netzwerkes. Doch Igeno ist der Ausgangspunkt der jetzigen Situation. In Niedersachswerfen werden Schienenfahrzeuge, vorwiegend Güterwagen saniert und instandgesetzt. Der Markt war in den Jahren 2003 und 2004 nicht mehr der, wie er es noch um die Jahrtausendwende war. Die Eigner der Güterwagenflotten suchten ihre Instandhalter in den osteuropäischen Ländern. Man dachte, billiger ist alles. Nach Ansicht von Experten ein Trugschluss, denn nicht nur der Preis, auch die Qualität der Arbeit sind entscheidend. Letztere stimmte und stimmt nicht in Polen oder Tschechien.
Doch Otto Brandt musste handeln und so zog es den Nordhäuser nach Kasachstan. Dort will ein großer Energiekonzern eine Kesselwagenflotte aufbauen, damit das kostbare Öl flexibler transportiert werden kann. Alles schien perfekt, die Tinte unter den Verträgen war trocken. Seit mehreren Monaten soll das Geld nach Nordhausen unterwegs sein. Sagt Otto Brandt im Gespräch mit der nnz.
Wie die nnz erfuhr, ist der Deal der Kasachen mit Otto Brandt geplatzt. Das allerdings bedeutet nicht, dass der Millionen-Auftrag abgeschrieben ist. Er könnte in der Region bleiben, wenn jetzt gehandelt wird. Das Handeln müsste auch Otto Brandt mitmachen, er muß Insolvenz anmelden, lieber heute als morgen, weil: Die Kasachen wollen schon, nicht aber mit Otto Brandt. Die Geschicke muß dann der Insolvenzverwalter in seine Hand nehmen. Und: Es wird die Unterstützung der Politik nötig sein, schließlich geht es nicht um Otto Brandt allein, sondern um die mehr als 200 Arbeitsplätze.
Unterdessen warten die Mitarbeiter weiter auf ihr Gehalt, einige sollen bereits die Arbeit verweigert haben, bei verschiedenen Anwälten liegen Klagen, andere hoffen weiter und halten ihrem Chef die Treue. Doch über dem Brandtschen Netzwerk schwebt, ob es Otto Brandt wahrhaben will oder nicht, das Damoklesschwert der Konkursverschleppung.
Autor: nnzOtto Brandt ist in Nordhausen, dann in Erfurt und nun wieder in Nordhausen mit vielen Situationen zurechtgekommen. Aber: Lohn oder Gehalt musste er noch nie einem Mitarbeiter schulden. Doch in diesem Jahr ist eben alles ganz anders. Die Ursachen für die desaströse Situation in den Unternehmungen des Otto Brandt liegen nach seinen Aussagen im fernen Asien. In Kasachstan. Sie haben jedoch, und das sagen Kenner der Nordhäuser Situation, hausgemachte Wurzeln.
Die Igeno-Schienenfahrzeuge GmbH ist eine Firma in der Brandt-Gruppe, zu der auch das IMG gehört, andere sind Teil eines Netzwerkes. Doch Igeno ist der Ausgangspunkt der jetzigen Situation. In Niedersachswerfen werden Schienenfahrzeuge, vorwiegend Güterwagen saniert und instandgesetzt. Der Markt war in den Jahren 2003 und 2004 nicht mehr der, wie er es noch um die Jahrtausendwende war. Die Eigner der Güterwagenflotten suchten ihre Instandhalter in den osteuropäischen Ländern. Man dachte, billiger ist alles. Nach Ansicht von Experten ein Trugschluss, denn nicht nur der Preis, auch die Qualität der Arbeit sind entscheidend. Letztere stimmte und stimmt nicht in Polen oder Tschechien.
Doch Otto Brandt musste handeln und so zog es den Nordhäuser nach Kasachstan. Dort will ein großer Energiekonzern eine Kesselwagenflotte aufbauen, damit das kostbare Öl flexibler transportiert werden kann. Alles schien perfekt, die Tinte unter den Verträgen war trocken. Seit mehreren Monaten soll das Geld nach Nordhausen unterwegs sein. Sagt Otto Brandt im Gespräch mit der nnz.
Wie die nnz erfuhr, ist der Deal der Kasachen mit Otto Brandt geplatzt. Das allerdings bedeutet nicht, dass der Millionen-Auftrag abgeschrieben ist. Er könnte in der Region bleiben, wenn jetzt gehandelt wird. Das Handeln müsste auch Otto Brandt mitmachen, er muß Insolvenz anmelden, lieber heute als morgen, weil: Die Kasachen wollen schon, nicht aber mit Otto Brandt. Die Geschicke muß dann der Insolvenzverwalter in seine Hand nehmen. Und: Es wird die Unterstützung der Politik nötig sein, schließlich geht es nicht um Otto Brandt allein, sondern um die mehr als 200 Arbeitsplätze.
Unterdessen warten die Mitarbeiter weiter auf ihr Gehalt, einige sollen bereits die Arbeit verweigert haben, bei verschiedenen Anwälten liegen Klagen, andere hoffen weiter und halten ihrem Chef die Treue. Doch über dem Brandtschen Netzwerk schwebt, ob es Otto Brandt wahrhaben will oder nicht, das Damoklesschwert der Konkursverschleppung.

