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Mi, 12:00 Uhr
31.03.2021
Die Nordthüinger Kriminalstatistik für 2020 ist da

Mehr Fälle und mehr Aufklärung

Eine positive Bilanz zieht die Landespolizeinspektion (LPI) Nordhausen für das zurückliegende Jahr, das auch für die Polizeibeamten eine Menge neuer Herausforderungen enthielt. Die Aufklärungsquote ist wieder gestiegen, die Zahl der begangenen Straftaten allerdings auch …

Gesaamtübersicht (Foto: Landespolizeiinspektion Nordhausen) Gesaamtübersicht (Foto: Landespolizeiinspektion Nordhausen)


Die Aufklärungsquote der 2020 erfassten Straftaten liegt mit 64,2 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. „Ein Ergebnis, das auf den engagierten Einsatz der Bediensteten der LPI Nordhausen, der benachbarten Behörden und Einrichtungen und nicht zuletzt auf das aktive Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger zurückzuführen ist“, lobt Detlev Schum, der Leiter der LPI. Die Statistik belege außerdem, so Schum, dass „die Sicherheitsbehörden mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden in Nordthüringen erfolgreich zusammenarbeiten.“

Die Zahl der insgesamt erfassten Straftaten stieg von 20.380 abgeschlossenen Ermittlungsverfahren im Jahr 2019 auf 21.477 in 2020. Das ist ein beachtliches Plus von 5,4 Prozent. Diese hohe Anzahl an abgeschlossenen Ermittlungsverfahren gab es im Schutzbereich der LPI Nordhausen letztmalig in den Berichtsjahren 2016 und 2017.

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Die Anzahl der weiblichen als auch der männlichen Tatverdächtigen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt mit 908 Personen bei 11,2 Prozent und stagniert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Er ist einer der geringsten im Vergleich zu anderen Landespolizeiinspektionen (LPI’en) in Thüringen. Etwa zwei Drittel der Täter begehen die Straftaten innerhalb ihrer Wohnortgemeinden.
Im Jahr 2020 ist ein Anstieg der registrierten Opfer von 4.044 auf 4.171 Opfer (+127 Opfer) zu verzeichnen. Maßgeblich ist dabei die Anzahl der erwachsenen Opfer.



Durch die LPI Nordhausen wurden im Jahr 2020 insgesamt 21.477 Ermittlungsverfahren abschließend bearbeitet. Im Jahre 2019 waren es zum Vergleich 20.380 Ermittlungsverfahren. Das stellt einen deutlichen Anstieg um 1097 Fälle (+ 5,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahr dar und ist so hoch wie in den Berichtsjahren 2016 und 2017. Die Aufklärungsquote im Bereich der LPI Nordhausen im Berichtszeitraum ist ebenfalls leicht angestiegen auf 64,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 mit seiner Quote von 63,6 Prozent. Der Anteil der Landespolizeiinspektion Nordhausen am Gesamtstraftatenaufkommen im Freistaat Thüringen beträgt 15 Prozent.

Der signifikante Anstieg der Fallzahlen im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, bereits seit dem Jahr 2018 ist insbesondere bei den Delikten des Exhibitionismus (Verdoppelung) und Straftaten im Zusammenhang mit der Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften festzustellen. Auch 2020 befinden sich die Fallzahlen auf einem hohen Niveau. Lediglich 2019 war ein marginaler Rückgang zu verzeichnen.

Die größten Anstiege sind jedoch bei den Straftaten des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen zu konstatieren. Hier wurden mit 111 Straftaten insgesamt 21 Verfahren mehr als im Vorjahreszeitraum abgeschlossen. Die Aufklärungsquote liegt hierbei weit über 90 Prozent. Dies lässt wiederum Rückschlüsse auf eine Veränderung des Anzeigeverhaltens zu, das zu einer Verschiebung dieser Delikte aus dem Dunkelfeld in das Hellfeld führt. Gleiches beeinflusst die Aufklärungsquote positiv.

In wieweit die Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie die Fallzahlen beeinflusst haben, kann nicht gesagt werden, da gegenwärtig empirisch nicht belegbar. Tatsache ist jedoch, dass geschlossene Schulen und Kindertageseinrichtungen, sowie Quarantäneanordnungen zu einer nicht unerheblichen Belastung im häuslichen Umfeld und möglicherweise auch zu Tatgelegenheiten geführt haben.

Ein weiterer Anstieg ist bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es eine Steigerung um 338 Straftaten auf 3.744 Delikte. Die Betrugsstraftaten stiegen dabei um 231 Fälle (+9,4 Prozent) und stellen mit 71,8 Prozent den größten Anteil in dem Bereich dar.
Eigentumsdelikte stellen mit einem Prozentsatz von 25,0 % seit vielen Jahren den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität im Schutzbereich der LPI Nordhausen dar. Die Diebstahlsdelikte sind mit einer Anzahl von 5.365 Delikten um 0,2 Prozent (-12 Delikte) im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Insgesamt wurden im Schutzbereich der LPI Nordhausen 95 Rauschgiftdelikte mehr als im Jahr 2019 registriert, was einen Anstieg von 4,5 Prozent bedeutet. Die Aufklärung lag bei 96,0 Prozent. Im Landesvergleich ist die LPI Nordhausen mit der Anzahl der registrierten Straftaten im Bereich der Rauschgiftkriminalität weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
Die Zahlen für die einzelnen Landkreise bereiten wir Ihnen in unseren Regionalausgaben noch einmal gesondert auf.
Autor: red

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