eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Di, 14:57 Uhr
23.03.2021
Handwerkskammer zu Bund-Länder-Beschlüssen

Strategiewechsel statt Dauer-Lockdown

Die gestern getroffenen Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie reiben das Handwerk in Nord- und Mittelthüringen weiter auf.
Die Handwerkskammer kritisiert insbesondere die anhaltende "Stopp-and-Go-Taktik" der Ministerpräsidentenkonferenz, die den Betrieben keine Perspektive bietet...

„Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen und der Ausbreitung der Virus-Mutationen ist die Verlängerung des Lockdowns ein weiterer harter Schlag für all jene Handwerksbetriebe, die direkt oder indirekt von den neuen Regelungen und insbesondere von der Schließung um Ostern betroffen sind. Während der Kollaps des Gesundheitssystems vermieden werden soll, wird ein wirtschaftlicher Kollaps der Betriebe im Kammerbezirk immer wahrscheinlicher“, sagt Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt.

Anzeige symplr (1)
„Seit dem Ausbruch der Pandemie fährt die Politik nur auf Sicht, obwohl Lösungen aus der Krise entwickelt wurden. Statt eine Langzeitstrategie zu verfolgen, wird der Lockdown alle zwei, drei Wochen verlängert und angepasst. Das zermürbt viele Betriebe und lässt das Vertrauen in die Politik sinken“, sagt Stefan Lobenstein. Direkt und indirekt betroffene Handwerksbetriebe wie körpernahe Dienstleistungen, aber auch Unternehmen mit angegliederten Gastronomie-Bereichen oder Unternehmen, die von Aufträgen aus der Tourismus- und/oder Kunst- und Kulturbranche leben, stehen von immer größer werdenden Scherbenhaufen.

Daneben ist noch völlig unklar wann und wie die Bund-Länder-Beschlüsse in der Thüringer Landesverordnung umgesetzt werden und was die Erklärung des Grünendonnerstags und Ostersamstags als Ruhetag für unsere Handwerksbetriebe bedeutet. „Die Telefone stehen derzeit nicht still. Wir stehen in engem Austausch mit den zuständigen Ministerien um Klarheit über die Situation zu erhalten. Hier ist Eile geboten. Für unsere Betriebe zählt jeder Tag“, erklärt Lobenstein. „Dabei treibt uns besonders die Frage um, wer die Betriebe für die pandemiebedingten Verluste, wenn beispielsweise Kunden absagen und Friseur- bzw. Kosmetiktermine ausfallen oder Aufträge kurzfristig storniert werden, entschädigt“.

Strategiewechsel gefordert
„Die politischen Versäumnisse beim Impfen und bei der digitalen Nachverfolgung von Infektionsketten werden jetzt unmittelbar. Wir Handwerker tun alles, damit unsere Kunden gesund bleiben. Diese Verlässlichkeit erwarten wir auch von der Politik. Wir können es uns aber nicht leisten auf der Stelle zu treten und erwarten dieses Mal zeitnah die neue Thüringer Landesverordnung mit praktikablen Umsetzungsszenarien. Es muss ein unternehmerisches Handeln dort -und insbesondere über Ostern- möglich sein, wo die Hygieneanforderungen erfüllt sind“, fordert Stefan Lobenstein.

Das Handwerk in Nord- und Mittelthüringen drängt im Zuge der jüngsten Entwicklungen vehement auf einen Strategiewechsel im Kampf gegen das Coronavirus. Dazu gehöre das flächendeckende und schnellere Impfen als zentrales Instrument aus der Krise, flankiert von einer gut durchdachten und realisierbaren Teststrategie, so dass Betriebe losgelöst von der bisherigen Fixierung auf den Inzidenzwert geöffnet werden bzw. geöffnet bleiben können. „Damit wird den Unternehmen, anders als aktuell, überhaupt erst eine Chance gegeben, ihre Existenz durch ihr eigenes Zutun über Abstands- und Hygienekonzepte oder testbegleitete Öffnungen zu sichern. Das ist dringend notwendig, um das wirtschaftliche Leben in der Zeit nach Corona in Schwung zu bringen und vor allem Arbeits- und Ausbildungsplätze langfristig zu sichern“, betont der HWK-Präsident.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Psychoanalytiker
23.03.2021, 16:20 Uhr
Ach ja, Herr Präsident…
... dem Handwerk gehts schlecht. Wenn Sie einige Handwerke, denen es wirklich schlecht ging und geht explizit benennen, ist das ja noch eine richtige Aussage und vollkommen in Ordnung, den meisten Handwerksbetrieben gehts aber nicht so schlecht, wie Sie hier jammern.

Das leite ich davon ab, dass ich massenhaft Maler, Klempner, Dachdecker, Installateure, Glaser, Elektriker, Fliesenleger u.ä. mit ihren Fahrzeugen vor Häusern stehen, mit Werkzeug hantieren oder mit ihren Kleintransportern herumfahren sehe. Die arbeiten alle. Und leider haben auch Bestatter und Steinmetze vermehrt zu tun.

Und noch etwas: Ich habe zwei Handwerksmeister in der Familie. Und ich weiß, dass deren Auftragsbücher alle voll sind und sie auch arbeiten. Aber ich weiß auch, dass dies nicht nach Hygienevorschriften geschieht, zumindest dann nicht, wenn sie im Kollegenkreis (mehrere Gewerke auf einer Baustelle) miteinander arbeiten.

Es tut mir leid, aber Sie jammern auf einem hohen Niveau, tun Sie lieber etwas gegen Schwarzarbeit(er) …
Halssteckenbleib
23.03.2021, 19:12 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Beziehen Sie sich in Kommentaren auf den Inhalt des Artikels.
Psychoanalytiker
24.03.2021, 13:42 Uhr
Noch ein Nachtrag, Herr Präsident …
… Es ist fatal, DAS mit dem Impfstoff. Alle schimpfen wie die Rohrspatzen auf miserables Management, zu wenig Impfstoff und zu lange Impfzeiten. Ja, das ist so.

Ich habe in der Kommentarfunktion dieser Zeitung schon mehrfach darauf hingewiesen, dass "Europa" nur noch ein Schattengebilde ist, nicht an einem Strang zieht, keiner mehr mitmacht und erst Recht keiner mehr wirklich auf Deutschland hört.
Großbritannien war schlau, hat sich aus der EU verabschiedet und es scheint so, als hätte man dort auch in "Sachen Impfung" gewaltige Vorteile bekommen.

Aber es ist für mich schon seit der "Flüchtlingskrise" in D und in der EU klar, "Strahlepolitiker*innen und *außen" a'la von der Layen oder Spahn gehören entlassen, und zwar sofort. "Flinten-Uschi", die "intelligenteste" Politikerin Europas hat Ahnung von Erziehung, Atombomben und Segelschiffen, und jetzt auch von Pandemien und Impfstoffen. Ich frage mich bei solchen Politiker*innen und *außen, ob Albert Einstein auch so intelligent war und beantworte mir dies mit einem Ja, denn er wurde nicht allwissender Politiker.

Im Übrigen noch mal zu Ihrem Jammern in Punkto aller Handwerksbetriebe: Trotz Corona mit all seinen negativen Erscheinungen gibt es offenbar in Deutschland ein Wirtschaftswachstum und sinkende Arbeitslosenzahlen. Warum wohl?

Und bitte nicht falsch verstehen, bestimmten Berufsgruppen gehts wirklich "Schei.e", aber sehr vielen auch nicht. Wenn ALLE, die "schimpfen" auch wirklich gegen Corona "kämpfen" würden, vollumfänglich mitmachen würden und nicht nur "große Klappe" hätten, wäre Corona bald nicht mehr ein Thema, aber dazu gehört "Grips" und nicht "Grütze" im Kopf … .
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)